Aufgrund mehrerer E-Mail-Anfragen einiger UNI-40 Besitzer zum Thema "Umrüsten von 46er auf 50er Motor" wollte ich Euch hier nun meine Erfahrungen dazu schildern.
Zunächst mal der Hintergrund der Angelegenheit:
Ich fliege meine UNI-40 seit ca. 2 Jahren mit dem standard OS MAX 46 FX-HG im Ecureuil Rumpf. Anfang September hat sich die Laufgarnitur gefressen, und ich konnte den plötzlich antriebslosen Heli mit einer Autorotation retten. So wie es für mich nach der Demontage des defekten Motors aussah, hat sich wohl ein kleiner Alukrümel aus dem Motorgehäuse im Bereich des Vergasereinlaßfensters gelöst. Dieser wurde dann wohl zwischen Laufbuchse und Kolben zerrieben. Das ist eine Vermutung, die mir aufgrund der extrem tiefen Freßriefen in der Laufgarnitur an einer einzigen Stelle und der ansonsten tadellosen restlichen Oberfläche der Laufgarnitur, als logisch erscheint. Zudem ist im Vergasereinlaßereich ein kleiner Abplatzer am Gehäuseinneren festzustellen.
Tja eigentlich wollte ich mir dann einen OS MAX 50 SX-HG zulegen, allerdings hatte Graupner erst einen Liefertermin Anfang Februar genannt. So lange wollte ich aber verständlicherweise nicht warten! Also habe ich mir den WEBRA Motor "SPEED 50 Heim" bestellt.
Emotionales zum Motor:
Als ich dann endlich die knallrote Schachtel in der Hand hielt, mußte ich mich erst durch einen Wust von Verbackungsmaterial wühlen, um an das Maschinchen heranzukommen. Der Vergaser lag sauber verpackt und getrennt vom Motor in der Schachtel bei (zusammen mit einem Aufklebersett und der Betriebsanleitung).
Was an dem Motor sofort für glänzende Augen sorgte war der bildhübsche Kühlkopf! Dieser wurde nämlich aus dem Vollen gedreht und besticht durch eine wunderschön glänzende Oberfläche. Jedoch ist der Kopf nichts für klobige Kerzenschlüssel - meiner ging gerade so rein, aber mehr als ein halber Millimeter war nicht mehr Platz! Könnte mir daher gut vorstellen, daß es da Probleme mit einigen Fernglühanschlüssen geben könnte, solange es sich dabei nicht (so wie bei mir) um eine Krokodilklemme handelt!
Alle bearbeitet Oberflächen am Gehäuse weisen recht geringe Rauhtiefen auf, und machen einen hochwertigen Eindruck. Lediglich das Alugehause selber trübt das ansonsten hochwertige Erscheinungsbild. Es gibt da relativ viele Gußnähte die unangenehm auffallen, weil unsauber. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, daß die beiden Gußhälften um ca. 0,25 - 0,5 mm versetzt zusammengefügt wurden, was recht gut an den Kühlrippen zu erkennen ist. Außerdem wurde der Kurbelgehäusedeckel leider nur sehr grob an das Motorgehäuse angepaßt - er ist aber trotzdem dicht!
Freude hingegen macht der Blick durch den Auslaß in das Motorinnere. Die Laufgarnitur ist ansolut Blank und überzeugt durch ausgezeichnete Passungen und Kompression beim Durchdrehen. Das muß auch so sein, da der WEBRA im Gesgensatz zum OS keinen Kolbenring besitzt und der Kolben dort in einem ABN Zylinder läuft (Aluminium, Messing (Brass), Nickel). Auch die Einlaßkanäle sind relativ zum Gehäuse genauer platziert und wurden verrundet.
Leider hat man für die vordere Lagerung ein offenes Kugellager gewählt - Ihr könnt Euch sicher vorstellen wie das saut!!!
Der Vergaser:
... würde niemals einen Schönheitswettbewerb gewinnen - aber dazu ist er ja auch nicht konstruiert worden. Das Vergasergehäuse wurde aus dem Vollen gefräst, was durch die klobige Würfelform offensichtlich ist. Spielt man jedoch ein Weilchen an den Schrauben und Hebeln herum, lernt man die geringen Toleranzen zu schätzen, da daraus eine ausgezeichnete Leichtgängigkeit und Spielfreiheit resultiert. Lediglich die Gemischverstellschraube ist etwas kürzer ausgefallen als beim OS-Vergaser, was Einstellarbeiten im Rumpf nicht gerade erleichtert...
Zum Einbau:
Der Einbau ging problemlos von Statten! Deshalb auch der Zusatz "Heim" in der Motorenbezeichnung: Das Zahnflankenspiel zwischen Kupplungsrad und Hauptzahnrad war mit den original Unterlegscheiben auf Anhieb optimal! Da aber das WEBRA-Gehäuse relativ zum Motorflansch minimal kürzer ist als wie beim OS, schliff die Kupplungsglocke ein Wenig am Hauptzahnrad. Daraufhin habe ich die beiliegende Beilagscheibe (deshalb wohl der Name
) zwischen Motorkugellager und Kupplungskugellager nachträglich eingebaut, und schon hat alles 1A gepaßt!Einziges ßrgernis: Der Auspuffkrümmer vom OS hat nicht mehr gepaßt, da die Bohrungen im WEBRA-Gehäuse ca. 2mm weiter auseinander waren. Ich habe die Bohrungen im Krümmerflansch einfach von M3 auf 4,5mm aufgebohrt und die Befestigungsschrauben einfach jeweils mit einer Beilagscheibe und Mutter gekontert. Arbeitsaufwand: 20 Minuten Arbeit und ein Bohrer zum wegwerfen...
Stunde der Wahrheit:
Tja, WEBRA schreibt in seiner Bedienungsanleitung, man solle den Motor mit 20% ßl im Sprit einlaufen lassen, und nachher nicht unter 15% betreiben! Deshalb habe ich meinen Aerosynth Sprit (12% ßl, 10% Nitro) mit Aerosafe auf 20% ßl "veredelt". Der Motor sprang dann gleich auf Anhieb an. Nachdem ich beim Starten den Heli immer am Rotorkopf festhalte damit mir die Blätter nicht um die Ohren fliegen, hat es mich erst einmal fast um den Heli gewickelt!!! Kraft von unten heraus hat er ja...
Allerdings wirken sich die 20% ßl im Sprit nicht gerade positiv auf die Motorcharakteristik aus: Der Motor zeigt kaum Leistung und bricht selbst bei nahezu Höchstrehzahl beim Pitchgeben in der Drehzahl ein. Zudem bietet er mit diesem Spritgemisch zu wenig Leistungsreserven, um einen Rundflug zu wagen. Vorteil der Geschichte: Der Motor läuft wirklich !!extrem!! kühl! Ich habe zwar kein Thermometer, kann aber nach einer 5-minütigen Schwebephase die Finger fest auf den Kühlkopf pressen, ohne mich daran zu verbrennen!
Die nächsten Einlaufflüge werde ich mit 18% und dann mit 15% ßl probieren. Dann sollte der Motor auch mehr Leistung zeigen. Ich werde dann in diesem Beitrag noch einmal berichten...

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