Gerade die hubraumgroßen Helikoptermotoren laufen durchweg ohne Nitromethanzusatz gut an. Trotzdem lohnt es, sich ein paar Gedanken zu machen, auch diesen Motoren einen geringen Anteil Nitro zuzumischen.
Was darf ich erwarten? Auch bei wenigen Prozenten wird dafür sorgen, dass das Kraftstoff-Luft-Gemisch gleichmäßiger durchbrennt. Ein Methanol-Luft-Gemisch hat aufgrund der kurzen Wege in den Brennraum ungenügend Zeit um ein homogenes Gasgemisch zu bilden.
Deshalb erfolgt das Durchbrennen der Flammfront - vereinfacht gesagt - etwas -ruckartig-. Hier kommt nun das Nitromethan ins Spiel: Bei der Verbrennung gibt es Sauerstoff ab, dadurch wird die Bildung, bzw. die Auswirkung von (stöchiometrisch betrachtet -fetten-) Flammkernen minimiert.
Resultat: Die Drehwinkelbeschleunigung wird über den Arbeitstaktbereich gleichmäßiger verlaufen.
Wenn wir nun diese Gedanken ein bisschen weiter (mit) einbeziehen, dann wird erkennbar, dass durch den Nitromethanzusatz ein eigentlich zu fettes, zündfähiges Gemisch wird.
Der Vergaser kann etwas fetter stehen, die Innenkühlung des Motors wird deutlich ausgeprägter.
Doch halt! So einfach ist das Letztgesagte nicht. Denn das gilt nur dann, wenn der Motor tatsächlich fetter eingestellt wird!
Da Nitromethan auch den Zündbereich in Richtung -mager- spreizt, kann der Motor (ungewollt) auch auf der mageren Seite betrieben werden.
Und das ist besonders schädlich, weil das Triebwerk - so betrieben - deutlich überhitzt und überproportional verschleißt.
Je mehr Nitromethan im Kraftstoff enthalten ist, umso breiter wird die Zündfähigkeit des Kraftstoff-Luftgemischs. Der Motor kann also einerseits immer besonders fett betrieben werden, läuft aber andererseits auch mit hoher Leistung und Mager*gemisch durch.
Wer dies übertreibt, ruiniert innerhalb weniger Minuten seinen Motor.
Tückisch ist zudem, dass durch das Nitromethan bei magerem Gemisch unter Umständen ein leichter Sauerstoff-ßberschuss entstehen kann. Dieser bewirkt, dass das Schmieröl urplötzlich mit verbrannt wird und dadurch letztendlich für die Schmier- und Kühlfunktion nicht mehr ausreichend vorhanden ist. Zudem beschleunigt Sauerstoff-ßberschuss das Durchbrennen von Kolbenböden, Stichwort -Schneidbrenner-.
Stark nitrierte Kraftstoffe werden von -spitz- eingestellten Modellmotoren daher nur für kurze Vollgasphasen schadlos vertragen. Wer unbedingt mit stark Nitromethan angereicherten Kraftstoffen fliegen möchte, sollte die Verdichtung etwas zurücknehmen. Denn durch viel Nitromethan kann der Methanoldurchsatz vergrößert werden. Im Prinzip ist dieses -Pushen- mit einer Aufladung vergleichbar. Das Unterlegen weiterer Zylinderkopf-Distanzringe vergrößert den Brennraum, und die voluminöseren Arbeitsgase können sich weicher entspannen.
Zuletzt geändert von JMalberg; 26.07.2010, 19:39.
Grund: Zitat markiert
@Moskito: Da hat wohl das Heli-Lexikon vom Frings abgeschrieben
Kurz für Schnellleser:
Die Kühlung kommt vorwiegend von dem Gemisch und hierin vorwiegend vom ßl. Das Gemisch lässt sich aber nicht grenzenlos fetter stellen, da es irgendwann kaum noch zündet. Hier hilft das Nitromethan wieder, das Gemisch zündfähig zu machen.
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten oder nachfragen!
Der Dunning-Krueger-Effekt ist immer und überall!
sicherlich das Spritgemisch ( insbesondere das ßl) trägt mit zur Kühlung bei,
ABER zuviel ßl wird nicht mehr abtransportiert und legt sich somit unten am Motor ab
(je nach Lage des Motors) und wirkt dann mehr oder weniger isolierend was also die Wärmeabfuhr behindert.
D. h. es ist egal welche Spritmischung geflogen wird immer auf die richtige Vergasereinstelung zu achten wobei ein zwei Klicks Richtung FETT durchaus richtig sind,
dies aber bitte nicht übertreiben.
Es kann auch helfen das eine fette Einstellung zu richtig qualmen am Auspuff sichtbar ist,
ist dies nicht totz fetter Einstellung zu sehen sollte evtl. auch ne andere Glühkerze verwendet werden.
@rs_rudi: Klar, zuviel ßl geht natürlich auch nicht, da sonst ja nahezu keine zündfähiges Gemisch Methanol - Nitromethan übrig ist.
Welches "Unten" meinst du denn? In fast allen heutigen Verbrennern ist "Unten" der Kurbelgehäusedeckel. Da sehe ich für das ßl kaum Möglichkeiten sich zu verstecken, da in dem schmalen Kurbelraum das ßl heftig durch gerührt wird.
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten oder nachfragen!
Der Dunning-Krueger-Effekt ist immer und überall!
ABER zuviel ßl wird nicht mehr abtransportiert und legt sich somit unten am Motor ab
(je nach Lage des Motors) und wirkt dann mehr oder weniger isolierend was also die Wärmeabfuhr behindert.
Also die Theorie halte ich für sehr gewagt!
Bei mir ist das so: Je fetter ich den Motor stelle, desto kühler läuft er. Wenn ich den Motor so ultra fett stelle, dass der Heli gerade noch so eben abhebt (also viiiiieeeel zu fett) dann bleibt das Kurbelgehäuse eiskalt. Nichtmal handwarm. Das ist dann maximal fett, wo der Motor noch läuft. Wenn ich dann noch fetter drehe geht er aus.
Also dass da irgendwann eine isolierende Wirkung eintritt, und der Motor bei weiterem fetter drehen wieder heißer wird, konnte ich nicht feststellen.
Wir verarbeiten personenbezogene Daten über Nutzer unserer Website mithilfe von Cookies und anderen Technologien, um unsere Dienste bereitzustellen, Werbung zu personalisieren und Websiteaktivitäten zu analysieren. Wir können bestimmte Informationen über unsere Nutzer mit unseren Werbe- und Analysepartnern teilen. Weitere Einzelheiten finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie.
Wenn Sie unten auf "Einverstanden" klicken, stimmen Sie unserer Datenschutzrichtlinie und unseren Datenverarbeitungs- und Cookie-Praktiken wie dort beschrieben zu. Sie erkennen außerdem an, dass dieses Forum möglicherweise außerhalb Ihres Landes gehostet wird und Sie der Erhebung, Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten in dem Land, in dem dieses Forum gehostet wird, zustimmen.
Kommentar