Ich hatte jetzt schon zweimal den Fall, dass mir beim Wickeln der letzten Zähne
der Draht verkratzt ist und dummerweise auch noch das Isopapier beschädigt wurde.
Als Ergebnis hab ich dann einen Statorschluss.
Wie gehen denn die Wickelprofis in solchen Fällen vor? Neu wickeln oder kann man
kleine Beschädigungen zb mit Epoxy oder ähnlichem ausbessern.
also mir persönlich ist dafür noch nichts vernünftiges eingefallen, was ich auch weiter empfehlen würde. Du könntest versuchen, unter die problematische Windung ein Stück neues Isopapier zu legen. Wenn die Wicklung nur einen geringen Füllgrad haben soll, kann man auch ein Stück dünnen Schrumpfschlauch über die beschädigte Stelle schieben. Dann gibts da noch eine rabiate Methode, um einen Statorschluss zu beseitigen, die früher mal auf powercroco.de bzw. powerditto.de zu finden war: Man nehme einen schaltfesten Kondensator mit 10.000 µF und 35 V und löte ein paar Kabel und Goldkontakte dran. Dann den Kondensator aufladen und anschließend über die schadhafte Phase und den Stator kurz schließen. Da das Eisen einen wesentlich geringeren Leitwert hat als Kupfer, erhitzt es sich bei einem satten Kurzschluss deutlich schneller als das Kupfer und brennt dadurch früher ab. Auf die Art kann man einen Statorschluss einfach wegschweißen. Mir hat das schon mal eine "teure" Wicklung gerettet. Außerdem habe ich auch schon mal versucht, die Lackschicht mit einem Sprühlack auch Acrylbasis direkt zu reparieren, der offiziell zur Isolierung von Platinen, Spulen und Drähten gedacht ist. Das hat gar nicht funktioniert, auch wenn der Lack gar nicht so schlecht ist, um die fertige Wicklung etwas auf dem Stator zu sichern, wenn man fertig ist.
Im Prinzip sind das aber alles russische Methoden. Wenn du es richtig machen willst, dann wickle den defekten Draht wieder ab und fang von vorn an, auch wenn es tierisch nervt. Der beste Tip ist eigentlich der, in kleinen Gruppen zu wickeln, also als Doppelschaltung (oder auch Einzelschaltung, wenn einen das spätere Verschalten nicht stört). Wenn dann was schief geht, muss man nur zwei Zähne wieder abwicklen anstatt vier (ausgehend von einem typischen Stator mit 12 Nuten). Das senkt die Hemmschwelle für einen zweiten Anlauf ganz enorm und kotzt einen nur noch halb so sehr an, wie bei einer Wicklung in großen Gruppen.
Grüße, Hagen
Der Modellflug ist der Amboss, auf dem die Speerspitze der Evolution geschmiedet wird
Mir fällt dazu der Spray "Plastik 70" ein. Google mal ein wenig danach, bzw. sieh dir das Datenblatt dazu an.
Gruß, Alex
Sorry, das wird nix. Das ist ganz exakt das Spray, das ich meinte, die Dose hab ich noch hinter mir im Regal stehen. Die Lackschicht wird damit einfach zu dünn, um irgendwas effektiv zu isolieren, auch wenn man es in vielen Schichten aufträgt.
Oder hast du das Zeug schon mal erfolgreich dafür benutzt und ich war einfach zu blond dafür?
Grüße, Hagen
Der Modellflug ist der Amboss, auf dem die Speerspitze der Evolution geschmiedet wird
Die Lackschicht wird damit einfach zu dünn, um irgendwas effektiv zu isolieren
Plastik 70 isoliert perfekt. Ich sprüh damit immer die Empfänger ein, die für Wasserlandungen oder Boote gedacht sind. Ob die Lackschicht aber mechanischen Abnützunen widersteht, weiß ich jetzt auch nicht.
Das hab ich gar nicht in Abrede gestellt Wäre ja auch schlimm, wenn es nicht ordentlich isolieren würde, denn das ist ja sein einziger Zweck. Taugt nur nichts für Motorwicklungen.
Der Modellflug ist der Amboss, auf dem die Speerspitze der Evolution geschmiedet wird
Ich verwende für die Reparatur von beschädigter Drahtisolation Kapton-Klebeband. Das Band ist 0,025 mm dick und 18 mm breit, übertrifft die Anforderungen der Isolierstoffklasse H (180 Grad C) und ist so spannungsfest wie die Drahtisolation selbst.
Ich schneide ein passendes Stück zu und klebe es an der Schadstelle 2-lagig um den Draht. Ist etwas fummelig funktioniert aber und das nicht nur bei unseren "kleinen" sondern auch noch bei 300 kW Motoren.
Das Band verwende ich auch als Nutisolation, kann man gut in den Stator tapezieren. An besonders gefährdeten Stellen mehrlagig aufgebracht ist es mechanisch auch recht belastbar. Es sollten jedoch unter dem Band keine scharfen Kanten sein. Durch den Kleber verrutscht auch die Isolation nicht beim wickeln.
Besser als reparieren ist natürlich den Draht beim Wickeln zu schützen damit er erst garnicht beschädigt wird.
Gruß Wolfgang
Sent from my Apfelbrett using Tapatalk HD
Hubschrauber sind Fluggeräte die man ständig am Abstürzen hindern mu�! Ist das nicht toll?
Oder hast du das Zeug schon mal erfolgreich dafür benutzt und ich war einfach zu blond dafür?
Grüße, Hagen
Hallo Hagen,
Für Motorwicklungen habe ich es noch nicht benutzt. Funktioniert aber super bei Leiterplatten und in Wasserflugzeugen (Empfänger, Regler)
Grüße, Alex
Wir verarbeiten personenbezogene Daten über Nutzer unserer Website mithilfe von Cookies und anderen Technologien, um unsere Dienste bereitzustellen, Werbung zu personalisieren und Websiteaktivitäten zu analysieren. Wir können bestimmte Informationen über unsere Nutzer mit unseren Werbe- und Analysepartnern teilen. Weitere Einzelheiten finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie.
Wenn Sie unten auf "Einverstanden" klicken, stimmen Sie unserer Datenschutzrichtlinie und unseren Datenverarbeitungs- und Cookie-Praktiken wie dort beschrieben zu. Sie erkennen außerdem an, dass dieses Forum möglicherweise außerhalb Ihres Landes gehostet wird und Sie der Erhebung, Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten in dem Land, in dem dieses Forum gehostet wird, zustimmen.
Kommentar