4035-560 V2 kommt nicht auf Touren

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  • Zed84
    Member
    • 09.02.2010
    • 725
    • Sebastian
    • Odenwaldkreis / FMC Mümlingtal

    #1

    4035-560 V2 kommt nicht auf Touren

    Hallo Leute,

    gestern wollte ich meinem 700er E-Heli nach einem Absteller und langer Reparaturzeit wieder in Betrieb nehmen. Da ich damals nicht wusste, warum mein Motor aus ging, habe ich meinen YGE 120 HV zum ßberprüfen eingeschickt. Da wurde der Regler als OK befunden. Bei meinem ersten Startversuch vor einigen Wochen initialisierte der Regler überhaupt nicht. Kein Piepen, kein Blinken. Gestern Initialisierte sich der Regler mit der YGE-typischen Abwärtsmeldodie, dann kurze Pause und dann die Aufwärtsmelodie. Doch beim Einschalten drehte der Motor zwar mal etwas schneller, mal etwas langsamer (ca.200 bis 300 U/min), er kam aber nicht auf Touren. Beim zweiten Versuch, machte der Regler eine längere Pause zwischen den beiden Melodien als gewohnt, initialisierte sich dann aber schließlich. Der Motor kam wieder nicht auf Touren. Die Steckverbindungen zwischen Motor und Regler, sowie zwischen Regler und Akkus sind allesamt neu gemacht und sitzen stram. Da der Regler vom Hersteller überprüft wurde, schließe ich da einen Defekt auch. Auch sind alle Einstellungen im Regler korrekt.

    Könnte der Motor verschlissen sein? Hat diese längere Pause beim Regler initialisieren zwischen den beiden Melodien eine Bedeutung?

    Den Motor hatte ich wärend den Reparaturen mit neuen Lagern ausgestattet. Dabei fiel mir auf, dass die Aluglocke innen im Bereich des hinteren Lagers eingelaufen ist und so gegen den Blechdeckel des Lagers drückt. Abhilfe schaffte ich mir mit einem kleinen Distanzring. Das bedeutet aber auch, dass die Glocke axial um ca. 1mm versetzt sitzt, als im Orginalzustand. Liegt hier das Problem?

    Was meint ihr?

    Vielen Dank.

    Gruß Sebastian
  • Chlaus
    Member
    • 23.04.2008
    • 537
    • Niklaus
    • Trogen/AR/CH

    #2
    AW: 4035-560 V2 kommt nicht auf Touren

    Hallo

    Ich würde als erstes mal die Gaswege neu einlernen. Oder hast du das schon gemacht?

    Gruss Chlaus

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    • Zed84
      Member
      • 09.02.2010
      • 725
      • Sebastian
      • Odenwaldkreis / FMC Mümlingtal

      #3
      AW: 4035-560 V2 kommt nicht auf Touren

      Nee, noch nicht. Werde ich aber auch probieren.
      Mich macht diese lange Pause zwischen den beiden Melodien so stutzig...

      Gruß Sebastian

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      • kloÃ?
        Member
        • 15.05.2012
        • 683
        • Horst
        • Fliegerklub Flugzeugwerft Dresden e.V.

        #4
        AW: 4035-560 V2 kommt nicht auf Touren

        Moin,

        ein Elektromotor kann nicht verschleißen, jedenfalls nicht die Maschine an sich (nur die Kugellager). Es könnte aber sein, dass er einen leichten bis mittelschweren Schaden davon getragen hat. Wenn er schon mal gelaufen ist, und so klingt es ja, könnte aufgrund feiner Vibrationen vielleicht die Wicklung am Stator gescheuert haben. In dem Fall hättest du dir einen Statorschluss eingefangen. Für einen ersten Schuss aus der Hüfte kannst du das mit einem normalen Multimeter überprüfen, indem du den Widerstand zwischen einem der Anschlusskabel (welches ist egal) und dem Stator misst. Da darf im höchsten Messbereich (i.d.R. 20 MOhm) kein Messwert zustande kommen. Vorher aber den Stator mit Schleifpapier an einer kleinen Stelle leicht anschleifen, denn manchmal sind die mit einer Art Lack überzogen. In dem Fall könntest du nicht mal was messen, wenn eine der Wicklungen mit dem Stator verschraubt wäre. Wird dir ein Widerstand angezeigt, und sei er noch so hoch, muss der Motor neu gewickelt werden. Wenn das Multimeter nichts anzeigt, ist das aber auch noch kein Garant für einen schlussfreien Motor. Sicher prüfen lässt sich das nur mit einem Isolationsmessgerät. Dazu kannst du den Motor zu einem Elektriker tragen und ihn bitten, einen 1000 V Test mit dem Motor zu machen. Wenn der auch keinen Durchgang zwischen Wicklung (wieder eine der Motorleitungen) und Stator feststellen kann, liegts schon mal nicht an einem Statorschluss.

        Eine weitere Möglichkeit den Motor zu testen, ist die Messung des Innenwiderstandes aller drei Phasen. Dazu kannst du entweder ein Labornetzteil verwenden, wenn du eines hast, oder zur Not auch das Nickelakku-Programm deines Ladegerätes. Den Motor schließt du an die Ausgänge des Ladegerätes an, stellst das Ladeprogramm auf Manuell, programmierst einen Ladestrom von GENAU 1 A und startetst die Ladung. Das Ladegerät fungiert dann als Konstantsromquelle und heizt die Wicklung mit (relativ) genau 1 A. Keine Bange, da kann nichts kaputt gehen, auch wenn du den Strom stundenlang fließen lässt. Jetzt misst du mit einem normalen Multimeter im kleinsten Messbereich (200 mV) die Spannung zwischen den Polen des Ladegerätes. Der Spannungswert in mV, den du dann ablesen kannst, entspricht nach R=U/I genau dem Widerstand der Phase in mOhm. Der Messwert wird dabei um 1...2 mV bzw. mOhm schwanken, weil das Ladegerät den Strom nicht ganz exakt einregeln kann (Labornetzteile können das wesentlich besser), aber wenn man die Anzeige eine Weile beobachtet, erkennt man schnell den Mittelwert. Diese Messung wiederholst du mit allen drei möglichen Anschlussvarianten der Motorkabel ans Ladegerät, um alle drei Phasen durchzumessen. Die Messwerte (= Innenwiderstände) müssen bei allen drei Phasen genau gleich sein. 1...2 mOhm Abweichung liegen im Bereich der Messtoleranz, sollte eine Phase gegenüber den anderen aber um 5 mOhm oder mehr abweichen, spricht das für einen Schaden innerhalb der Phase. Und nein, den Widerstand der Wicklung mit einem Multimeter direkt zu messen funktioniert nicht, weil die Widerstandsmessung bei hobbyüblichen Geräten alles andere als genau ist und zweitens auch kein passender Messbereich zur Verfügung steht.

        Als dritten Test kannst du den Motor (also dessen Welle) in eine Bohrmaschine spannen, voll Stoff geben und die WECHSELspannung aller Phasen messen (wieder die drei möglichen Kombinationen durchmessen). Die Spannung muss auch wieder in allen Kombinationen gleich sein, sonst deutet das auf einen Fehler in der Wicklung hin. Du brauchst aber schon ein paar tausend Umdrehungen, um einen halbwegs vernünftigen Messwert zu erzeugen, ein Akkuschrauber reicht dafür nicht. Bei deinem speziellen Motor wären 15...20.000 U/min schon nicht schlecht, die zu erzeugen ist aber natürlich nicht so ganz leicht.

        Neben diesen Messorgien kannst du den Motor nur noch optisch überprüfen. Die Glocke muss rund und gerade laufen und darf nicht eiern. Sonst schwankt der Luftspalt am Umfang des Stators während einer Umdrehung des Rotors und der Regler kann nicht anständig kommutieren. Die Magnete müssen auch gerade und im gleichen Abstand zueinander eingeklebt sein, sonst ist es das gleiche wie beim ungleichmäßigen Luftspalt.

        So, mehr Kontrollen fallen mir nicht ein, die du selbst durchführen kannst. Wenn der Motor alle diese Tests besteht, dann muss er eigentlich in Ordnung sein. Darüber hinaus kannst du den Motor höchstens noch zum Service einschicken, aber die werden auch nichts anderes als das prüfen.

        Zum Regler kann ich dir nicht viel sagen. Einen YGE hatte ich noch nicht und weiß auch nicht, was ihn aus dem Tritt bringen könnte oder was eine verzögerte Initialisierung bedeutet.

        Grüße, Hagen
        Der Modellflug ist der Amboss, auf dem die Speerspitze der Evolution geschmiedet wird

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        • kloÃ?
          Member
          • 15.05.2012
          • 683
          • Horst
          • Fliegerklub Flugzeugwerft Dresden e.V.

          #5
          AW: 4035-560 V2 kommt nicht auf Touren

          Ach ja: Die Distanzscheibe zwischen Glockenboden und Kugellager und die damit einhergehende Verschiebung der Rotorglocke kann zwar einen leichten Einfluss auf die Motorcharakteristik haben, kann ihn aber nicht ausknocken. Die Leerlaufdrehzahl kann (nicht muss) dadurch um ein paar Umdrehungen ansteigen oder abfallen, das wars aber auch schon.
          Der Modellflug ist der Amboss, auf dem die Speerspitze der Evolution geschmiedet wird

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          • Zed84
            Member
            • 09.02.2010
            • 725
            • Sebastian
            • Odenwaldkreis / FMC Mümlingtal

            #6
            AW: 4035-560 V2 kommt nicht auf Touren

            Hallo Hagen,

            WOW! Erstmal vielen Dank für die extra-ausführliche Antwort. Ich muss es mir nochmal in Ruhe durchlesen aber ich denk, den ein oder anderen Test werde ich machen. Einschicken oder neu wickeln lasse ich den Motor nicht mehr. Es ist die relativ alte V2-Version. Die V3 ist schon eine ganze Weile auf dem Markt.

            Gruß Sebastian

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            • kloÃ?
              Member
              • 15.05.2012
              • 683
              • Horst
              • Fliegerklub Flugzeugwerft Dresden e.V.

              #7
              AW: 4035-560 V2 kommt nicht auf Touren

              Die Tests, die ich beschrieben habe, sollte eigentlich jeder Elektroflieger hinbekommen. Extravagante Gerätschaften braucht es ja nicht, nur normales Zeug, das sich in jeder Werkstatt findet. In diesem Trööt habe ich den Umbau eines Motors mal ausführlich dokumentiert, als so eine Art Bauanleitung für Anfänger. Auf der zweiten Seite relativ weit unten (Beitrag #18) habe ich die nötigen Messungen genau beschrieben und auch ein paar Fotos angehängt. Da steht eigentlich alles, was man wissen muss.

              Solltes du bei dem Motor wirklich einen Schluss oder einen ähnlichen Schaden feststellen, würde ich ihn dir übrigens gern abnehmen und wieder aufarbeiten, wenn du sonst keine Pläne damit hast. Einen Motor in der Größe kann man immer mal brauchen.

              Grüße, Hagen
              Der Modellflug ist der Amboss, auf dem die Speerspitze der Evolution geschmiedet wird

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