Hurra, jüngst ist das Graupner Polaron Pro mit passendem Netzteil angekommen - 5 Minuten, bevor ich eigentlich arbeiten gehen hätte wollen müssen. Nun gut, es gibt Wichtigeres.

Endlich mal - nach der Jeti DS-14 - wieder ein Gerät mit auch sehr cooler Software und innovativem Styling auf meinem Schreibtisch. Ich muss gleich vorausschicken, ich habe es fast nur aus Spieltrieb gekauft, und ein wenig auch, um meine solideren Altlader zu schonen, die keinesfalls eingehen dürfen (Schulze, Robbe) so wie ihre Hersteller. Der Thread dreht sich daher auch ein wenig um Nebensächlichkeiten. Den theoretisch ursprünglich ein bisschen erhofften Zweck eines schicken Büroladers kann der Polaron aufgrund des höllischen Betriebsgeräuschs freilich nicht erfüllen.
Unboxing und erster Eindruck
Das Auspacken machte schon mal Spaß, immerhin waren Geräte von einer soliden Firma zu erwarten, die ihre Sachen nicht in Tüten und Säckchen steckt. Eine solide Bedienungsanleitung mit nur wenigen sachlichen Fehlern lag auch bei.
Grundsätzlich sind die Polarons sämtlicher Typen wohl eher mehr für die Küche als für den Acker gedacht. Nicht auszudenken, wenn Kratzer in das schöne Gehäuse kommen würden oder Staub hinter das Display. Auch die stehende Position ist nicht direkt primär geländetauglich. In der Wohnung macht sich die stylishe Gerätecombo dafür umso besser. Die Montage der steckbaren, speziellen Standfuß-Plattform-Kombination für Lader + Netzteil oder nur Lader sollte man tunlichst schon machen, denn der Polaron steht solo auf den eigenen, nicht vorhandenen Beinen etwas schief(!) und könnte so bei leichtem Anrempeln umfallen. Das mitgelieferte Netzteil greift sich deutlich solider an als das Ladegerät.
Display und Benutzerführung

Quelle: flyrc.com
Das Display genügt auch smartphone-verwöhnten Benutzern, der mitgelieferte Stift ist eher den kleinen Controls geschuldet und nicht etwa, weil das Display auf zarten Fingerdruck nicht gut reagieren würde (mechanischer Druck ist aber nötig im Gegensatz zu Handys). Freilich fragt man sich bei heutigen modernen Geräten mit sinnvollerweise immer ähnlicherem User Interface zunehmend, warum sie nicht vernetzt sind (z.B. Bluetooth-Infos vom Lader aufs Handy), wenn sie schon fast gleiche Bildschirme und ähnliches Handling bieten. Dann könnte man auch den kleinen Bildschirm am Polaron argumentieren, wenn das Handy die Hauptbedieneinheit wäre. So aber würde man sich schon einen größeren Bildschirm wünschen. Das Gerät fast in Größe eines Ikea-Zeitschriften-Kartons würde ja genug Fläche bieten. Immerhin geht das Gerät in die richtige Richtung in Bezug auf moderne User Interfaces. Die wichtigsten Infos sind rasch auch aus etwas Entfernung ablesbar.
Die Steuerung des Laders mit dem Finger geht gut, lediglich bei den Options-Buttons (z.B. "Auto/manuell") ist es unnötig umständlich, dass man zuerst den Options-Button anwählen muss und dann noch den richtigen der beiden Scroll-Buttons zum Scrollen innerhalb der nur zwei Optionen suchen muss. Da würde eigentlich der Options-Button allein auch genügen. Auch das Scrollen durch lange Listen (z.B. Stromwerte oder Akku-Plätze) könnte man besser gestalten.
Die netten Blinkanimationen auf der Frontseite des Geräts sind hübsch anzusehen, sie erhöhen freilich nicht unbedingt die Seriosität des Users (Bürotauglichkeit). Es wäre manchmal gut, wenn man den Lader nicht nur akustisch auf silent stellen könnte, auch wenn das coole Klickibunti privat sicherlich auch ein Kaufgrund gewesen sein mag.
Lautstärke
Der Ventilator ruckelt schon bei nur abgerufenen 1 Watt los (1s Walkera bei 0.3 Ampere, ohne Balancer) und knarzt obendrein ein wenig, da das Gehäuse des Polaron aus dem berüchtigten Graupnermodellbauknarzplastik der jüngeren Zeit gemacht ist. Da bin ich von Konkurrenzfirma-Geräten (Jeti, bestimmte Robbe-Geräte) mittlerweile anderweitig verwöhnt. Auch sind Gehäuse und Lüftersteuerung des Netzteils der Polaron Combo wesentlich solider gemacht bzw. sinnvoller gesteuert. Die Lüfter scheinen allesamt nicht temperaturgesteuert zu sein, sondern nach abgerufener Leistung, wobei in dieser Rechnung einige kleine Fehler drin sind. Beispielsweise hört der Lüfter nicht auf zu blasen, selbst wenn das Ladeprogramm fertig ist. Erst, wenn der User auf Stop drückt, ist Ruhe. Während der Lader-Lüfter im ein wenig sinnfreien Ein-Aus-Rhythmus werkelt, hat das Netzteil 10 Lüfterstufen und es hört sich aufgrund des wertigeren Gehäuses auch besser an. Beim Netzteil haben die Programmierer das Lüfter-Delay vergessen, sodass der Lüfter alle Minuten kurz absackt, weil der Lader in diesen Denkpausen kaum Strom abruft (Ladeprogramm-abhängig).
In Summe sind die Lüfter softwaretechnisch im Vergleich zur sonstigen Qualität ein Fiasko: Liebe Graupners, das könnt ihr besser!
Das fröhliche Piepsen ist viefältig einstellbar und abschaltbar. Die 10 wählbaren, recht ähnlichen Melodien können allerdings den gleichen Musiker nicht verleugnen, da könnte man sich ein wenig mehr Vielfalt wünschen, wenn schon wählbar.
Zwischen-Resümee:
Erster Eindruck, bevor es an die Untersuchung der inneren Werte geht:
Das Gerät ist sehr nett und entspricht den Erwartungen. Innovationen darf man sich mit Ausnahme des Displays kaum erwarten.
Fortsetzung folgt...

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