die gestrige Inbetriebnahme meiner neuen Einzelzellüberwachung und die dabei gemachte Beobachtung habe ich zum Anlass genommen, mich etwas in das Thema einzulesen. Und jetzt würde ich es gerne genau wissen...

Aber erst mal ganz von vorne:
Mein Heli fliegt mit fünf Akkus 6s 3000 Ah, drei ältere der Marke "Blau" sind seit mindestens über einem Jahr in Betrieb, zwei Stück der Marke "Weiß" haben erst ein paar Zyklen hinter sich. Den Heli habe ich bisher immer nach Timer geflogen, also die Flugzeit anhand der eingeladenen Kapazität und der Nennkapazität des Akkus ermittelt und dabei großzügig die 80%-Regel berücksichtigt.
Zum Ausprobieren hatte ich am Liposaver zwei Schwellen programmiert: Einmal eine Warnung, wenn ein Spannungspeak unterhalb 3,5 V liegt, zum Zweiten einen dauerhaften Alarm, wenn die Spannung einer Zelle unter 3,6 V fällt. Interessanterweise lösten die "Blauen" alle beim Einfliegen früher oder später die Peakwarnung aus, einer sogar den Daueralarm. Bei den "Weißen" gab der Liposaver jedoch keinen Mucks von sich. Beim Nachladen habe ich nach fünf Minuten Flugzeit in alle fünf Akkus ca.50% geladen, sieben Minuten gehen erfahrungsgemäß problemlos.
Beim heutigen Versuch habe ich die Warn- und Alarmschwellen auf 3,5 V und 3,4 V bei 6:30 min Flugzeit gesetzt. Im Großen und Ganzen war kein Alarm festzustellen, bis auf einen Piepser beim Fahrstuhlfahren. Die "Blauen" konnten mit 66% ihrer Nennkapazität, die "Weißen" mit 70 % nachgeladen werden.
Beim Recherchieren und Nachlesen ist mir klar geworden, dass die Kapazität eines Akkus eine Unbekannte ist: Sie kann größer oder kleiner als der Nennwert sein und ändert sich über die Zeit. Somit ist die Timermethode zur Festlegung und ßberwachung der Flugzeit nicht nur wegen des vom Flugstil abhängigen Leistungsverbrauches, sondern auch wegen der Kapazitätsdrift eines Akkus nicht wirklich geeignet.
Es scheint, als ob die Spannungsüberwachung der Einzelzellen die Methode der Wahl ist, um je nach Akku und Flugstil die sicher mögliche Flugzeit auszunutzen. Leider ist so eine ßberwachung für mich eine Blackbox - weiß der Geier, ob das Ding auch anständig kalibriert ist und wie man die Funktionalität so prüfen und sichern kann, dass sich das Fliegen nach der Uhr erledigt hat.
Momentan spiele ich mit dem Gedanken, die tatsächliche Kapazität der Akkus durch Entladung am Ladegerät experimentell zu bestimmen und dann neben der Spannungsüberwachung den Timer zur Sicherheit mitlaufen zu lassen. Aber welche Entladespannung sollte ich denn da einstellen? 3,0 V?
Und welche Alarmgrenzen sind am Liposaver sinnvoll, wenn sich die Entladekurven von unterschiedlichen Akkutypen unterscheiden? Schließlich will man ja auch noch gemütlich landen bevor der Regler - ja, bei welcher Spannung eigentlich?- den Softcut aktiviert und runterregelt?
Wie macht ihr das, und warum? Bisher hat sich der Timer ja sehr gut bewährt bei mir, aber die Tatsache, das die Einzelzellüberwachung bei älteren Akkus Alarm schlägt, gibt mir schon etwas zu denken.
Gruß,
Rolf


Eingebrannt hat sich unter Last "nicht unter 3,3 V" pro Zelle, was direkt wieder die Frage aufwirft, wie genau denn der Liposaver misst und wie ich das überprüfen kann.
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