Für den einen oder anderen, der mit dem Gedanken spielt einen Atom 500 FBL anzuschaffen, fasse ich hier kurz meine Erfahrungen des kürzlich erfolgten Aufbaus (gestern fertiggestellt - Erstflug steht noch aus) zusammen.
Da es sich hierbei nicht um einen chronologischen Baubericht handelt, werde ich einfach in loser Reihenfolge auflisten, was mir aufgefallen ist.
Warum der Atom? Ich war auf der Suche nach einem robusten und einfachen 500er Trainingsheli als Ersatz für meinen Blade 450x.
Anforderungen waren:
# Standard-Heckservo und nicht am Heckrohr montiert (das ewige Gefummel bei verbogenem Heckrohr nach einem Absturz will ich mir ersparen). Der Wegfall der Streben beim Atom ist noch einmal ein Anreiz gewesen.
# Akkus (3300 - 3600mAh) des 600ers in 6S Konfiguration nutzbar, um nur einen Satz Akkus für alle Helis zu benötigen (damit scheiden alle Fliegengewichte der Klasse, wie etwa der Protos, aus)
# Exotenbonus kann auch nicht schaden - siehe meinen Dune 600E

Folgende Komponenten habe ich verbaut:
Kit: Carbon Chassis mit FBL Kopf
Motor: Compass 5016 1100kv aus dem Kit
Regler: CC Edge 100 (etwas überdimensioniert, um ihn in Zukunft stretchen zu können) am Vstabi Governor
Stabi: Vstabi Mini 5.3 pro
Servos: DS515M auf der TS und SH-1290MG am Heck
Blätter: Align 425F und KBDD 72
Zusätzlich: Siebkondensator, UniSense und Bluetooth fürs Vstabi
1. Chassis:
Bereits vormontiert bis auf die Servos und den Motor. Um diese fehlenden Komponenten allerdings einbauen zu können müssen einige Schrauben wieder gelöst werden. Der Einbau des Motors einfach. Die Servos hingegen werden von Innen verschraubt - entsprechend ist das Positionieren und Festschrauben etwas knifflig aber mit einer Spitzzange und Geduld durchaus möglich
!2. Rotorkopf:
Kam vormontiert aber sehr schwergängig. Beim Zerlegen hat sich gezeigt, dass alles korrekt verbaut und gesichert war. Allerdings wurde nur sehr wenig Lagerfett für die Drucklager und die Kopfdämpfung verwendet. Mit mehr Fett ist nun alles schön leichtgängig und spielfrei. Die beiligenden Scheiben habe ich nicht benötigt, der Kopf war von Anfang an spielfrei.
3. FBL Geometrie:
Ich habe die im Bausatz enthaltenen Servoarme (welche noch aus der FB Zeit stammen) verwendet und musste zusätzliche Löcher (einmal den bestehenden Lochabstand weiter innen) bohren , um auf eine halbwegs brauchbare Auflösung von 80 bei Pitch und eh nur 70 bei Zyklisch zu kommen im Vstabi Setup.
Eine weitere Verkürzung des Hebels am Servo war nicht mehr möglich, da sonst das Gestänge des Nick-Servos an der Taumelscheibenführung anlaufen würde bei maximalem Pitch.
Die sich ergebende, leichte Schrägstellung der Gestänge zur TS sollte kein Thema sein, solange bei Nullpitch in etwa ein rechter Winkel zum Servoarm vorhanden ist. In den Pitch-Endlagen zeigt sich keine Differenzierung.
Trotz des Kompromisses bei der Auflösung habe ich den Cyclic Ring zur Sicherheit auf 70 begrenzt, da sonst bei max. Pitch und max. Nick ein Anlaufen des Nick-Servo Gestänges an der TS-Führung zu provozieren war. (das dies im Flug wohl nicht eintreten wird ist sicher zutreffend, aber der Kopf steuert nun mal den Heli und Unsicherheiten führen da schnell zu Verkrampfung bei mir ;-)).
4. Heck:
Die Blatthalter haben sowohl axiales als auch radiales Spiel (mehr als ich das von anderen Helis gewohnt wäre). Dies dürfte aber gewollt und normal sein, da der Aufbau in Ordnung ist. Durch die Fliehkraft zentrieren sich die Blätter im Flug und das axiale Spiel wird aufgehoben. Darauf, dass diese Fliehkraft auch ausreicht, um das radiale Spiel auf Null zu setzen, muss ich wohl vertrauen.
Trotz Aufreiben der Kugelköpfe (was ja bei allen Kugelköpfen des Helis so und so nötig ist) und Polieren der Welle ist das Heck ein wenig schwergängig, sobald die Blatthalter eingeklipst werden. Werde den Heli jetzt einmal einfliegen und dem Heck ein paar Flüge Zeit geben sich einzulaufen. Könnte mir vorstellen, dass auf Grund des Spiels in den Blatthaltern am Boden eine gewisse Verspannung der ganzen Baugruppe auftritt, die im Betrieb so gar nicht gegeben ist.
Sollte das nicht funktionieren, muss ich wohl noch einmal ran.
5. Akkus und Schwerpunkt:
Ich verwende zum Einen Robbe Roxxy 30C 6S 3300 (565 Gramm) und zum Anderen SLS Xtron 30C 3600 (595 Gramm). Beide Akkus gehen, mit gekürzten Kabeln, gerade noch unter die Haube (die Länge der Akkus ist hierbei der kritische Wert). Da ich den Regler so weit wie möglich nach Hinten gerückt habe, passt der Schwerpuntk mit diesen Akkus genau (eventuell ein ganz kleines bisschen kopflastig mit den SLS).
6. Gewicht:
Mit den Roxxys komme ich auf 2,1kg Abfluggewicht komplett, was schon eine ganz schöne Ansage ist. Die Flächenlast ist damit sicher über dem Durchschnitt. Die Auswirkungen werden sich im Flug zeigen (oder auch nicht). Da ich aber eher ein Freund von dynamischem, weiträumigerem Kunstflug bin erwarte ich nicht zu viele Einschränkungen leichter Wind sollte mit dem Kampfgewicht kein Thema sein
.Wird der Heli auf 515er Blätter gestretcht dreht sich dieses Bild natürlich sofort und er wird zu einem Leichtgewicht.
Zusammenfassung:
Alles in Allem ein relativ günstiger, simpler und einfach zu bauender Heli, der einen sehr robusten Eindruck macht. Lediglich ein paar Details wie die grenzwertige FBL Geometrie und der Servoeinbau kosten Nerven und Zeit.
Hier noch zwei Bilder des fertig aufgebauten Helis:
2014-05-15 08.23.19.jpg - directupload.net
2014-05-15 08.22.30.jpg - directupload.net
Sobald ich den Erstflug hinter mir habe, werde ich berichten. Könnte nur leider noch ein paar Tage dauern, da es im Moment ganz schön stürmt hier.
Lg, Matthias








Kommentar