seit der Messe in Dortmund bin ich auch Besitzer eines 130X.
Als ich ihn kaufte war mir klar, dass er nicht nur fliegerisch eine Herausforderung ist. Es gibt ja genügend (negative) Erfahrungen dazu.
Die ersten Flüge verliefen relativ unauffällig und zufriedenstellend, aber das Rappeln, das eindeutig vom Heckrohr kam, ...
Ich habe dann das Heck zerlegt. Au Mann. Ein 1,5mm Stahldraht, fast 200mm lang in einer 2,0mm Bohrung. Und nur an den Enden gelagert. Das kann es nicht sein.
Hier meine Lösung:
Ausgangsbasis ist ein Messingrohr vom großen C mit 1,4mm Innendurchmesser und 2,0mm Aussendurchmesser.
Der Aussendurchmesser muß auf ca. 1,95mm heruntergeschliffen werden. Dies geht, wie auf Bild-01 zu sehen ist, sehr gut, wenn es in einer Standbohrmaschine eingespannt ist. Ich habe dazu eine kleine Feile verwendet und gleichzeitig mit dem Finger auf der gegenüberliegenden Seite gegengehalten. Schmiergelpapier geht sicherlich auch.
Eine Standbohrmaschine ist kein Muß. Ein Akkuschrauber, der eingespannt ist, geht sicherlich auch.
Wenn man den Aussendurchmesser scheift, am besten immer wieder mal messen und mit dem Heckrohr prüfen.
Zusätzlich muß das Röhrchen innen auf 1,5mm aufgebohrt und auf ca. 10mm abgelängt werden (Bild-02). Benötigt werden zwei dieser Röhrchen. (Auch das geht vorsichtig mit einem Akkuschrauber, Röhren in den Akkuschrauber, und Bohrer in einen Schraubstock spannen. Wichtig: Gefühl walten lassen!!)
Jetzt mal kurz auf Bild-05 schauen.
Der Bohrungsdurchmesser war noch etwas zu klein, sodass die Heckwelle nicht leichtgängig in den Röhrchen zu drehen war. Der obere Draht ist ein normaler Federstahldraht, der Durchmesser ist ca. 0,04mm größer als der der Heckwelle.
Durch den Anschliff (auf der linken Seite) habe ich mir eine ganz einfache Reibahle hergestellt, mit der ich den Innendurchmesser der Röhrchen entsprechend weiten konnte.
Diese Röhrchen werden später in den Heckausleger geschoben. Wenn sie den richtigen Aussendurchmesser besitzen, geht das mit ganz sanfter Gewalt.
Um sie zu fixieren habe ich an den entsprechenden Stellen das Heckrohr auf ca. 3mm Länge angeritzt. Dazu habe ich mir ein Cutter-Messer, wie in Bild-03 dargestellt angeschliffen. Dann das Messer vorsichtig, hin- und herschiebend, in den Heckausleger gedrückt. Dadurch entsteht ein minimaler Spalt, durch den man später das Messingröhrchen sehen kann.
Die entsprechenden Positionen am Heckrohr seht ihr in Bild-04, markiert mit weißem Isolierband.
Die Röhrchen werden an die passende Position geschoben und von aussen mit dünnflüssigem Sekundenkleber verklebt.
Vielleicht wäre es auch möglich, auch nur ein Messingröhrchen zu verwenden. Bisher funktioniert dies Variante aber so gut, dass ich es erst mal nicht testen werde.
Wichtig ist aber: Ein einziges Lager darf nicht exakt mittig positioniert werden.
Leider lief bei mir die Heckwelle dann doch nicht leichtgängig. Scheinbar war die Achse der beiden Lagerröhrchen nicht 100% fluchtend.
Deshalb habe ich mir eine weitere "Reibahle" (wenn man es so nennen darf)hergestellt.
Da diese "Ahle" eigentlich nur mit dem Grad schneidet, habe ich einige Anschliffe, die ich mit dem Dremel gemacht habe, ausprobiert. Das kann man ansatzweise unten auf Bild-05 erkenn. Nach unzähligen "Schleiforgien" mit dem Dremel konnte ich die Heckwelle mit zwei Fingern ganz leicht in Drehung versetzten.
Da mir das ganze zu umständlich erscheint, habe ich mir für weitere Tests 1,55er Bohrer bestellt.
Evtl. hat man dann zwar ein, zwei Hundertstel mehr Spiel, ich denke aber, dass dies nichts ausmacht, die Herstellung aber um einiges vereinfacht.
Ich habe jetzt 25 Akku mit dieser Modifikation durch. Ein "Rappeln" kann man absolut nicht mehr ausmachen, Vibrationen vom Heckrohr gibt es bisher nicht.
Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Probleme durch diesen Mod ausgeschlossen werden können. Ich habe allerdings noch mein Heckservo "unter Beobachtung". Das hatte anfangs arge Probleme. Beim Pitchen 270° Auslenkung mit anschließender Rückdrehung waren kein Problem. Seit ich die Heckwelle gelagert habe, ist das Problem deutlich weniger geworden. Aber das Heckservo hat viel Spiel und der Anlenkhebel kippt immer mal wieder mit einem leichten Knacken.
Diese Lösung von freakystylesz:
[130X] Konstruktion für ein drittes Lager im Heck - RC-Heli Community
ist auch sehr schick. Keine Frage. Allerdings nicht mit normalen Hilfsmitteln zu machen.
Gruss Reimund


Kommentar