Vorab möchte ich anmerken, dass wesentliche Ideen aus dem -mcp X Erfahrungsbericht" Thread stammen. Z. B. probiert ManuMunich dort als Erster die Verstärkung der Haubenhalter aus. Die Grundlage für die Bodenplatte ist die .pdf von Helicopterus aus den -How To".
Nun zum Thema: Vor meinem ersten Brushless Umbau war ich in der gleichen Situation wie jeder Umbauwillige. Nehme ich einen Original- oder einen Tuningrahmen. Als Tuningrahmen kam nur der MH Rahmen in Frage. Nachdem ich aber auch einen gebrochenen Tuningrahmen gesehen habe, dachte ich mir, ich probiere es erst einmal mit ein wenig Bastelei. Bestellen kann man ja immer noch, und der Umbau des Rahmens kostet umgerechnet weniger als 25 Cent. Das macht einen Brushless Umbau wirklich sehr erschwinglich. Bei Asteroid Designs gibt es auch Karbonverstärkungen zu kaufen, mit denen man fast den gleichen Effekt erzielen kann. Bei dieser steht die obere Rahmenverstärkung beim Basteln im Weg. Daher bin ich bisher bei der hier vorgestellten Lösung geblieben.
Gesagt getan und seitdem noch kein einziges Mal das Bedürfnis gehabt, einen Tuningrahmen zu benutzen. Natürlich hat ein Tuningrahmen die Möglichkeit die Servos zu drehen und besitzt noch einige kleine Vorteile. Aber wenn man das nicht unbedingt braucht, reicht ein verstärkter Originalrahmen für jeden Umbau aus, egal mit welchem Motor. Ich habe hier schon oft von nach Stürzen beschädigten Servos gelesen, selbst mit eingebauten Distanzen. Ich habe diesbezüglich noch keine Anzeichen von Beschädigungen gefunden und mein Heli hat schon einiges mitgemacht.
Schnell kristallisierte sich heraus, dass das wesentliche Ziel des Umbaus ist, ein verziehen des Rahmens bei Lastwechseln zu verhindern. Oder gar wobbeln durch ungünstige Vibrationen zu vermeiden. Von der erhöhten Haltbarkeit bei Abstürzen ganz zu schweigen.
Da der Microheli Rahmen 3,95gr wiegt, kann die verstärkte Version mit nur 3,2gr hier auch noch ein Ass ausspielen. Das Mehrgewicht von nur 0,7gr gegenüber Originalrahmen ist hinsichtlich der 3D Turnqualität noch gut vertretbar. Die Steifigkeit ist im Vergleich zum Microheli Rahmen sogar besser.
Das Gewicht des originalen Rahmens
Das Gewicht des verstärkten Rahmens
Zu Testzwecken musste ein ausrangierter alter Rahmen herhalten. Nach dem Freiräumen des Motorraums erkennt man bei Biegeversuchen schnell, dass neben der Bodenplatte auch die oberen Querstreben Richtung HRW sehr stark nachgeben, wenn man Kräfte auf die Hauben- oder Platinenhalter ausübt.
Benötigt werden:
- CFK Platte 0,5 - 0,8 mm stark. Auf die Platte wird im -How To- sehr gut eingegangen (ich habe die Platte aus einem Drachenladen)
- CFK Stab 1,0 - 1,5 mm stark
- Ca. 1,6 m Bindfaden, oder irgend einen Garn
- Die Schablone von Helicoterus aus den -How To- von UlliZ
- Guten Kleber, ich benutze für alles am Rahmen mittlerweile UHU Endfest 300
- Eine Staubmaske (Karbonstaub ist Feinstaub und Gesundheitsschädlich)
- Einen Dremel mit Trennscheibe, Bohrern und Fräskopf
- Eine Klinge z. B. ein Cutter Messer
- Eine Schieblehre
Bevor ihr anfangt zu basteln, lest euch bitte im bisher viel zitierten -How To-, die Herangehensweise von UlliZ genau durch. Da werden so einige Fragen geklärt, die aufkommen, weil die Bodenplatte im wesentlich auf der dort Erwähnten basiert.
Da Bilder mehr als tausend Worte sagen, habe ich diesen Thread hier mal üppig bebildert. Derjenige, der es nachbauen möchte, wird sich bestimmt freuen.
Die Schablone ist jene von Helicopterus, die im -How To- zu finden ist. Sie wird einfach mit Tesafilm auf die Karbonplatte geklebt. Die Schablone ist vorne etwas gekürzt. Da nur die 0,7mm überstehen müssen, um die Frontverstärkung vorne mit zu verkleben. Wenn man zwischen dem Rahmen und der Platine noch einen ESC unterbringen will, ist man da um jedes bisschen Platz dankbar. Ein Dremel ist beim Rahmenumbau schon nur für die groben Sachen und zum Bohren zu gebrauchen. Ein scharfes Messer reicht da für die meiste Arbeit.
Um das Ritzelspiel einzustellen, werden Langlöcher benötigt. Ich habe die originalen Bohrungen vorsichtig mit einem 1,2mm Bohrer zwischen den Fingern nach vorne lang gefeilt. Da die originalen Schrauben des Motors, den Motor im Rahmen halten, habe ich ca. 3mm große Löcher gebohrt. Die Löcher liegen genau in der Mitte, der auf der Schablone gekennzeichneten Haltelöcher. Vorbohren hilft.
Wichtig ist, dass an der vorderen Landegestellaufnahme ein wenig Material für den Schraubenkopf der vorderen Motorschraube weg genommen werden muss. Siehe folgendes Bild. Da habe ich mit einem 1,5mm Bohrer ca. 1mm weg gefräst und die Kante an der Bodenplatte mit einer Klinge plan gemacht.
Damit der Stab für die vordere Haubenhalterverstärkung gut aufliegt, muss etwas von dem Platinenhalter weg gefräst werden. Dieses macht man, damit der Halter sich nicht ungünstig verzieht und als Stütze fungieren kann.
Mit einem Dremel der mit Trennscheibe, Fräskopf und einem 3mm Bohrer ausgestattet ist, werden folgende Karbonteile angefertigt:
- 3 Stücke Karbonstab - 1 x 31mm; 2 x 14mm
- Die Bodenplatte
- 4 Karbonplätchen - 1 x 5,5mm x 7mm; 1 x 5,5mm x 14mm; 2 x 3mm x 14mm
So sieht die Bodenplatte vor dem Anpassen aus. Jetzt müssen die Löcher noch nachbearbeitet werden, so dass die Platte, ohne etwas zu behindern, an dem Rahmen angebracht werden kann. Einfach mal auf den Rahmen stecken und gucken, es muss bestimmt noch etwas nachgearbeitet werden. An den Landegestellaufnahmen möglichst eng bleiben. Das hilft der Stabilität.
Die Karbonstäbe mit einem kleinen Tropfen Sekundenkleber am Rahmen anbringen und mit Garn umwickeln. Zur Fixierung fehlt noch ein guter Kleber. Ich benutze, wie oben bereits erwähnt, UHU Endfest 300. Das sieht am Ende nicht so schön aus, funktioniert aber echt super gut. Achtung, der Kleber ist recht flüssig, deswegen aufpassen. Noch positiver Effekt ist, dass die Taumelscheibenführung viel steifer ist.
Da ich schon abgebrochene Platinenhalter als Schaden hatte, ist es hier nur sinnvoll die Wicklungen um den Platinenhalter mit herum zu wickeln und diese ebenfalls mit Kleber benetzen. Dies ist besonders wichtig, da wir diese ja für die Verstärkung geschwächt haben.
Die angeraute Oberfläche der Stirnseite hilft nachher beim Haften des Klebers.
Aus Forum-Foto-Regelgründen geht es weiter im nächsten Beitrag...






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