nachdem ich einige Besonderheiten beim Umbau meier eSky Lama-V3 auf die Alu-Rotorkopfteile und -Blatthalter hatte, wollte ich mal hier kurz berichten. Vielleicht hat jemand anderes ja auch das Problem...
Zunächst vielleicht mal, wie das eigentlich aussehen sollte, wenn´s fertig ist:

Und hier der Stein des Anstosses:

Vorgehen:
1) zunächst den Heckausleger, Rotorblätter, oberen Rotorkopf, Paddel, etc. demontieren.
2) die innere Welle (mit dem eigentlichen, oberen Kopf dran) entfernen, indem unten an dem Zahnrad die beiden Madenschrauben herausgedreht werden. Anschliessend den oberen Kopf mit der inneren Welle nach oben rausziehen.
3) der schwarze Kopf an der äusseren Welle kann nach oben abgezogen werden
4) Anlenkstangen von der Taumelscheibe entfernen
5) den unteren Rotorkopf an den 4 Schrauben lösen und nach oben abziehen
6) Taumelscheibe ebenfalls nach oben abziehen
7) neue Alu-Taumelscheibe aufsetzen (mit spezial-Metall-Lageröl alle Metall-Metall-Kontakte LEICHT ölen)
8 ) die beiden Teile des unteren Alu-Rotorkopfes in richtiger Reihenfolge von oben aufschieben und mit den Madenschrauben (die beiden oberen) in vorgesehenen Löcher in der äusseren Rotorwelle verschrauben.
9) den unteren Teil nach oben (an den oberen Teil des unteren Rotorkopfes) ansetzen, ausrichten und mit den beiden Madenschrauben fixieren
10) Anlenkstangen einfädeln und mit Kunststoff-Lageröl LEICHT ölen.
11) mit unteren Anlenkstangen die TS neu ausrichten (siehe unten).
12) schwarzes Kopfstück der äusseren Rotorwelle wieder aufsetzen, evtl. mit Sekundenkleber fixieren, falls lose (wird eigentlich von dem oberen Kopf gehalten)
13) den oberen Kopf mit der neuen inneren Welle einsetzen, leicht mit Metall-Lageröl ölen.
14) am Boden das Zahnrad wieder aufsetzen und die Madenschrauben GANZ LEICHT anziehen, bis zum ersten spürbaren Widerstand.
15) oberen Rotorkopf leicht drehen, dabei die Madenschrauben unten leicht weiter anziehen und in den Drehungen die Einbuchtung für die Schrauben in der Welle "erspüren". Wenn diese gefunden ist, die Schrauben fest (nicht zu fest , nach fest kommt ab!) anziehen.
16) Die Blatthalter aus den beiden Einzelteilen an den Rotorköpfen zusammensetzen. Bei der Verschraubung unbedingt ein Verkannten vermeiden! Wenn es schwer geht, lieber wieder raus und nochmal gerade neu.
17) Paddel und Rotorblätter wieder einsetzen
18) Alle Anlenkstangen auf leichten aber festen Sitz prüfen!
19) Die Servos vorsichtig in die jeweiligen Endpositionen bringen und in allen Varianten die volle, leichtgängige Drehung der Taumelscheibe und aller beweglichen Teile kontrollieren. Gegebenenfalls (siehe unten) Kontaktstellen durch Umbaumaßnahmen beseitigen.
19b) Foto vom Heli machen
20) Heli in Betrieb setzen. Von unten festhalten (AUF ROTOREBENENKONTAKT aufpassen!) und ganz ganz langsam den Pitch-Knüppel steigern, bei VOLLEM HECKROTORAUSSCHLAG. Es beginnt sich lediglich eine Rotorebene zu drehen. Dann mit dem anderen Knüppel alle Taumelscheibenbewegungen testen.
21) Pitch raus, ANDERE RICHTUNG VOLLER HECKROTORAUSSCHLAG und wieder vorsichtig "Gas" geben. Selber test wie oben.
22) Pitch wieder raus, KEIN HECKROTORAUSSCHLAT und das ganze erneut. Anschliessend langsam das Gas erhöhen und VORSICHTIG die Taumelscheibenbewegung bei Teil- bis Volllast testen. VORSICHTIG BEI HOHER DREHZAHL!
23) Heli mit viel Platz drumherum auf ebenen Untergrund, Indoor oder 0 (0 nicht wenig!) Wind, und los gehts

23b) Foto machen
24) Foto 19b) oder 23b) hier einstellen, je nachdem, ob zwischen 19 und 24 "Kontakt" hergestellt wurde

Leider gibt es ein kleines Problem, da die Alu-Taumelscheibe etwas anders proportioniert ist, weshalb sich die Anlenkung ändert:

Die erste Anfrage bei Freakware ergab, dass das noch nie vorgekommen sei.
Nachdem ich Bilder und Details gesendet habe hiess es dann: "Na da müssen Sie halt etwas Basteln und Löten".
Scheint also doch nicht so etwas besonderes zu sein, jedenfalls ist die Garantie damit dann wohl futsch...
Die Anlenkstangen müssen so weit herausgeschraubt werden, das bei mittiger Servostellung die Taumelscheibe in der Waage steht, sowohl von hinten betrachtet, als auch von der Seite.

Das Problem dass sich nun (bei mir) eingestellt hat, besteht in einem Treffen der Kugelköpfe mit den Lötpunkten an den Motoren bei vollem Servoausschlag:


Dies habe ich so gelöst:
1) die Kondensatoren und Anschlussleitung ablöten, mit Lötsauglitze das ganze Zinn entfernen. Dabei keinen zu kleinen Lötkolben benutzen (30W wäre gut), da durch die großen Metallflächen der Motoren die Wärme gut abgeleitet wird. Bei kleineren Lötkolben muss man dann sehr lange draufhalten, was die Bauteile belastet.
2) den Motorenanschluss nach hinten (von der Rotorwelle weg) biegen
3) die Kondensatoren und das Kabel von "hinten" wieder an die umgebogenen Motoranschlüsse löten. Dabei sollte man den Kabelweg gegebenenfalls anpassen, damit die Taumelscheibe niemals die Kabel berühren kann. Beim Anlöten am besten einen aufgeschnittenen Schrumpfschlauch zwischen die Lötstelle und den Motor legen, damit auf keinen Fall später ein elektrischer Kontakt hergestellt wird (auch nicht bei etwaigen Vibrationen). Nach dem Löten die "Abstandhalter" wieder entfernen.

So sieht das doch schon besser aus...
Die Gewichte aus den Paddeln habe ich später noch entfernt, dadurch wird die Lama um einiges quirliger. Macht jetzt richtig Spass (natürlich mit den gegebenen Koax-Einschränkungen).
Funktioniert super und sieht doch toll aus, viel Spass beim Nachmachen!






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