Die Verpackung ist gut dimensioniert, sodass Transportschäden eigentlich nur durch Gewalteinwirkung entstehen könnten. Leider legt Walkera keine Akkus für den Sender bei, somit ist der Heli nicht wirklich ready2fly.
Also Akkus besorgt, Flugakku geladen und derweil die Anleitung studiert. Leider fällt diese nur seeehr kapp aus. Das einzig ausführliche sind die Sicherheitshinweise. Zunächst habe ich mit Hilfe der Anleitung versucht den Sender auf Mode 1 umzubauen. Ich fliege unregelmäßig seit mehreren Jahren Flächenmodelle und bin diese Knüppelbelegung gewohnt. Mit dem richtigen Werkzeug ist der Umbau kein Problem. Für den Sender würden Innensechskant Schrauben verwendet, der Heli wird überwiegend von Kreuzschlitzschrauben verschiedener Größen zusammengehalten. Ein Satz kleiner Schraubenzieher sollte also vorhanden sein, ansonsten empfiehlt sich die Anschaffung.
Dann war es soweit� Akku in den Heli, Sender eingeschaltet und dann mit zitterigen Fingern versucht den Stecker am Akku des Heli mit der Buchse zu verbinden. Hat natürlich nicht auf Anhieb geklappt, sodass die Bindung zwischen Sender und Heli nicht zustande kam. Das Problem ist, dass der Stecker einerseits nicht ganz leichtgängig in die Buchse geht und das Kabel auch ein wenig länger sein dürfte, und vor allem andererseits man den Heli nicht allzu fest anpacken möchte, um die dünne Haube nicht zu beschädigen.
Ich habe mir nun angewöhnt zuerst den Stecker in die Buchse zu stecken, gerade so weit, dass noch kein elektrischer Kontakt hergestellt wird, und erst dann den Sender einzuschalten. Anschließend bracht man das Paar am Heli nur noch zusammenzudrücken. Klappt immer!
Der Funktionscheck Nick und Roll bei ausgeschaltetem Motor war vielversprechend und so habe ich den Heli mit einer Hand an den Kufen festgehalten und mit der anderen Gas gegeben. Beide Motoren laufen relativ ruckel frei an und der Heckrotor reagiert auf seitliche Drehbewegungen mit Erhöhung bzw. Verminderung der Drehzahl. Schein also alles OK zu sein.
Als nächstes habe ich mir ein Landegestell aus zwei überkreuzten Kohlefaserstäben mit Gummibändern unter die Kufen geschnallt, das Wohnzimmer weitestgehend leer geräumt und den Heli mittig auf der freigewordenen Fläche positioniert. Langsam Gas geben und erschrocken wieder zurücknehmen. Ich hatte erwartet, dass der Heli langsam abheben würde, leider zog er nur ziemlich schnell nach links weg. Also Spielchen wiederholt und das gleiche Ergebnis eingefahren. Ich habe es dann auf die Trimmung geschoben und diese in mehreren Versuchen bis auf Anschlag nach rechts gestellt. Zum Glück war dann der Akku leer und ich habe mich auf die Suche nach dem -Fehler- per Internet Recherche machen können.
Mit vollem Akku und tieferen Einblicken in die Flugphysik eines Helikopters bin ich dann an die nächsten Versuche gegangen. Die zweite Akkuladung habe ich vollständig damit verbracht über den Boden zu rutschen und den Heli wieder neu im Raum zu positionieren. Bereits bei der dritten Ladung habe ich mich überwinden können für wenige Sekunden abzuheben. Das bekam eine (glücklicherweise leere) Wasserflasche auf dem Wohnzimmertisch sehr schmerzhaft zu spüren�
Nach und nach wurden die Flüge immer länger und nach etwa 15 Akkuladungen konnte ich die komplette Flugzeit mit Heckschweben in der Luft verbringen. Meine Erkenntnisse hieraus waren, dass mein Landegestell völlig überdimensioniert, sich meine Definition von eigenstabilem Flugverhalten grundsätzlich von der von Walkera unterschied und dass die Ersatzrotorblätter wider Erwarten immer noch in der Verpackung lagen.
Im Detail bedeutet das:
Der Heli ist so eingestellt, dass er immer nach vorne zieht. Selbst wenn die Trimmung ganz zurückgenommen wird hat er noch immer diese Tendenz. Ich habe dazu folgende Modifikationen vorgenommen. Aus meinem Landegestell habe ich einen 50cm langen Stab abgesägt und diesen Quer über die hinteren Enden der Kufen gelegt und mit Gummibändern fixiert. Das reicht um umkippen und seitliches anschlagen zu verhindern und verlegt den Schwerpunkt geringfügig nach hinten. Desweiteren habe ich um den Stabilisator am Heck einen ca. 5 cm langen Streifen TesaMoll geklebt. Das schont den Laminatboden und bringt eine weitere Korrektur des Schwerpunktes. Zu guter Letzt habe ich einen anderen Akku verwendet. Das war eigentlich eher aus der Not geboren, dass mein local Dealer keinen originalen Akku im Bestand hatte. Ich habe hier den DYMOND V-850 von Staufenbiel für mich entdeckt. Der passt von den Steckern her zu dem vom Walkera, lässt sich mit dem beiliegenden Ladegerät laden und bringt trotz der kleineren Kapazität kaum Einbußen bei der Flugzeit. Wenn man diesen Akku ganz hinten in dem Schacht positioniert stimmt der Schwerpunkt und der Heli lässt sich fast ohne Steuerkorrekturen auf der Stelle halten.
Ich habe nun mittlerweile sicherlich über 100 Akkuladungen verflogen (Besonders gut war die Woche als meine Frau im Urlaub war�
) und bekomme das Nasenschweben schon relativ stabil hin. Mein Ersatzteilverschleiß belief sich auf die Halterung für die Kufen, die ich mir bei einem Outdoor Flugversuch abgebrochen habe, einem Heckrotor und einem Heckmotor. Hauptmotor und Hauptzahnrad habe ich ebenfalls getauscht, auch wenn es vielleicht noch nicht notwendig gewesen wäre. Ich denke dies sind auch die größten Verschleißteile, die man sich auf Lager legen sollte. Ich empfehle zusätzlich noch einen Schraubensatz, da die Schrauben aus relativ weichem Material sind und die Schlitze schnell abnutzen. Der Hauptrotor hingegen ist sehr stabil. Ich bin schon etliche Male angeschlagen und bisher ist nur an den Kanten ein wenig Farbe abgeplatzt.Zum Fliegen ist zu sagen, dass man in der Wohnung sehr gut das Schweben trainieren kann. Für -Rundflüge- besteht ein zu großer Platzbedarf. Wenn man draußen fliegen will, sollte es absolut windstill sein. Schon der kleinste Hauch haut den kleinen aus der Bahn. In der Sporthalle macht er hingegen richtig Spaß!!!
Bin mal gespannt wer ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gesammelt oder Fragen hat.
Gruß
Björn

Jetzt heißt es fleißig fleißig üben und dann auf zu neuen Herausforderungen
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