seit SAB bekannt gegeben hat, einen "klassischen" FBL Kopf rauszubringen, kann man immer öfters lesen, dass der DFC Kopf eine Fehlkonstruktion sei und SAB diesen Fehlgriff nun versuche zu korrigieren.
Der DFC wird aber weiterhin bleiben und der HPS Kopf steht lediglich eine Option da.
Zumindest ist es das, was ich gelesen habe.
Ich werde versuchen möglichst objektiv auf die Vor- und Nachteile der beiden Köpfe einzugehen und darauf näher eingehen, für wen welche Option geeigneter sein könnte. Denn beide Varianten haben ihre Darseinsberechtigung, soviel schon einmal vorweggenommen.
Nach dem Baubericht, folgt weiter unten ein Flugbericht mit Résumé:
Persönlich hätte ich garnicht von DFC auf HPS gewechselt, da ich durch die verstärkten Chassisplatten keinerlei Wobbeln mehr hatte und auch sonst mit dem Flugeigenschaften sehr zufrieden war und ich mich sehr wohlfühlte beim Fliegen.
Dennoch war ich neugierig und es gehört zu einem Teampiloten ja auch dazu, Material zu testen und so freute ich mich sehr als die Woche das Paket ankam.
Auf der Rückseite von der Verpackung stehen die Vorzüge des HPS Kopfes und so viel es mir doch etwas leichter mich nicht an den Leitspruch "never touch a running system" zu halten


SAB typisch war alles sauber in durchnummerierten Tüten verpackt, so dass keinerlei Fragen beim Bau aufkommen, wenn man sich an die Bauanleitung hält.
Die Aluteile passten alle perfekt und wenn ich die Schrauben richtig festzog, ging alles leichtgängig und absolut spielfrei. Die Dämpungsgummis fettete ich ordentlich. Richtig, Plural. Wird beim DFC ein einzigster harter Gummi verwendet, sind es beim HPS ein Ring und ein Gummi, der wie eine Buchse diesen Ring "aufnimmt".
Gut gefettet (zähes Kugellagerfett) stand nach kurzer Bauzeit mein Goblin auch schon mit dem HPS Kopf da. Als Vorspannung waren die in der Anleitung vorgeschlagenen 1,2 mm Shims perfekt.
Mit der Schiebelehre konnte ich bei den Anlenkungen von den Servoarmen zu der Taumelscheibe mit genau 18,6 mm messen (Anleitung schlägt 18,5 mm vor) und die Anlenkungen von der Taumelscheibe musste ich für perfekte 0 Grad Pitch auf genau 74,9 mm einstellen.
Scheinbar wurde die Anleitung auf die JR 8925 HV Servos "getrimmt", da mit anderen Servos scheinbar etwas andere Werte für die 0 Grad Pitch nötig sind, wie ich hier im Forum lesen konnte.
Das wars mit dem "Baubericht". Das einzigste was einem schon vor dem Fliegen neben dem einen Zentimeter höher bauenden Zentralstück und der anderen Optik durch den Mitnehmer auffällt ist, dass die Haube schwerer drauf geht.
Tipp: TS vor dem aufziehen auf vollen negativ Pitch stellen und die Rotorblätter nicht wie beim DFC 90 Grad zur Flugrichtung stellen, sondern 45 Grad.





Edit by Mod: Bilder mit 800px Kantenlänge sollten auch reichen...
Flugbericht:
Hingestellt, hochlaufen lassen, vor erreichen der 1600 RPM abheben und ... er wobbelt

Spurlaub korriegiert, nochmals hingestellt hochlaufen lassen, vor erreichen der 1600 RPM abheben und ... er wobbelt null, sondern steht super ruhig in der Luft

Dann die übliche Prozedur. In allen Drehzahlen Test auf Stopverhalten, Ansprechverhalten, Drehraten, Präzision und Laufruhe.
Die Laufruhe war in allen Drehzahlen hervorragend, er flog sich auch sehr präzise, aber das Ansprechverhalten und das Stopverhalten waren im Vergleich zum DFC ernüchtern.
Er Beschleunigte spürbar langsamer und das Einrastverhalten bei weitem nicht so brutal hart und auf dem Punkt, wie beim DFC.
Das mag jetzt ziemlich negativ klingen, aber ich beziehe das auf sehr hart und schnell geflogendes 3D, wie zum Beispiel Viergezeitenflips und vorallem ultra schnell geflogene Seitentiktoks. Es fällt nur auf, wenn man ein "scharfes" Fbl-Setup fliegt und entsprechend knüppelt.
Da ich es aber gerne mal mit 2300 RPM es krachen lassen möchte und auch bei niedrigen Drehzahlen manchmal "eckig" fliegen möchte, fühlte ich mich mit dem HPS nicht so wohl. Erstaunlich, was ein ein Zentimeter höherer Kopf und eine weichere Dämpfung bewirken können.
Der Michael hat es mal treffend formuliert, weshalb ich mal so frei bin und ihn zitiere:
Vstabi hat den Optimierer von 55 auf 59 hochgezogen, was auch ein Zeichen dafür ist, dass meine sehr hohen Drehraten und Beschleunigungswerte nicht mehr ausreichend umgesetzt werden können.
Zu Hause überlegte ich, was ich machen sollte. Ich habe das Glück, dass es mir trotz Teampilot freigestellt ist, welchen Kopf oder Setup ich fliege. Sollte ich wieder zurückrüsten auf DFC?
Da mir der Aufbau vom HPS so gut gefällt und die absolute Spielfreiheit, wollte ich nicht so schnell aufgeben.
Also baute ich die weiche HPS Dämpfung aus, verbaute die harte Dämpfung vom DFC, die ich seit März 2012 fliege und erhöhte die Vorspannung auf 1,4 mm, was aber bei neuen DFC Dämpfungsgummis eher den 1,2 mm entsprechen dürfte.
Damit war die Kopfdämpfung wieder bretthart und auf DFC Kopf mit dem einzigen Unterschied, dass ich Null Spiel hatte, eine andere Optik und eben statt 152 mm Abstand an der Blattspitze zum Heckrohr eben 162 mm.
War wenn man die Tipps aus dem rund um den Goblin - RC-Heli Community befolgt schon damals ein Bladestop nahezu unmöglich, ist es nun mit dem HPS Kopf m.E. nach absolut ausgeschlossen, egal wie sehr man einen provoziert, wenn man mit passernder Drehzahl unterwegs ist.
Ich war sehr gespannt auf die Flugeigenschaften:
Die Pirouetten wie an der Schnur gezogen, das Einrastverhalten und das Ansprechverhalten wieder extrem knackig und unglaublich direkt am Knüppel.
Dennoch keinerlei Wobbeln, wobei ich denke, dass ohne die verstärkten Chassisplatten (2,5 mm) es durchaus möglich ist, dass er wieder wobbeln würde. Zumindest wäre dies bei der extrem harten Dämpfung logisch.
Bei extrem schnellen SeitenTikToks mag ich mir einbilden, dass die mit dem DFC noch etwas schneller gingen, aber wenn überhaupt ist der Unterschied marginal.
Jedenfalls fühle ich mich beim harten, schnellen und tiefen 3D wieder pudelwohl und werde vorerst den HPS behalten, da ich die H0032 austauschen müsste, da sie nun nach einer Saison etwas ausgeschlagen sind.
So komme ich auch zu dem Résumé:
DCF:
+ Optik
+ Flugeigenschaften bei höheren Drehzahlen und hartem 3D
+ auch bei niedigen Drehzahlen relativ knackiges Fliegen möglich, sofern kein störendes Wobbeln vorhanden ist
+ leichte Reperatur beim Chrash
- ohne verstärktes Chassis hohe Neigung bei bestimmten Drehzahlen zu wobbeln (vor allem im Bereich von 1400-1600 RPM)
- Anfälliger für Baufehler und Folgefehler
- Bedarf sorgfälltiger Wartung, insbesondere auf sicheren Sitz von HC146-S, korrekten Sitz der Kugelpfannen, aller Schrauben und guter Fettung mit zähem Fett der Teile H0032 und H0033, damit die Gewinde nicht ausschlagen
- für viele störendes Spiel, da Verdrehen der Taumelscheibe nötig um Verspannungen zu vermeiden. Wirkt sich aber m.E. nicht negativ auf die Flugeigenschaften aus
- stahlupdate der H0081 sehr empfehlenswert oder umbedingt nach jedem Chrash austauschen
-Boomstrike gefahr, wenn diese Dinge nicht beachtet werden und nicht mindestens 145 mm eingehalten werden (ich empfehle ca. 150 mm)
HPS mit originaler weicher Dämpfung
+ hohe Laufruhe
+ Wobbelneigung wird über den gesamten Drehzahlbereich deutlich reduziert
+ Spielfrei
+ sehr präzises Fliegen bei gemäßigten Steuerbewegungen
+ sehr wartungsarm und unkompliziert in der Handhabung
- Haube geht schwerer drauf
- nicht so knackiges Ansprechverhalten und Stopverhalten bei hart geflogenen Flugfiguren
- mögliche Drehraten etwas geringer
+- beim Crash* hoffe ich kann euch längere Zeit keiner Erfahrung mitteilen

HPS mit DFC Dämpfung
+ extrem knackiges Flugverhalten, wie bei DFC
+ auch bei niedrigen Drehzahlen, wenn kein störendes Wobbeln vorhanden ist
+ sehr präzise im Extrembereich steuerbar, da er sprichwörtlich "direkt am Knüppel liegt"
+ Boomstrike ausgelößt durch harte Flugmanöver m.E. nach absolut ausgeschlossen.
+ wie HPS mit originaler Dämpfung spielfreiheit, wartungsarm ....
- Optik
- Haube geht schwerer drauf
Für wen welchen Kopf:
Wer den Goblin eh nur mit hohen Drehzahlen fliegt, es gerne krachen lässt und mit dem Wobbeln eh keine Probleme hat, für den besteht eigentlich kein Grund umzurüsten. Wenn man auf die wichtigen Sicherheitanweisungen befolgt, ist DFC auch sehr sicher. Wenn man es umbedingt spielfrei und wartungsarm benötigt, dem kann ich die HPS Variante mit der harten DFC Dämpfung sehr empfehlen.
Wobei meines erachtens der ursprüngliche Goblin am besten mit DFC zur Geltung kommt.
Wobbelneigung lässt sich auch sehr stark durch das verstärkte Chassis mindern.
Für alle anderen, die nicht so hart Fliegen und keinen "Kampfhund" brauchen, kann der HPS eine sinnvolle Option darstellen.
Die Verarbeitung ist top und die "Negativpunkte" bei den Flugeigenschaften fallen nur demjenigen auf, der hart fliegt. Alle anderen werden nichts "negatives" merken und sich über sehr ausgewogene Flugeigenschaften freuen.
Grüße,
Daniel



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