Schlüter System 80 (HeliBoy), eine Restauration

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  • seitwaerts
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    • 18.03.2013
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    • Volker
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    #1

    Schlüter System 80 (HeliBoy), eine Restauration

    Moin!

    Diese Restauration liegt nun schon etwas zurück, ich möchte den Bericht hier aber nachholen, weil ich damals vor allem hier viel Hilfestellung und Unterstützung bekam.
    Mein besonderer Dank geht hier nachträglich an Martin, Edwin und Michael.

    In 2009 fiel mir zum wiederholten Male bei einem meiner Besuche in Aachen ein HeliBoy über die Füsse.
    Er war komplett zerlegt, und lag in diversen Schächtelchen verteilt herum.
    Der Motor war fest, und das war mein erster Ansporn, mich mit ihm zu beschäftigen.
    Als Motorenzauberer hat man schliesslich einen Ruf zu verteidigen

    Mit ein wenig Zuneigung in Form von Wärme und Kriechöl kam der auch recht brav auseinander.
    Erste Diagnose: Lagerschaden, aber sonst alles gut.
    Der festgebackene Kolbenring liess sich ohne Bruch ausbauen, und alle Teile wurden erstmal gereinigt.

    Am Dynamix-Vergaser war der Mitnehmer für die Nadel zerbrochen, den habe ich kurzerhand aus einem Alublöcken herausgearbeitet.

    So, da stand der Motor also... und der Rest war immer noch gammelig.

    Und lag erstmal eine Weile in Aachen.
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    Grysze aus der Südpfalz, Volker

    ...der Reifen ist nur unten platt ...
  • seitwaerts
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    • 18.03.2013
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    • Volker
    • Albersweiler

    #2
    AW: Schlüter System 80 (HeliBoy), eine Restauration

    In 2012 stolperte ich zum wiederholten Male über die Brocken, und zum wiederholten Male meinte ich, dass der doch mal wieder fliegen müsse.
    Und dass ich auch gern einen hätte...

    Meine Antowrt auf die Frage, ob ich ihn mitnehmen und restaurieren wolle, fiel entsprechend aus
    Grysze aus der Südpfalz, Volker

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    • seitwaerts
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      • 18.03.2013
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      • Volker
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      #3
      AW: Schlüter System 80 (HeliBoy), eine Restauration

      So, jetzt hatte ich erstmal die falschen Knöpfe erwischt, der vorige Beitrag ist unvollständig, mein Edit verlorengegangen ...
      Also neu ...

      Der Schlüter kam 2008 nach Aachen, stand bis dahin bereits 18 Jahre im Keller.
      Das genaue Alter lässt sich nicht bestimmen, es wurde aber etwas von 1983 gesagt.

      Zu diesem Zeitpunkt war er noch komplett zusammen, wurde dann aber von jemand zerlegt, der den Vorgang nicht fotografisch festhielt, und die Teile wahllos in Schächtelchen warf.
      So entstand ein Riesenpuzzle.
      Die Bauanleitung war nicht vorhanden. Im Netz finden sich zwar welche, aber die sind nicht komplett und entstammen verschiedenen Versionen.

      Inzwischen hatte ich Kontakt mit Michael, und er schickte mir nicht nur die Anleitung und einen neuen Tank, ich kam auf diesem Wege auch an einen neuen Spantensatz, sowie ein neues Gebläsegehäuse und eine Haube.

      Bei dem Thema Restauration stellte sich mir Anfangs die Frage, ob ich ihn so lasse, nur die mechanischen Komponenten überhole, und so den verlebten Originalzustand erhalte, oder ihn komplett überarbeite.
      Nun, da hatte mir der Mensch, der ihn damals zerlegte, einiges an ßberlegung abgenommen, denn die Platinen waren leider schon (ziemlich grob) abgescchliffen.
      Also war's das mit der Patina, Neuafbau war angesagt.
      Na dann.

      Ich hielt zu der Zeit bereits regen Mailkontakt mit Martin und Michael, mit letzterem hatte ich auch ein unheimlich gutes Telefonat.
      Das machte mir in manch dunkler Stunde viel Mut.
      Ich hatte dann auch gleich zugesagt, damit in Bregenz aufkreuzen zu wollen.
      Damit stand der Zeitplan fest ...

      Das erste grössere Problem war die Kupplungsglocke.
      Das obere Lager war fest.
      Nach vorsichtigem Entfernen der Deckscheibe fand sich ein Block aus verrosteten Kugeln, eingebacken in altem Fett.
      Also mussten die Lager raus.
      Nur wie?
      Auspressen geht nicht (und wenn doch, möge mir das bitte mal jemand demonstrieren)
      Wärme halt auch nicht.
      Also musste ich grobschlosserisch heran.
      Die Deckscheibe war schon raus, dann habe ich den Käfig zerlegt, die Kugeln und den Innenring entfernt.
      Der Aussenring wurde dann mit einem Schraubendreher ausgehebelt.
      Das Untere Lager kam ähnlich raus, nur konnte ich hier nicht hebeln. Ich habe dann den Innenring aufgeschliffen.
      Neue Lager eingepresst, und es war gut.
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      • seitwaerts
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        • 18.03.2013
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        • Volker
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        #4
        AW: Schlüter System 80 (HeliBoy), eine Restauration

        Weiter ging es mit dem Heckgetriebe.

        Von aussen sah es ganz gut aus, lediglich die Pitchbrücke war hin.
        Diese war aus ABS nachgefertigt worden, und zerbröselt. Zudem war sie ungenau, die Bohrungsabstände ungleichmässig.
        Dazu später mehr.

        Nach dem ßffnen ergab sich das zu erwartende bild: wenig und vor allem verharztes Fett, leichter Rost.
        Die Lager waren ok, brauchten nur eine Spülung und neue Schmierung.
        Also kam ich hier mit Zerlegen und Reinigen davon.
        Immerhin ist der Aufbau des Getriebes als durchweg robust zu bezeichnen.

        Die Heckrotorwelle aus ist Einteilig ausgeführt. Ab welchem Baujahr war das der Fall? Die Anleitung zeigt eine Zweiteilige, die Heckrotornabe ist dort extra aufgesetzt?

        Jetzt war die Pitchbrücke an der Reihe.
        Man nehme ein Blatt Papier, zeichne sich das Teil korrekt auf, klebe dieses auf eine dünne GFK-Platte und bohre zuerst die drei Löcher.
        Am besten erst die mittlere Bohrung.
        Dann die Platte (drehbar) auf ein Holzblöckchen schrauben, und die beiden äusseren Bohrungen.
        Anschliessend mit einer guten Laubsäge (hat man als Goldschmied im Haus) die Kontur aussägen.
        Anschliessend habe ich die mittlere Bohrung noch für ein Kugellager aufgebohrt/ aufgerieben, und hatte eine schöne kugelgelagerte Pitchbrücke.
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        Grysze aus der Südpfalz, Volker

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        • seitwaerts
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          • Volker
          • Albersweiler

          #5
          AW: Schlüter System 80 (HeliBoy), eine Restauration

          Als nächstes war die Taumelscheibe an der Reihe.
          Die machte mir nach näherem Besehen, und ein paar Runden im Ultraschall, etwas Kopfzerbrechen.
          Sie hakte nämlich von Zeit zu Zeit fürchterlich.
          Ich habe sie dan noch mehrfach gespült und beschallt.
          Es wurde besser, ging aber nicht ganz weg.
          Nach langem Hin und Her und einigen Mails entschied ich mich dann, sie so zu verbauen, in der Hoffnung, das die paar verbliebenen Krümel sich schon verdünnisieren.
          Da muss ich also hin und wieder mal ein Auge drauf haben.

          Es folgte der Rotorkopf. Ein champion-Kopf.
          Mann, das ist deutsche Ingenieursarbeit!
          Ein Sack voll Schrauben, auf jeden Fall kein Teil zu schwach dimensioniert und zarte 252g leicht.

          Hier bleib es grösstenteils bei der dezenten Aufarbeitung.
          Die Lager der Mischhebel hakten leicht, was aber auf unsachgemässe Montage zurückgeführt werden konnte.
          Sie hatten keinen Schaden davongetragen, und nach einer leichten ßlung schnurrten sie wieder wie neu.
          Die Radiallager in den Blatthaltern wurden durch neue (mit Gummidichtung) ersetzt, die Axiallager kamen mit einer gründlichen Reinigung davon.
          Die schwarzen Oberflächen blieben, wie sie waren, da reicht es, ab und an mal mit einem leicht öligen Läppchen drüber zu wischen.

          Dämpfungsgummis habe ich übrigens welche vom T-Rex500 drin, die grauen.
          Ich denke, die passen ganz gut. Wenn nicht, kommen weichere rein.
          Bei der Montage der Blattlagerwelle habe ich die Schrauben übrigens nicht ganz angezogen, sondern jeweils eine knappe halbe Umdrehung offen gelassen.
          Diesen Tip bekam ich vor Jahren mal von Herrn Plöchinger für seinen Acrobat-Kopf.
          Damit lässt sich wobbeln bei niedrigeren Drehzahlen vorbeugen (den Acrobat-Kopf fliege ich seitdem mit Drehzahlen von ~950U/min)
          Grysze aus der Südpfalz, Volker

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          • seitwaerts
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            • Volker
            • Albersweiler

            #6
            AW: Schlüter System 80 (HeliBoy), eine Restauration

            Nun war der Freilauf dran.

            Wenn ich richtig informiert bin, war dieser ein optionales Teil, bzw.Bestandteil des Baukastens der Bo-105 bzw. Bell 222.
            Ich schätze mal, er wurde nachgerüstet.
            Darüber freue ich mich natürlich sehr.

            Die Stifte und Federn im Freilauf waren regelrecht mit dem alten Fett verklebt und kamen nur höchst widerwillig raus.
            Ansonsten war alles korrekt, das Hauptzahnrad ist auch noch einwandfrei.

            Etwas verwundert bin ich aber über das Vorhandensein eine (selbst geknabberten?) Kunstoffzwischenlage zwischen Freilauf und Zahnrad.
            Was deren Zweck sein soll, verschliesst sich mir.

            Lager gespült, neu gefettet, und alls zusammengebaut.
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            • seitwaerts
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              • Volker
              • Albersweiler

              #7
              AW: Schlüter System 80 (HeliBoy), eine Restauration

              Zum Heckrotor noch einen Nachtrag.

              Ich fand beim Stöbern irgendwo im Netz ein (englischsprachiges) Dokument, das sich mit Detailverbesserungen und Feinabstimmung des System 80 beschäftigt.
              Nicht nur fand ich darin Einstellungstipss für den Dynamix, sondern auch einen hilfreichen Tip, für die Montage des Heckgetriebes auf der Antriebswelle, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

              Das (entfettete) Kegelrad wird mit etwas Loctite mittelfest auf seine (ebenfalls entfettete) Welle geschoben, und die Gewindebohrung durch Eindrehen der Madenschraube (ohne Loctite) mit der Bohrung in der Hohlwelle ausgerichtet.
              Das lässt man dann eine Weile ruhen, damit die Schraubensicherung zuverlässig aushärtet.
              Das Getriebe wird dann wie üblich montiert.
              Jetzt kann man das Heckgetriebe nach Lösen der Madenschraube einfach auf die Antriebswelle schieben, die Madenschraube mit Loctite wieder eindrehen, und muss nicht verzweifelt versuchen, das Zahnrad mit der Bohrung in der WElle zum fluchten zu bringen.
              Einfach und elegant.
              Ich habe Martin dieses Dokument übermittelt, wer Bedarf hat, kann bei ihm oder bei mir anfragen.
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              • seitwaerts
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                • Volker
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                #8
                AW: Schlüter System 80 (HeliBoy), eine Restauration

                Ich mach' mal weiter.

                Die mechanischen Komponenten standen soweit wieder gut da.

                In der Zwischenzeit hatte ich mir Gedanken um die Optik gemacht.
                Welche Farbe wollte ich?
                Ich möchte die Kiste in der Luft gut sehen könne, es sollte auber auch eine Farbe sein, die gut zur Entstehungszeit der Helis passt.
                Kleiner Hinweis: ich fuhr mal luftgekühlte Boxer...
                Ergo: orange. So ein schöne Siebzigerjahre-Orange...

                Das passt auch schön zu den blanken Aluteilen.
                Beim Vorbau entschied ich mich für Weiss, schon weil es optisch in der Kanzel nicht so auffällt.

                Dann lange überlegt, welchen Lack ich nehme. Was hält?
                Oder Pulver?
                Oder ... Folie? Ja, genau.
                In Landau bekam ich von einem Folierer auch Unterstützung, und er sponsorte mich. Ich sollte nur einen Aufkleber von ihm am Heli anbringen.

                Für die Rotorblätter druckte er mir noch extra Folien mit einem Verlauf von Chromeffekt (innen) nach weiss (aussen) inkl. rotem Kontraststreifen vor der Blattspitze und einem Logo (weil ich den Heli doch aus Aachen von Yogi bekam)
                Schick!
                Dazu noch ein paar Schriftzüge ...

                Also, so ein Heckrohr zu folieren ist schon eine Aufgabe ...
                Der Rest ging ganz gut.
                Alle Kanten wurden mit einem Skalpell sauber abgezogen.
                So ergeben sich orange Flächen mit alufarbenen Kanten. Sieht schick aus.
                Der Vorbau wurde weiss foliert.

                Die Leitwerke wurden neu erstellt, nach den Zeichnungen im Bauplan, aus einem geschäumten Hartkunstoff (dessen Name mir entfallen ist), der Sporndraht gebogen (da habe ich Martin mal wieder die Ohren vollgejammert, weil ich kein gutes Foto davon fand, keine Masse hatte ... und ich wollte das doch ordentlich machen)
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                • seitwaerts
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                  • Volker
                  • Albersweiler

                  #9
                  AW: Schlüter System 80 (HeliBoy), eine Restauration

                  Nun noch die Haube lackiert (unspektakulär, und hier schon oft beschrieben)
                  Jedenfalls von innen lackiert, wie ich das bei den RC-Cars gelernt habe.

                  Mal wieder etwas Technik:
                  In dem Heli war ein mechanischer Kreisel (Multiplex Expert Gyro) verbaut, den ich ursprünglich auch darin fliegen wollte. Multiplex schickte mir sogar die Anleitung.

                  Nach einigen Tests, neuer Schmierung und ßberprüfung des Ganzen kam ich jedoch zu dem Schluss, dass der seine besten Zeiten hinter sich hat.
                  Zwar könnte ich ihn überholen lassen, ich entschied mich dann aber doch für den guten alten 401.

                  Bei den Servos habe ich eine Weile überlegt, schlussendlich aber in ein herumstehendes Projekt gegriffen, das nicht so recht vorankommt.
                  Somit sind dann jetzt Savox verbaut.
                  Das Gasservo kam unterhalb des Motors in eine angefertigte Halterung, um eine Umlenkung des Gestänges zu vermeiden.

                  Die Anlenkung des Hecks geschieht nicht mehr per Bowdenzug sondern über ein Kohlerohr, das im Bereich der Heckrohrklemmung in einer Kugelpfanne geführt wird.

                  Die Montage des Helis ging erschreckend schnell und einfach.
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                    • Volker
                    • Albersweiler

                    #10
                    AW: Schlüter System 80 (HeliBoy), eine Restauration

                    Und noch ein bisschen posen vor dem ersten Motorstart.
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                      • Albersweiler

                      #11
                      AW: Schlüter System 80 (HeliBoy), eine Restauration

                      Der erste Motorstart nach mehr als 18 Jahren Stillstand.

                      Um es kurz zu machen: er sprang bei der ersten Umdrehung des Starters an, und lief prima.

                      Das war es aber auch mit der Begeisterung.
                      Der Leerlauf war viel zu hoch, und wollte nicht runter.

                      Und unter dem Heli breitete sich eine schwarze Lache aus, wurde schnell grösser.

                      Aus. Mist.

                      Was war los?
                      Es stellte sich heraus, dass der gesamte Krümmer porös war, ich konnt teilweise hindurchschauen. Das hatte ich vorher nicht bemerkt, weil ich ihn (wozu auch?) von innen nicht gereinigt hatte.
                      Zudem war der Auspuff undicht. An beiden Enden.

                      Da musste ich nochmal ran.
                      Der Krümmer war das grössere Problem.
                      Ich dachte schon darüber nach, mir einen zu giessen. Martin konnte mir aber mit einem Krümmer, dem dazugehörigen (an diesem Heli nicht vorhandenen) Adapter und einem dichten Auspuff helfen.
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                      • seitwaerts
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                        • Volker
                        • Albersweiler

                        #12
                        AW: Schlüter System 80 (HeliBoy), eine Restauration

                        Es kam der nächste Testlauf, und mit dem war ich ganz zufrieden.
                        Also, raus auf den Flugplatz, und mal schauen.
                        Erstmal warmlaufen lassen, dann nochmal ein Chack, und vorsichtig Pitch rein. Drehzahl bei 1500, alles klar.
                        Es folgte ein kurzer Hüpfer, und ich setzte ihn schnell wieder ab, weil eine Bö ihn fast umgeworfen hätte.
                        Danach folgten noch ein paar Versuche, aber ich konnte windbedingt nicht starten.
                        Für einen ersten Testflug habe ich es gerne etwas ruhiger. Und der Vergaser war garantiert auch ncoh nicht ioptimal justiert, von der Gaskurve mal ganz zu schweigen.

                        Und dann sprang er nicht mehr an.
                        Um's verrecken nicht.

                        Also ab in die Werkstatt, Motor raus, und nachschauen.
                        Hm. Der Kopf war locker, das kann nichts werden.
                        Vorsichtshalber den Motor geöffnet, und nachgeschaut, ob sonst noch etwas zu finden ist.
                        Nichts.
                        Also wieder zusammenbauen.
                        Und beim Anziehen der Kurbelwellenmutter gibt es auf einmal dieses hässliches Geräusch. Knack. Welle ab.
                        Unter der Lupe war zu sehen, dass da schon seit langer Zeit ein Anriss war.
                        Trotz allem habe ich mich doch gefreut, dass das jetzt passierte, und nicht in der Luft.

                        Ich brauchte einen Motor...
                        Das dauerte eine Weile.
                        Ich kaufte gleich zwei. Der zweite ist Müll, da hatte einer eine Ring-Garnitur mit einer ABC-Garnitur gemischt. Von wegen Kompression super. Der Kolben steckte kurz nach verschliessen des Auslasses.
                        Na, wenigstens günstig ein parr weitere ERsatzteile gewonnen.
                        Der andere Motor ist jetzt verbaut.

                        So fuhr ich nach Bregenz.
                        ßbrigens eine tolle Veranstaltung!

                        Leider habe ich den Motor dort nicht ein einziges Mal gestartet.
                        Es war mir meist einfach zu windig, ich war gesundheitlich sehr angegriffen, und nicht sonderlich belastbar.
                        So bin ich lediglich mit meinem Werner-Heli in der Luft gewesen.
                        Bei dem einzigen angedachten Startversuch in Bregenz ging dann noch die Gasanlenkung kaputt (die hat mir die viele Demontiererei wohl übel genommen, Ersatz hatte ich nciht mit, und erstmal auch keine Lust.

                        So wartet er noch immer auf seinen Erstflug.
                        Angehängte Dateien
                        Grysze aus der Südpfalz, Volker

                        ...der Reifen ist nur unten platt ...

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                        • Michael Vogler
                          RC-Heli TEAM
                          • 24.05.2006
                          • 4685
                          • Michael
                          • im Verein, Wild und viel in Kärnten ;-)

                          #13
                          AW: Schlüter System 80 (HeliBoy), eine Restauration

                          Hallo Volker,

                          ein sehr schöner Bericht zu einem sehr schönen Heli

                          Hast Du SUPER hingekriegt und das mit dem Erstflug wird auch noch.

                          Beim Helitreffen 2014 will ich ihn aber in der Luft sehen - das versteht sich wohl von selbst.

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                          • seitwaerts
                            Member
                            • 18.03.2013
                            • 151
                            • Volker
                            • Albersweiler

                            #14
                            AW: Schlüter System 80 (HeliBoy), eine Restauration

                            Hallo Michael!
                            Danke für die Blumen!


                            Zitat von Michael Vogler Beitrag anzeigen
                            Beim Helitreffen 2014 will ich ihn aber in der Luft sehen
                            DAS werde ich doch wohl schaffen
                            Grysze aus der Südpfalz, Volker

                            ...der Reifen ist nur unten platt ...

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                            • Martin Greiner
                              Senior Member
                              • 08.06.2001
                              • 5091
                              • Martin

                              #15
                              AW: Schlüter System 80 (HeliBoy), eine Restauration

                              Zitat von seitwaerts Beitrag anzeigen
                              DAS werde ich doch wohl schaffen
                              ...wir nehmen dich beim Wort, Volker!

                              Eine schöne Zusammenfassung des Werdegangs hast Du geschrieben, Glückwunsch.
                              Der erwähnte Krümmer dürfte das ziemlich fertigste Stück Alu gewesen sein dass mir je untergekommen ist. Da musste ich wieder schmunzeln...
                              GruÃ? Martin

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