Hallo!
Man hatte mir hier im Forum mal den Tip gegeben spröde Kunststoffteile auszukochen.
Könnte ich da noch nähere Angaben haben bezüglich Temperatur, ob das Wasser wirklich kochen muss und wie lange das zu machen ist. Würdet ihr alle Teile, Blatthalter, Chassisteile,.. so behandeln, rein um sicher zu gehen??
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Natürlich hängt es auch sehr vom Kunststoff ab wie man das macht , dazu sollte man dann aber auch genau wissen welcher Kunststofftyp da verwendet wurde.
Im Grunde geht es nur darum den Wassergehalt des Kunststoffes zu erhöhen um damit mehr Elastizität der Bauteile zu bekommen.
Der Vorgang kann aber unter Umständen Tage dauern. Die Mehrzahl die das gemacht hat dürften Flächenflieger mit Kunststoff Luftschrauben gewesen sein.
Zuletzt geändert von Martin Greiner; 19.06.2012, 21:21.
Hi Klaus,
leider kenn ich mich da auch aus und nicht jeder Kunststoff ist hydrophob wie es so schön heisst. Am besten geht das mit PA 6, einen der am häufigsten verwendeten Spritzgusskunststoffe im Helibereich.
Aber...... gerade bei so Schmuckstücken wie der Graupner Bell 47G funktioniert das gar nicht, weil zum einem ABS (oder neutraler gesagt: weder neuwertig noch hydrophob) und zum anderen ist der größte Feind von Kunststoff leider UV-Strahlung. Und die schädliche Wirkung kann man leider gar nicht rückgängig machen. In modernen Mischungen sind dagegen extra Additive drin, bei unseren ollen Schmuckstücken meistens noch nicht.
Und sowas wie die Lexan-Teil für Hauben fallen leider auch in die hoffnungslose Kategorie
Leider
Das Leben ist sehr gefährlich. Bis heute hat es keiner überlebt!!
Erstmals vielen Dank für eure Tips. Es geht mir hauptsächlich um die Spritzgussteile.
Also Heckrotorgehäuse und neuerdings die Kunststoffteile meiner Kavan-Alouette.
Wenn ich dem Link folge und das durchlese frage ich mich, ob das überhaupt notwendig ist wenn der Heli die letzten Jahre in einem, meist feuchteren, Keller verbracht hatte??
Hi Klaus,
leider kenn ich mich da auch aus und nicht jeder Kunststoff ist hydrophob wie es so schön heisst. Am besten geht das mit PA 6, einen der am häufigsten verwendeten Spritzgusskunststoffe im Helibereich.
Aber...... gerade bei so Schmuckstücken wie der Graupner Bell 47G funktioniert das gar nicht, weil zum einem ABS (oder neutraler gesagt: weder neuwertig noch hydrophob) und zum anderen ist der größte Feind von Kunststoff leider UV-Strahlung. Und die schädliche Wirkung kann man leider gar nicht rückgängig machen. In modernen Mischungen sind dagegen extra Additive drin, bei unseren ollen Schmuckstücken meistens noch nicht.
Und sowas wie die Lexan-Teil für Hauben fallen leider auch in die hoffnungslose Kategorie
es ist schon erstaunlich, was im Laufe der Jahrzehnte alles wieder an die Oberfläche gewirbelt wird.
Das mit dem Wassergehalt erhöhen durch Kochen war mal in den 60ern aufgekommen, um die Elastizität
von Nylon-Luftschrauben zu erhöhen, damit nicht so schnell Stücke abbrachen, wenn man damit beim
Start durch den Acker pflügte.
Die pseudowissenschaftliche Begründung war, dass beim Spritzvorgang der Wassergehalt reduziert wird,
und man das so wieder ausgleichen könne.
Wie in so vielen Fällen einer laienhaften Betrachtungsweise wurde aber nicht hinterfragt, ob das nicht
vielleicht sogar vorteilhaft und beabsichtigt ist, einen geringen Wassergehalt zu erhalten, was tatsächlich
stark vom verwendeten Kunststoff und vom Einsatzzweck abhängt.
Bei den Luftschrauben war es jedenfalls so, dass man sie zwar weichkochen konnte, ihre aerodynamischen
Eigenschaften aber signifikant schlechter wurden, weil die Blattspitzen ins Flattern gerieten; zusätzlich
wurden sie dadurch lauter.
Ob beim Weichkochen tatsächlich der Wassergehalt erhöht wurde, oder ob vielleicht etwas ganz anderes
passierte, ist niemals eindeutig geklärt worden, und der Unsinn geriet dann bald auch in Vergessenheit.
Wohl gemerkt, hier sollte der bei der Herstellung reduzierte Wassergehalt wieder erhöht werden, mit einer
Versprödung im Laufe der Zeit hatte das nichts zu tun.
Wie schon richtig geschrieben wurde, liegt bei den meisten Kunststoffen im Modellbau, bei denen man tatsächlich
ein Verspröden feststellt, die Ursache in der UV-Einstrahlung, und das kann man nicht rückgängig machen.
Bei den von Dir angesprochenen Teilen der Kavan Alouette handelt es sich, wie auch bei der HEIM-Mechanik und
ihren Derivaten, um glasfaserverstärktes Polyamid, bei dem ein möglichst geringer Wassergehalt der Spritzlinge
angestrebt wird. Das verwendete Granulat wird daher vor dem Spritzvorgang aufwändig und sorgfältig getrocknet.
Dieses Material versprödet auch nicht im Laufe der Zeit.
Du brauchst Dir also keine Gedanken zu machen, die Mechanikteile sind auch heute noch genau so gut oder schlecht
wie damals, und das Verspröden der klaren Kabinenhauben wirst Du mit nichts auf der Welt mehr
rückgängig machen können.
Gut dann kann ich mir das Kochen ersparen und auch den ßrger mit dem Zweckentfremden der Küche :-).
Bei den Kunststoffen wo es funktionieren würde, wird da die Elastizität signifikant erhöht oder kaum spürbar??
Ich würde auch zu Wolfgangs Meinung tendieren - lass es...
Aaaaabbeer, zum Thema Konditionierung/Wassergehalt muss ich noch was richtig stellen.
Dass der Wassergehalt im Granulat vor dem Spritzprozess so gering wie möglich sein sollte ist für den Spritzprozess wichtig - soweit stimmt das von Wolfgang geschriebene.
Was nicht ganz richtig ist dass ein möglichst niedriger Wassergehalt wegen der Teileeigenschaften angestrebt wird. Dauerhaft kann man das nur beeinflussen indem die Teile versiegelt werden. Das hat niemand gemacht und somit konditionieren diese Teile im Lauf der Zeit ohnehin von selbst.
Interessant ist es aber nur für weitere industrielle Verarbeitung wie Heizelementschweißen - dabei wirkt sich z.B. ein zu geringer Wassergehalt negativ auf das Schmelzbild aus.
Diese Probleme sind bei uns im Betrieb während der kalten Jahreszeit in der Fertigung Alltag, da beim vorgelagerten Prozess (Aluminium bedampfen) unter Vakuum dem Material sehr viel Wasser entzogen wird.
Logisch, dass Teile die mehr als 50% an der Oberfläche versiegelt sind auch anschliessend sehr schlecht konditionieren. (dauert bei uns etwa 3 Tage, wohlgemerkt nur in der kalten Jahreszeit!)
ßbrigens war kochen damals wie heute falsch - das ist zu warm, war eben laienhaft.
Um zurück zum Thema Heli zu kommen - das trifft auf uns alles nicht wirklich zu, von da her kann man es einfach sein lassen. Ich selbst sah dazu nie eine Notwendigleit.
Apropos Wasser und PA-Werkstoffe. Die Erhöhung der Reisdehnung (bei gleichzeitigen Erniedrigen des E-Moduls und Zugfestigkeit) bei Erhöhung der Feuchtigkeit kann man schon als "Weicher" bezeichnen. Oder umgekehrt: geringer Wassergehalt erzeugt "sprödere" Bauteile, wobei sich beispielsweise statt 30% Reissdehnung halt eben nur noch 28% vorhanden sind. Von einem Sprödbruch kann man allerdings erst bei einer Reisdehnung <10% sprechen
Das Leben ist sehr gefährlich. Bis heute hat es keiner überlebt!!
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