Lagerung Heckrotor Antriebswelle Champion

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  • CADdy
    CADdy

    #1

    Lagerung Heckrotor Antriebswelle Champion

    Hallo allerseits,

    ich habe zwei alte amerikanische Artikel über den Schlüter Champion gefunden. In beiden wird beschrieben, dass die Lagerung der Heckantriebswelle in den original Kunststofflagern im Heckrohr nicht optimal ist, da die Welle im schlechtesten Fall ziemlich stark zu vibrieren anfangen könnte. Es wird empfohlen, ein Messingrohr einzubauen und in diesem die Antriebswelle laufen zu lassen. Das Messingrohr wird in den aufgebohrten Kunststofflagern gehalten.

    Vom Prinzip her nachvollziehbar und logisch. Dass die Welle gut gefettet eingebaut wird, ist auch klar. Meine Frage nun: Hat das Auswirkungen auf die Empfangsanlage, schließlich läuft Metall auf Metall? Bleibt ein Fettfilm im Rohr erhalten, oder kommt nach und nach alles Fett an den Enden heraus?

    Früher zu 27MHz- und 35MHz-Zeiten hatte man peinlichst darauf achten müssen, dass nicht zwei Metallteile aneinander reiben. Aussetzer der Empfangsanlage waren sonst vorprogrammiert.

    Ich bitte um Eure Expertenmeinung.

    Servus
    Peter
  • lateralus
    lateralus

    #2
    AW: Lagerung Heckrotor Antriebswelle Champion

    Hi,

    ich habe daher Teflonführungen für 2 mm Stahldraht von Vario verbaut.
    Ist wartungsfrei und funktioniert prächtig.

    Gibt es als Set mit Heckrohr:
    Alu-Heckrohr 20 x 0,8 x 780 mm, silber - VARIO Helicopter

    Und einzeln:
    Teflonfr 0,8 mm Rohr - VARIO Helicopter
    Zuletzt geändert von Gast; 04.12.2011, 14:37. Grund: Schraipfela

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    • WGS
      WGS
      Member
      • 15.09.2010
      • 675
      • Wolfgang

      #3
      AW: Lagerung Heckrotor Antriebswelle Champion

      Hallo Peter,

      das Grundproblem der Antriebswelle ist nicht die Anzahl der Lagerbuchsen, sondern der Umstand, dass sie in den gängigen Heckrohren gerade verläuft, was sie nicht sollte.
      Versucht man, eine dünne Welle gerade laufen zu lassen, wird sie ab einer bestimmten Drehzahl anfangen, wie ein Springseil zu schlagen; sobald man eine geringe Biegung in die Führung einarbeitet, läuft sie in allen Drehzahlen rund. Man kann das leicht ausprobieren, indem man einen 2mm Stahldraht von 1m Länge in eine Mini-Bohrmaschine einspannt und laufen läßt. Gerade gerichtet: Keine Chance. Mit geringer Durchbiegung: Läuft einwandfrei rund.
      Mehrere Lagerstellen einer geraden Welle helfen auch nicht, weil sich die Abschnitte zwischen den Lagerstellen aufschwingen.
      Um das zu vermeiden, hatte z.B. der Heim UNI-Star eine Biegung im Heckrohr, damit die Welle im Bogen verläuft, und nicht etwa, um den Heckrotor höher zu legen.

      Da die erforderliche Durchbiegung nur gering ist, kann man sich bei einem geraden Heckrohr damit helfen, dass man fünf Lagerbuchsen verwendet: Je zwei mit einem Abstand von ca. 10cm zu einander vorn und hinten im Heckrohr, die fünfte Buchse in der Mitte, aber mit einer aus der Mitte versetzten Bohrung. Dadurch ergibt sich eine Durchbiegung der Welle, wobei vorderes und hinteres Ende jedoch wieder gerade in die Wellenkupplungen von Antrieb und Heckrotor laufen.
      Um eine Ausschlagen der Lagerbuchsen zu vermeiden und um die Welle vernünftig in die Führung einbringen zu können, lagert man die Welle auf der ganzen Länge in einem Führungsrohr. Dazu ein Messingrohr zu verwenden, ist allerdings seit den 70er Jahren überholt (der Bell 212 Twin Jet hatte das noch mit seiner 1,2mm Antriebswelle). Heute nimmt man dazu ein dünnwandiges Edelstahlrohr, in dem ein Teflonschlauch mit 2mm Innendurchmesser fixiert ist; darin läuft dann die (ungeschmierte, polierte) Welle aus 2mm Federstahl.
      So habe ich es beispielsweise bei meinem "Heli-Star" gemacht.

      Um Deine Frage vollständig zu beantworten: Bedenken wegen Funkstörungen sind auch bei einer Messingrohrführung unbegründet.

      (Antwort hat sich mit der von Lateralus überschnitten, werd' halt langsamer im Alter...)
      Zuletzt geändert von WGS; 04.12.2011, 14:54.
      Grüsse
      Wolfgang

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      • CADdy
        CADdy

        #4
        AW: Lagerung Heckrotor Antriebswelle Champion

        Danke Euch beiden für die überaus interessanten Antworten.

        @lateralus:
        Ist die Antriebswelle durch die Teflonführungen, so wie es Wolfgang in der zweiten Antwort geschrieben hat, leicht durchgebogen? Sonst würde sich ja trotz moderner Lagerungstechnik das gleiche Problem wieder ergeben.

        Servus
        Peter

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        • lateralus
          lateralus

          #5
          AW: Lagerung Heckrotor Antriebswelle Champion

          Darauf würde ich nicht wetten, mein Modell (Bell 222 Trainer) fliegt damit
          allerdings wirklich äußerst vibrationsarm.

          Andererseits sitzt die Lagerung nahe des Heckabtriebsritzels doch in Langlöchern,
          da das Zahnflankenspiel bzw. die Eingrifftiefe des Ritzels ins Hauptgetrieberad
          sonst nicht einstellbar wäre.
          Ich wage daher die Prognose, dass eine kerzengerade Führung des
          Stahldrahtes zum Heckrotorgetriebe bis zum Beitrag von Wolfgang
          zwar gewünscht war aber real kaum zu realisieren ist.

          Hut ab, Wolfgang.
          Man lernt hier aber auch wirklich immer etwas dazu...

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