Nachdem ich in meiner krümelkackerischen Weise ausführlich getestet habe, wollte ich das mal für die Nachwelt hinterlassen:
Anlaß: Alle sagen, Reglermode geht nicht mit Align, - Heck wackelt.
Anlaß#2: Schade eigentlich, ein kompakter ESC mit guter Kühlung und getaktetem BEC, dessen Ausgangsspannung bis 6V einstellbar ist.
Auf Letzteres wollte ich nicht verzichten (abgesehen vom "geschenkten" Gaul), die TS-Servos mit mehr Spannung beschicken, während das Heckservo via den sog. "Step-Down-Regler" (haha, eine simple Diode) nicht mehr als die verträglichen 5V sieht.
Gleichziehen kann man natürlich auch mit JIVE.
Ergebnis:
Der Align ESC ist definitiv im Reglermodus verwendbar. Voraussetzung dafür ist, dass man "Throttle Response Speed" auf LOW stellt (kleinster Wert).
Entweder ist die Regelverstärkung grundsätzlich zu hoch oder der Drehzahlregler (Software-Part) hat zuviel I-Anteil, möglicherweise sogar D, oder es ist beides ... (?)
Man kann es direkt hören: An einem sonst ruhigen Ort in geringer Höhe auf dem Fleck schweben und Heck zu sich drehen. Ca. im Sekundentakt gibt es kurze Gasimpulse. Diese Impulse sind es, drehen Höhe man offenbar mit "Throttle Response Speed" beeinflussen kann, die sich über ebenso impulsartige Drehzahlschwankungen auf's Heck übertragen.
Mit der o.g. Einstellung ist beim Fliegen nichts zu bemerken. Allerdings zum Ende hin, wenn die Akkuspannung weicher wird, kann es sein, dass diese Impulse dann doch in geringem Maße am Heck sichtbar werden.
Je nach Setup (Spannungslage der Zellen, Zellenzahl zu Ritzel, per ßffnung eingestellter Solldrehzahl, Blatt-Typ, Dämpfung) könnte jetzt zum Ende hin ein weiterer negativer Effekt auftreten, und zwar, wenn die Drehzahl in den kritischen Bereich kommt, wo der Heli um den Rotor wabert. Die Drehzahlimpulse des Reglers scheinen nun das Aufschaukeln des Rotors regelrecht immer wieder anzustossen.
Abhilfe schafft, die Nähe des kritischen Drehzahlbereiches am Ende einer Akkuladung zu meiden, - durch größeres Ritzel oder Zellen mit höherer Spannungslage oder andere Blätter eben.
Beim Jazz80 sind Regelimpulse quasi nicht feststellbar. Der oben beschriebene kritische Bereich kommt entsprechend später. Die Charakteristik des Drehzahlreglers (P-/I-/D-Anteile) scheint ganz anders zu sein.
Ich werde jetzt den Align ESC wieder statt des Jazz80 rauf nehmen und Aufritzeln, von 13 auf 14, da die Spannungslage meiner Kokam H5 zu niedrig ist, um mit den Align-CfK-Blättern und der Standarddämpfung zuverlässig am bitteren Ende der Akkuentladung (..->80%) zu verhindern, dass sich der Rotor aufschaukeln kann (unterhalb 2300 UPM). Umstieg auf SLS ZX LiPos wäre die andere Variante.
Gestestet wurde mit beiden ESC's jeweils mit 80/85/90% ßffnung, was auch bei beiden die gleiche Drehzahl ergab.
Häufig flog ein Logger mit für U/I/RPM. Die Drehzahlkurve mit dem Align ESC lässt selbst mit "Throttle Response Speed"==LOW sehr schön die impulshaften kleinen Drehzahlschwankungen erkennen, wenn der Regler zu heftig "Gas gibt". Beim Jazz hingegen ist dies eine fast glatte Linie. Beides unter der Voraussetzung konstanter Last betrachtet, natürlich (Schweben).
Jazz ist der Mercedes, aber mit dem Align-Trabbi kommt man auch gut an's Ziel, ohne einen Mauerstein auf's Gaspedal stellen zu müssen (Stellermodus).
Tom
