Den BL600MX erst mal zu Brushlesstuning.de geschickt und von 1220kV auf 1000kV umwickeln lassen. Ich fliege eher niedrige Drehzahlen (1750rpm zum Start und Rundflug mit 2000rmp) und das mag mein Regler nicht so sehr, wenn dann Loops kommen. Schon seit einiger Zeit habe ich mit dem Gedanken gespielt, meinen 550er zu strecken. Bei allem was ich so gelesen habe, ging es immer um das stretchen von 550 auf 600. Ohne weiter viel nachzudenken, habe ich mir also die Teile für das 600er Heck und längere Hauptrotorblätter besorgt. Statt der 520mm eine Nummer länger: 550mm. Das Heck ist schnell umgebaut. Das Ganze sieht aber komisch aus. Zwischen den Rotoren ist bei den "kurzen" 550mm Blättern sehr viel Luft. Ich mache aus der Not eine Tugend und stretche auf "echte" 550.
Also das Heck um ca. 5cm kürzen oder andersrum - den 550er um 30mm auf 580 verlängern. Beide Teilesätze (Heckrohr, Starrwelle und Anlenkung) sind ja da. Da die 550er Teile prima gepasst haben, habe ich deren Maße als Ausgang genommen und um 30mm verlängert.
Das 600er Heckrohr ist schnell am hinteren Ende auf die entsprechende Länge abgesägt. Heckgetriebe aufstecken, Loch der Fixierung anzeichnen, bohren, nachfeilen, fertig.
Das original Heckrohr vom 550er und 600er
Sägen...
Die 600er Carbon-Heckanlenkung wurde an der Position Mitte der Schutzhülse bei 320mm (ohne Gewinde) getrennt. Das restlich Stück so gekürzt, dass sich die gewünschten 590mm ergeben. Die Schutzhülse bildet das Verbindungsstück. Alles schon sauber machen. In die Hülse wurde mittig ein 1mm Loch gebohrt, damit beim Einkleben der Teile die Luft in der Mitte heraus kann. Die Position der Hülse auf der Stange mit einem Klebestreifen markieren, damit man die Hülse später auch an die richtige Position bekommt. Ordentlich Zwei-Komponenten-Kleber auftragen und die beiden Enden in die Hülse verkleben.
Die Starrwelle ist das schwierigste Stück. Das Rohr hat außen 8mm, innen gut 6mm. In die Enden sind die 4-kant-Verbinder zu den Kegelrädern eingepresst und eingeklebt. Die Zapfen, die in das Rohr gesteckt werden, haben knapp 7mm. Man muss das Rohr also innen ausdrehen. Nein - aufbohren geht nicht. Das klemmt und platzt. Erst mal das Rohr auf 607mm (ohne Endstück gemessen) abschneiden. Das Reststück vorsichtig längs trennen und den Vierkant retten. In Ermangelung einer Drehbank habe ich das Rohr mit dem Akkuschraube und Dremel -ausgefräst-. Der Akkuschrauber dreht das Rohr, mit dem Dremel wird der Innendurchmesser vorsichtig größer gefräst. Zum Glück habe ich an dem Reststück geübt.
Den Vierkant bekommt man nicht so ohne weiteres gerade in das Rohr geklopft. Also einen Stück Kunststoff mit gut 8mm als Führungshilfe gebohrt. Alles schon sauber machen, Schraubesicherung hochfest (grün) drauf, und den Adapter mit dem Hilfe der Führung mit ein paar beherzten Schlägen eines Kunststoffhammers in das Rohr treiben.
Jetzt das 580er Heck wieder zusammen- und einbauen. Mit dem DFC-Rotorkopf habe ich nun 20mm Luft zwischen den Blattspitzen Hauptrotor zum Heckrotor.
Auch die Akkurutsche wurde modifiziert, damit der Schwerpunkt besser passt.
Zugegeben, wer einen ordentlichen Maschinenpark hat, bekommt das schöner hin. Bei mir musste das mit Laubsäge, Feile und Bohrmaschine gehen.
Den ersten gemütlichen Rundflug habe ich mit 1700rpm gemacht und da ist genug Luft für agiles fliegen drin. Mit 1850 geht-s ab. Maximal erreiche ich nun gut 2100rpm am Kopf, dann bricht die Drehzahl bei harten Pitchstößen aber hörbar ein. Bei 4°C Aussentemperatur und Windstärke 2-3 bin ich nach gut 12 Minuten gelandet, nachdem der Lipo-Blitzer angeschlagen hat. Später dann 3400mAh nachgeladen.
Vielleicht eine interessante Alternative zum 600er. Und wenn ich zum alten Setup zurück will, kommt ein 12er Ritzel auf den Motor.
Fertig.

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