„Instinktives Fliegen“ Methode von Auggie Copter - Erfahrungen?

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  • Andrei
    Member
    • 06.08.2023
    • 141
    • Andrei

    #1

    „Instinktives Fliegen“ Methode von Auggie Copter - Erfahrungen?

    Hallo zusammen,

    auf dem YouTube Kanal „Auggie Copter“ präsentiert der Autor seine Methode des „instinktiven Flugsteuerns“ eines RC-Helikopters am Simulator. Auf RotorLive 2024 soll er auch einen entsprechenden Vortrag gehalten haben.



    Falls bereits nicht im Forum thematisiert worden, meine Frage: gibt es eine deutsche/ins Deutsche übersetzte und ggf. aufgearbeitete Version oder Zusammenfassung vom seinen (unter anderem mehrstündigen) YouTube-Videos? Was hat diese Methode in sich?

    Wer kam mit diesem Konzept bereits theoretisch und/oder in Praxis in Berührung - was haltet ihr davon?

    Yay or nay, top oder flop?🚁👨‍✈️💻
    Angehängte Dateien
  • Homer
    Senior Member
    • 04.10.2012
    • 5030
    • Rico
    • Kreis Karlsruhe

    #2
    Ich weiss nicht ob das so ein gutes Video sein soll.
    Erstens finde ich ist er nicht ein besonders guter Pilot bei dem ich mir was abkucken könnte. Er fliegt zumindest optisch völlig unkontrolliert mit einer abartigen Drehzahl (fast Tareq verdächtig) oft Pitch auf Anschlag. Hauptsache hart versuchen den Heli zu smacken. Ehrlich gesagt möchte ich nicht daneben stehen.
    Zweitens kann man sich das Meiste herauslesen wenn man den automatschen Übersetzer aktiviert. Ich meine er hat in gewisser Weise schon Recht. Das Fliegen ist eine Art Automatismus. Trotzdem muss man ja den Heli permanent überwachen und das Timing anpassen (Auge-Hand Koordinantion). Das geht nicht wenn man nur am Überlegen ist, was man jetzt steuern muss.
    Drittens ist jeder Mensch verschieden. Und dazu kommt noch (bei mir zumindest) das unterschiedliche Gefühl, jeder Tag ist ein anderer.

    Es gibt m.M.n nur einen Weg: Den eigenen.
    Jeder hat eine eigene Lernkurve. Ziele setzen. Nicht die grossen Piloten anstreben. Das ist einfach nicht erreichbar.
    Ich persönlich z.B. finde dass die Basics wichtig sind. Den Heli in jeder Lage auch mal schweben und aussteuern. Jede Kurve sauber fliegen. Das geht auch am SIM gut. Das kann man auch draussen machen um sich auf den Heli einzustellen. Wenn man das kann sieht das auch sauber aus und nicht so abgehackt wie bei Auggie. Da wunderts mich auch nicht, dass bei solchen Manövern auch mal Peaks von 300 Ampere geloggt werden und die das dann auch noch toll finden.
    Im SIM dann auch verschiedene Figuren üben. Den Piroflip habe ich gelernt indem ich den SIM anfangs auf 50% Geschwindigkeit gestellt habe. Ich wollte ja erstmal sehen wie der Heli reagiert. Dieses sprichwörtliche "mitderHandrühren" hat bestimmt schon jeder mal gehört. Es stimmt ja auch, aber das Timing muss eben passen.
    Eins kann einem der SIM nicht geben: Das Gefühl auf Pitch. Das lernt man auch nur draussen beim Fliegen.
    Und zum Schluss eben das Üben, Üben und nochmals Üben. Nicht übertreiben und auch mal akzeptieren wenns mal nicht läuft.
    zu viele Helis...

    Kommentar

    • Heli87
      Senior Member
      • 11.10.2016
      • 8542
      • Torsten

      #3
      Also bei jeder Figur den Pitch auf Anschlag reißen bringt es nicht. Das lernt man schon bei einfach TicTocs.

      Kommentar

      • Alex Reuter
        Member
        • 15.03.2001
        • 145
        • Alexander
        • Roßtal

        #4
        Moin Moin liebes Forum,

        ich finde es grundsätzlich sehr interessant sich über die verschiedenen "Philosophien" des (Modell) Fliegens oder genauer der Steuerung auszutauschen.
        Die modernen Antriebe, Kreiselsysteme und leistungsfähigen Servos lassen hier ja schon länger eine sehr große Bandbreite zu.

        Zudem ist das eigentliche Modellfliegen, aus meiner Sicht zumindest, gegenüber der manntragenden Fliegerei ohnehin eine eher intuitive Angelegenheit als denn das schlichte Befolgen angelernter Prozeduren innerhalb enger Rahmenbedingungen in der manntragenden Fliegerei.
        In der Großfliegerei ergeben sich diese Prozeduren und Grenzen hauptsächlich durch Sicherheitsaspekte (welche IMMER Vorrang vor allen Zielen und Spaß haben müssen) und den Limitationen des verwendeten Fluggerätes.

        Zwar darf die Sicherheit gegenüber Menschen im Modellflug auch niemals außer Acht gelassen werden!
        Jedoch sind vermutlich die einzigen limitierenden Faktoren gegenüber der Sicherheit des Modells die Physik und der Geldbeutel des Eigentümers/Piloten... Was es uns Modellpiloten dann ermöglicht eben so sehr an die Grenzen des machbaren zu gehen.

        Grundsätzlich besteht in meinen Augen das Erlernen des Hubschrauberfluges aus zwei wesentlichen Teilen:

        - Zu verstehen, wie, wann und warum ein Hubschrauber sich verhält wie er es eben tut

        sowie

        - den Transfer der notwendigen Hand-Auge Koordination und Steuerungsmotorik vom Bewusstsein ins "Muskelgedächtnis".

        Diese zwei Schritte ziehen sich durch das gesamte Fliegerleben, bei jedem neuen Modell, bei jeder neuen Figur welche man erlernt.

        Ich stelle für mich immer wieder fest, wie viel stressfreier sich ein neues Manöver anfühlt wenn ich es durch Training geschafft habe, es immer weiter automatisiert zu fliegen, ich plötzlich Kapazität im Kopf frei habe, bewusst Korrekturen mit einzusteuern, ich so stabil aus dem Manöver komme um sofort ein Folgemanöver einleiten zu können. Oder einfach nur den Anblick einer Figur genießen zu können.

        Beim erlernen der Basics und neuer Figuren ist der Simulator ein eher nicht mehr wegzudenkendes Werkzeug.
        Ich glaube, selbst "Pitchmanagement" kann man am Simulator erlernen. Meine Methode dazu: Das einstellen einer deutlich reduzierten Antriebsleistung und genaues "hinhören" auf das Rotorgeräusch.
        Ganz nebenbei kann man so auch mal mit dem Modellhubschrauber "Settle with Power" sehr schön erleben/trainieren

        Hat man den Punkt erreicht, wo man einen Heli in den grundlegenden Situationen beherrscht, beginnt für mich dann das "intuitive" Fliegen.
        Das "nach Lust und Laune" aneinanderreihen verschiedener Figuren. Oder je nach Stimmung auch einfach nur das gemütliche "rumschippern" mit dem Heli, sich dabei drauf konzentrieren zu können, jede Kurve sauber koordiniert in konstanter Höhe zu fliegen oder eine sauberen Flare zu meistern, bei welchem der Heli genau dort zum Stop und Hovern kommt wo ich es geplant hatte ohne dabei durchzusacken oder wegzusteigen.
        Oder ich will mich abreagieren und knalle eben doch mit Fullspeed über den Platz oder werfe den Heli wild umher mit den Knüppeln am Anschlag.

        Darüber, genau welche Steuerinputs in welchem Umfang zu geben sind um eine spezielle Figur mit einer gewünschten "Härte" fliegen zu können, sind wir uns alle einig? Das gibt ja ohnehin die Physik und die Leistungsfähigkeit / gewählte Leistung des Helis vor.

        Ab hier wird es dann eben hoch individuell. Früher konnte für mich ein Heli nicht wendig genug sein. Immer längere Paddelstangen, leichtere Paddel und Rotorblätter um aus der vorhanden Leistung des Antriebes auch noch das letzte Quäntchen in Winkelgeschwindigkeit um eine der drei Achsen zu wandeln.

        Aber man wird älter und verändert seine Einstellung. Aktuell interessiert mich fliegerisch eher, mit minimaler Energie, niedriger Rotordrehzahl und kleinen Ausschlägen eine Figur langsam und so präzise als möglich zu fliegen.

        Mit dem Wind zu spielen, ihn zu meinem Vorteil zu nutzen oder vielleicht auch nur die Energie aus Höhe so sinnvoll in Figuren zu wandeln um auch mal mit "nur" 1300 RPM am Kopf einen Moment zu "smacken".

        Wichtig ist und war mir aber schon immer, das Fluggerät am Ende des Tages intakt wieder mit nach Hause zu nehmen.

        Daher kann ich mich nun ohne Zweifel zu der Seite der Piloten schlagen, welche hauptsächlich aus dem Bauch heraus fliegen, allerdings nicht ohne die Flugphysik des Helikopters soweit verinnerlicht zu haben um den Heli nicht so zu "quälen".

        Modellflug ist für mich eher Ausdrucksform (vielleicht vergleichbar mit "Tanzen") als das befolgen von Prozeduren oder abspielen eines festen Programmes. Daher bin ich auch kein Wettbewerbspilot und habe keine PPL...

        Grüße,
        Alex



        ​
        *There's no gravity! It's the earth that s*cks!*

        Kommentar

        • Take5
          Senior Member
          • 23.09.2010
          • 4321
          • Christian
          • Wildflieger Mannheim, O-Town

          #5
          Beim Helifliegen handelt es sich um koordinative Abläufe, diese werde als Bewegungsmuster im Kleinhirn abgespeichert. Im Gegensatz zu kognitiven Fähigkeiten werden diese nicht verlernt, sondern sind gespeichert. Wer einmal gelernt hat Heli zu fliegen verlernt es nicht, sondern ist höchstens unsicher bis die Übung dies wieder beseitigt. Um die Bewegungsmuster gefestigt abspeichern zu können bedarf es der Wiederholung. Übel ist speziell im Sport, falsche Bewegungsmuster, diese sind schwer zu korrigieren.

          Was daher "intuitives" Fliegen sein soll erschließt sich mir nicht, da
          grundsätzlich die Bewegung "unbewusst* abgerufen wird. Durch die Hand Augen Koordination sind die Bilder der Lagen + Bewegungen abgespeichert.

          Kommentar

          • Gast
            Gast

            #6
            Für mich sieht das nach Brechdurchfall mit anschließenden Angstzuständen aus ,Digger!
            Um es klar zu Formulieren...Er kann nicht fliegen..Ist wohl ein Grobmotoriger. Jedenfalls gibts bei ihm wohl nur Vollausschläge.
            Da ist meine Methode viel effektiver um das fliegen am Sim zu lernen.
            Real ist wieder eine ganz andere Hausnummer und da stehe ich jetzt am Anfang.

            Ich würde jedem Pilot empfehlen die Videos von ihm zu ignorieren! Labertasche sonst nix!

            Gruß
            Sam

            Kommentar

            • Juky
              RC-Heli TEAM
              • 15.03.2007
              • 20988
              • Ingolf
              • Dortmund

              #7
              Deine "verbalen Vollausschläge" stehen dem aber in nichts nach- vllt. könntest Du Deine Meinung weniger aggressiv/beleidigend formulieren,
              das würde Deine Einlassung nicht weniger interessant machen ...

              Kommentar

              • danielgonzalez
                Helischule & Handel
                • 24.07.2008
                • 3691
                • Daniel
                • München

                #8
                Ein Flugschüler von mir hat mich auf diesen Beitrag hier aufmerksam gemacht.

                Also eines vorweg, der Auggie ist ein total liebenswürdiger und hilfsbereiter Mensch. Das intuitive Fliegen ist auch eines, von den drei Grundprinzipien, mit denen ich Schule und auch jetzt in meinem Vortrag "Die Geheimnisse der Profis, mit denen auch Du zum Profi wirst!" auf der Rotor Live vorgestellt habe.

                Er hat jetzt also grundsätzlich schon damit recht, dass man intuitiv fliegen sollte. Nur man kann halt auch intuitiv fliegen, während man einfache, aber auch komplizierte Figuren korrekt und kontrolliert fliegt.

                Was Auggie macht, ist einfach unkontrolliertes und schwachsinniges Rumgeballer, was einzig auf Reflexen aufgebaut ist, bei denen der Heli in der Luft gehalten wird.

                Auch sein Auggie Ring im HeliX mit dem die Leute den Piroflip anscheinend lernen können,.ist totaler Schwachsinn und führt im Glücksfall nur dazu, dass man erkennt, wie der Pilot einen Piroflip vor hatte. Einen korrekten Piroflip hat damit noch niemand gelernt und Auggie selbst kann auch keinen.

                Meinen Vortrag, wo unter anderem das intuitive Fliegen inkl. Übungen gezeigt wird, stelle ich noch auf Youtube, aber das wird noch etwas dauern, aber wird bald kommen. Letztes Jahr wollte ich den schon hochladen, aber die Audiospur war leider völlig unbrauchbar. Dieses Jahr ist diese aber gut

                LG,
                Daniel
                [FONT="Arial Black"]Helischule Gonzalez[/FONT]

                Kommentar

                • jobier
                  Member
                  • 16.12.2022
                  • 125
                  • Johann

                  #9
                  Danke, dem kann ich nur zustimmen! Auggie ist ein absolut grossartiger Charakter, aber kein Fluglehrer...
                  Es hatten damals, als er seine Methode unter die Leute brachte, zwar einige Erfolg... Aber ich denke, das lag daran, dass sie zum ersten mal im Leben wirklich gezielt mit einem Sim trainiert haben, anstatt "low smack" per Gaudi zu fliegen.

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                  • Copter94
                    Member
                    • 26.03.2020
                    • 149
                    • Till

                    #10
                    Guten Abend zusammen,

                    ich kenne Auggie nicht persönlich, finde aber die Videoreihe vom Grundsatz nicht schlecht!

                    Habe fast alle Teile der Reihe mehrfach gesehen und meinen Teil daraus gelernt.
                    Sicher, sein Fliegen (zumindest im Sim) hat mit Eleganz und gutem Pitchmanagement nicht viel gemein, aber die Eselsbrücken sind tlw. klasse.

                    So erklärt er bspw. wie der Heckknüppel das Heck des Helis auf dem Kopf, oder in Normallage steuert.

                    Zudem fand ich gut, wie er erklärt, wie man einen auf sich zufliegenden Heli wahrnimmt und steuert.

                    Kommt der Heli auf einen zu (egal ob auf dem Kopf oder normal) wird die Seite des Rotorkreises angehoben, in die Roll gesteuert wird.

                    Abschließend fand ich echt gut, wie er erklärt, wie man einen Heli allein durch Nick, während dem dauerhaften Pirouettieren auf der Stelle halten kann.

                    Also abgesehen vom grobmotorischen Rumgeballer (fernab jeglicher Realität) prinzipiell gute Tips!

                    Ziehts Euch ruhig mal rein, schaden tuts nicht 😊

                    Schönen Abend!
                    Gruß Till
                    T-Rex 700e | Goblin 500 Sport | T-Rex 470LM

                    Kommentar

                    • Chris Lange
                      Senior Member
                      • 13.05.2005
                      • 5371
                      • Christian

                      #11
                      Wird es nicht immer Leute geben die Kritik üben und auch immer welche die sich daran nicht stören, sondern das Thema für sich so effektiv wie möglich nutzen?

                      Was ich allerdings als bemerkenswert empfand, ist der mittlerweile (ich nenne es mal) "blinder" Herdendrang nach Produkten, die am aggressivsten am Markt vorgestellt werden. Anfänger sieht man, die eine brüllende 700er 3D Kampfmaschine mit 2000U/min versuchen im Heckschweben zu beherrschen. Manchmal wirkt es als ob es nur noch einen Wissenstand, einen Leistungsstand und eine Meinung am Markt gibt und diese wird scheinbar von demjenigen bestimmt der best of Show liefert. Ich nehme mich da nicht aus, ganz im Gegenteil, ich habe mein Lehrgeld auch gezahlt. Das Leute mit unterschiedlichen Wissen und Können solche Tutorials erstellen finde ich gut, weil man sich so auf allen Niveaus bestmöglich versteht. Letztendlich sehe ich das auch wie meine Vorredner. Der eine sieht ein Gummiband im Dreck und schimpft über die Umweltsünder, der nächste hebt es auf und freut sich über das Geldbündel was daran hängt. Ich meine es geht doch gar nicht darum was andere vor tanzen, sondern darum was man selbst daraus für sich macht.
                      Moin

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