ich bin heute überglücklich, denn zum ersten mal habe ich mich heute getraut, echte Autorotationen aus ca. 60-70m Höhe zu probieren.
Die gute Nachricht: Es ist nach den Auros alles heile geblieben.
(schade, dass mein Regler während der letzten Rückenflug-Nummer meinte, abregeln zu müssen - schöner Schaden am Voodoo 600)
Vielleicht hilft mein "Werdegang" dem einen oder andern etwas weiter, der sich bis jetzt noch nicht so recht an diese Auro-Sache rangewagt hat.
Was mir wirklich extrem gut geholfen hat, waren die genial gemachten "Autorotation"-Videos von Smacktalkrc mit Bert Kammerer und Bobby Watts. Diese Videotutorials sind echt Gold wert und es wird alles über Therorie und Praxis genau erklärt und vorgeflogen.
In den Videos wird die Auro in zwei Teile aufgedröselt, von denen man jeden Teil relativ gefahrlos für sich üben kann. Am Schluss werden die Teile zusammengesetzt und man hat die Auro perfekt im Kasten
Teil 1: "Baby"-Autorotationen
Man schaltet den Heli in 1-2m Höhe einfach ab und lässt diesen mit gefühlvollem Pitcheinsatz sanft zu Boden fallen. Am Schluss, wenn eine Kufe den Boden berührt, sofort neg. Pitch geben, um den Heli an den Boden zu heften.
Dies dient dazu, den sanften Umgang mit der Pitchreserve zu üben.
Achtung: Je nach Heligröße gibt es eine "dead-zone". Diese liegt grob bei 7-10m Höhe. Das ist bereits zu hoch, um den Heli mit der Rotor-Auslaufreserve noch abzufangen, auf der anderen Seite ist das noch zu niedrig, um Drehzahl aufbauen zu können.
Also nicht höher als ca. 2-3m probieren, bei kleineren Helis (500er) deutlich weniger.
Teil 2: der Anflug
Das ist der Teil, der mir deutlich schwerer gefallen ist. Das Problem dabei ist, dass man das am Sim so gut wie nicht üben kann, weil man im Sim den Boden erst dann sieht, wenn es bereits zu spät ist.
Man fängt so an, dass man versucht, den Heli in einer geraden, parallel zum Flugfeld verlaufenden Linie unter ca. 45 Grad Sinkwinkel mit 0 Pitch aber laufendem Motor in Richtung Boden zu bringen und dann zum Stillstand abzubremsen - ohne Aufzusetzen. Das ganze mit mäßiger Geschwindigkeit aber deutlicher Vorwärtsfahrt.
Beginnt man den Sinkflug von links oben nach rechts unten, darauf achten, dass der anvisierte Landepunkt rechts von einem liegt. Man fliegt also noch ein Stück an sich vorbei. Die Landung ist dann eher in Heckansicht, was zu Beginn leichter fallen dürfte. (Man hat echt genug damit zu tun, ohne große Drehzahlreserve den Heli zu bremsen, geradezurichten und sanft abzusetzen. Es gibt nur EINEN Versuch)
Es hilft sehr dabei, wenn man eine breite und lange Landebahn hat. Einen schmalen Feldweg trifft man zu Beginn niemals.
Mein persönlicher Tipp: Die "kleinen" Auros als Zwischenschritt.
Mir hat es geholfen, eine Woche zuvor mit mäßiger Fahrt über den Platz zu fliegen, dabei zu sinken und in ca. 4-7 m Höhe (je nach "Mumm") den Motor auszuschalten. Die Höhe kann man dabei von 1-2m auf 6-7m erhöhen.
Durch die Fahrt bekommt der Heli genug Drehzahlaufbau, damit es gut zur Landung reicht. Das alles natürlich gegen den Wind.
Kritisch ist die Phase des Flarens, also wenn der Heli aus der Fahrt heraus abgebremst werden muss. Hier kann man mit etwas neg. Pitch sogar noch zusätzliche Rotordrehzahl aufbauen. Immer auf das Rotorgeräusch hören. ßberhaupt ist es gut, auf das Auftouren des Rotors zu achten, um den sweet-spot des neg. Pitchwinkels zu erwischen. (ca. -2 bis -4° Pitch)
Vorsicht: Bei zuviel neg. Pitch fällt der Heli relativ rasch zu Boden.
Noch schlimmer ist zu viel pos. Pitch während der Sinkphase. Das geht zwar schön langsam, frisst aber unter Umständen die gesamte Energie des Rotors auf.
Stichwort: Blade-Stop im Extremfall!
Nicht erschrecken: Der Heli sinkt mit etwas negativ Pitch relativ schnell in Richtugn Boden. Ca. 5m über dem Boden nicht die Nerven verlieren und zu früh flaren, dann reicht es unten nicht mehr. Also zügig fallen lassen und erst ca. 2-3m über dem Boden bremsen, geradestellen und dann sanft zu Boden sinken lassen.
Zum Heli: Mit einem 700er geht das alles relativ gut, mit einem 600er auch.
Ich habe es mit meinem Forza 700, Goblin 630, Voodoo 600 und dem Goblin 500 probiert.
Mit dem 500er ist es zum Anfangen nicht zu empfehlen. Ab 600er gehts viel besser, auch mit dem relativ schweren G630.
Wenn man das Aotorotieren mal etwas geübt hat, ist der Spaßfaktor relativ hoch. Ich konnte heute gar nicht mehr aufhören und habe bestimmt 20 Auros absolviert.
Das Ganze sieht dazu noch ziemlich spektakulär aus und es klingt auch Klasse!
Viel Spaß und viel Glück beim Ausprobieren!
Viele Grüße
Rolf




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