Nach einiger Erfahrung mit Flaechenfliegerei (bis Messer- und Rueckenflug) und laengerer Pause moechte ich mich nun auch der Koenigsklasse Heli widmen, besonders deshalb, weil man dafuer nicht unbedingt einen Airport braucht.
Die Fragen vornweg:
Ist ein Koaxial zum Heli-Fliegen-Lernen wirklich geeignet?
Ist der staendige Wechsel zwischen PC-Simulator und Koaxial machbar und sinnvoll?
Um das Budget im Rahmen zu halten, habe ich folgenden Weg eingeschlagen:
einen etwas groesseren Koaxial (mehr als Micro) kaufen, fuer Indoor und Windstill-Outdoor, dazu unbedingt einen SIM, am besten einen, der auf iMAC laeuft (wegen dem schoenen grossen Bild) und ueben, ueben, ueben, simuliert und "echt".
Da ich momentan in den USA lebe, trainiere ich nun mit einem Syma S032 und E-Sky SIM, der aber am iMAC mit X-HELI laeuft. Geht super.
Von X-HELI bin ich ziemlich begeistert und kann schon recht gut mit T-Rex und Raptor schweben.
Nun aber das Problem an meinem Ansatz:
Es scheint ein grosser Unterschied zu sein, ob man einen "echten" Heli am SIM fliegt, also alle drei Achsen plus Pitch, Single-Rotor, oder den Koaxial mit nur 3 Kanaelen.
Leider gibt es kein vergleichbares Koax-Heli-Modell am SIM, sodass ich jedesmal das Gelernte vom SIM nicht umsetzen kann, ja sogar ganz konfus werde.
a) Mein Koaxial kennt kein Roll. Es scheint mir, die seitliche Richtungsaenderung funktioniert nur dadurch, dass man etwas Nick hat, nach vorn, und man den Schwanz des Koaxial dann so dreht, dass er wieder in die Gegenrichtung marschiert. Das endet letztendlich also darin, dass man anders im Vergleich zum richtigen Heli steuert:
Am Single-Rotor-Heli wuerde ich ja Roll entgegen verwenden, also driftet er nach rechts, wuerde ich leicht links gegenrollen, also Knueppel nach Links. An diesem Koaxial, so scheint mir, muss ich aber, wenn er nach rechts drifted, erst eine Drehung um die Hochachse (eigentlich wohl Gier oder Yaw) einleiten, damit er dann in Richtung fallende Nase ausgleicht.
b) Anfangs habe ich versucht, den Heli "optimal" auszutrimmen. Also reines Pitch und er steht wirklich wie ein Kolibri. Das macht aber gar keinen Sinn:
Da der Koaxial eine feste Nabe hat, keine Blattverstellung o.ae. wird der Pitch dadurch generiert, dass sich am Heck ein dritter Motor zuschaltet. Der Heckrotor ist hier aber waagerecht montiert, sodass der Schwanz angehoben wird, die Nase gedrueckt, wenn man Nick dazu gibt. Das saubere Austrimmen hatte dann zwei erhebliche Nachteile: erstens kennt der Heli damit kein Rueckwaerts-Nick mehr, kann also nur noch vorwaerts fliegen und: der Motor schaltet sich erst bei einer bestimmten positiven Nick-Stellung hinzu. Da dies mit einer Hysterese verbunden ist, passiert erst gar nichts und dann hebt er maechtig das Hinterteil, somit geht es gleich maechtig nach vorn.
Also scheint mir die Loesung nur zu sein:
Den Koaxial so austrimmen, dass er von allein rueckwaerts fliegt, negatives Nick hat. Daraus folgt aber auch, dass man immer positives Nick geben muss, selbst wenn man Schweben will. Am besten sogar so austrimmen, dass der Heckmotor staendig laeuft und ein abruptes Umschalten unterbleibt.
Es scheint mir auch, Koaxial-Fliegen heisst noch lange nicht Heli-Fliegen. Ich denke mal, die Feinmotorik kann man damit wohl recht gut lernen, auch die Reaktionsfaehgkeit, das "raeumliche Denken". Jedoch das staendige "Umdenken" vom SIM, wo ich ja immer die echte Drei-Achs-Steuerung lerne und auch wie wirkungsvoll Roll sein kann, auf den "andersartigen" Drei-Kanal-Koaxial, wo das Gieren eher die Richtungsaenderung bewirkt, aber auch nur, wenn ich Nick dazu habe, scheint mir nicht nur anstrengend, vielleicht sogar kontraproduktiv, wenn man Heli fliegen lernen will.
Oder anders: der wirkliche Heli zum Fliegen sollte auch im SIM vorhanden sein. Es reicht schon allein, im SIM das Modell zu wechseln.
Was ist Eure Erfahrung mit Koaxial-Helis? (ausser dass sie spaeter an Fun-Faktor verlieren sollen)
Wie trimmt man solche Koaxialen mit einem waagerechten Heckrotor fuers Nick?
Sollte man solche Anfaenger-Helis auch am SIM fliegen lernen koennen? (gibt es ein Modell dafuer?)
Eher die Finger von Indoor-Koaxial lassen?
Um die Crash-Kosten zu optimieren und aus Platzgruenden wollte ich erst einmal Indoor starten (koennte ja einen ganzen neuen Heli kaufen als Ersatz) oder auf Parkplatz vor dem Haus. Gibt es einen echten Heli, Single-Rotor mit richtigem Heck-Rotor, den man gefahrlos in groesserer Wohnung fliegen lassen kann?
Weitere Frage zum Steuern-Lernen: meine bisherige Erfahrung ist: ja, man startet vorsichtig, hat man doch gelesen, kleinste Impulse haben eine grosse Wirkung. Jedoch scheint mir eher zuviel Vorsicht zum Tragen zu kommen: man vermeidet lange, wenig oder nichts zu machen. Und man kompensiert noch etwas zu verzoegert. Da bemerkt man dann, oh, es reicht noch nicht, um auszugleichen, also noch ein bischen mehr. aber immer schoen langsam. Und dann wird es doch zu viel, Traegheit des Systems noch unbekannt. Am Ende schaukelt es sich dann auf, der Heli pendelt zunehmend hin und her oder man verliert ganz und gar die Ruhe und damit Kontrolle.
Ja, Helis muessen immer gesteuert werden, Eigenstabilitaet wie Flaeche kennen sie nicht. Ist es nicht sogar sinnvoller mit folgendem Ansatz heran zu gehen?: bewege immer schoen die Knueppel, ganz wenig, aber niemals Ruhe einkehren lassen. Ruehre ruhig ein wenig damit herum, ganz bewusst, auch wenn es komisch aussieht. Aber so spuert man am ehesten, was man macht, dass man eine Kontrolle ausuebt und man hat sogar schon das Gefuehl, in welche Richtung man mit dem Knueppel muesste. Lass den Heli ruhig wabbeln, bevor ich hastig hinterher regeln oder springen muss, weil es einfach noch nicht feinfuehlig geht. Egal wie es aussieht, lieber zitternd im Schwebeflug als zu grosses Pendeln und Eiern.
Und: angenommen das Heck bewegt sich nicht wie ein Kreisel, aber es dreht sich durchaus einfach selber etwas weg. Ist der Hinweis auf die Heckfliegerei wirklich so notwendig? Muss ich wirklich immer das Heck so genau ausrichten, gebannt darauf starren?
Es scheint mir eher, in gewissem Masse kann ich die Stellung des Heck ganz ignorieren, ja, das Heck durchaus ganz aus meinem Blick ausblenden. Eher auf den Rotor, noch besser auf die Rotorachse schauen, um auf die Fluglage und die "kommende" Bewegungsrichtung zu schliessen. Dann brauche ich nur noch Nick und Roll, etwas Pitch, um die Hoehe auszugleichen und das Gieren kann ich sogar erst einmal aussen vor lassen. Und: komme ich damit nicht sogar schneller zum Nasenfliegen?
Der Heli fliegt eh nicht dahin, wo die Nase hinzeigt. Wenn ich ihn also ohne Ruecksicht auf die Nase immer in die gewollte Richtung bekomme, kann ich spaeter einfach die Drehung um die Hochachse dazu nehmen, was keinen Einfluss mehr auf meine Richtungsflugkuenste hat, jedoch der guten Ansicht zugute kommt.










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