beim Anblick eines Mini-Helis in einem Spielwarengeschäft hat mich die Neugierde gepackt: einen RC-Heli muss ich unbedingt mal ausprobieren.
Es sollte allerdings ein halbwegs vernünftiger Heli und nicht ein billiger-Schrott-aus-China, wie z.B. Dickie, sein. Und es sollte ein Micro-Heli sein. Zum einen aufgrund des niedrigen Preises und zum anderen weil ich nicht jedes Mal zum nächsten Flugplatz fahren wollte. Als Einstieg hatte ich ein Koax-Heli ausgesucht, den Nine Eagles Draco V5 RTF. Aufgrund der Flugzeit von ca. 7 Minuten war sofort klar, dass auch ein Ersatz-Akku dazugehört. Dieser war aber zu der Zeit nicht lieferbar, also habe ich mich für den Solo Pro 270 (auch mit Ersatzakku) entschieden
Da ich absoluter Anfänger bin, habe ich zuerst im Internet Informationen über RC-Hubschrauber für Einsteiger eingeholt und mir mehrere Schulungsvideos angesehen. Das kann ich jedem Anfänger empfehlen, denn mit der Bedienungsanleitung allein kommt man nicht sehr weit.
Der Heli wurde geliefert, es war windstill, also Zeit für den Jungfernflug. Dieser sollte auf der Terrasse mit Waschbetonplatten stattfinden, aber der Heli kippte zur Seite weg. Also habe ich mir einen Startplatz mit ebenen Pflastersteinen gesucht. So konnte der Heli seitlich rutschen und kippte nicht um.
Der Heli zog allerdings nach dem Start immer zu erst nach links, auch in 40cm Flughöhe. Also habe ich den Heli sofort wieder gelandet und die Trimmung eine Stufe weiter nach rechts gestellt. Erst die Trimmung nach rechts bis zum Anschlag führte zu stabiler Fluglage.
Ich bin angenehm überrascht über die stabile Fluglage. Ich habe die ersten Flugversuche schließlich im Freien unternommen, und der Heli driftet nur langsam ab, mal nach rechts, mal nach links, aber immer nur leicht. Ich habe mich nur darauf konzentriert, den Heli in einer Höhe von ca. 50cm zu halten. Ist der Heli zu weit abgedriftet, habe ich den Heli gelandet und wieder auf die Ausgangsposition gestellt. Auf diese Art habe ich die ersten 15 Flugminuten (mit zwei Akkus) verbracht.
Dann habe ich das Gestänge für das Rollen neu eingestellt, und danach stieg der Heli ohne Roll-Trimmung senkrecht auf. So viel zum Thema -Ready to fly-.
Ein paar Landungen waren doch recht unsanft, aber der Heli hat das ohne Probleme weggesteckt.
ßber Ostern war ich mit meinen Kindern bei meinen Eltern auf dem Land, und da war genug Zeit für die nächsten Flüge. Leider zu viel Wind für draußen, also fanden die nächsten Starts in der Garage statt. Eine Kollision mit einem Wandschrank in 1,5m Höhe hat der Heli überlebt, aber insgesamt ist die Garage einfach zu klein für einen Anfänger.
Also habe ich nach mehr Platz gesucht und diesen auf dem leeren Heuboden auch gefunden. Ein hervorragendes Fluggelände: viel Platz und windstill. Dort habe ich viel Heck- und Seitenschweben trainiert. Und wenn sich der Heli mal dichter als 1m einer Wand genähert hat, habe ich gelandet. Kein weiterer Crash, einfach sicheres Fliegen.
Nach ca. 20 Akkuladungen hatte der Heli Startschwierigkeiten: der Hauptrotor dreht sich nicht mehr und muss angeschubst werden. Nach 6 weiteren Akkuladungen trat ein deutlicher Leistungsverlust auf, schon nach wenigen Minuten kommt der Heli nicht mehr vom Boden weg. Auch der Heckrotor zickt. Das war das vorübergehende Ende.
Danach habe ich im Internet recherchiert und herausgefunden, dass die SoloPro-Motoren heiß werden können und nach jedem Flug 5-10 Minuten Abkühlung brauchen. Ich habe immer zwei Akkus direkt hintereinander geflogen.
Also wurden Ersatzteile fällig: Hauptmotor, Heckausleger und Stabilisatorstange. Letztere hatte sich bei einem Crash leicht verbogen, nach dem Geradebiegen war aber noch Weiterflug möglich, sicherheitshalber wollte ich aber lieber eine neue bestellen. Insbesondere die Stabilisatorstange war schwer zu bekommen, und ich hätte insgesamt bei mehreren Händlern bestellen müssen, und so habe ich mir einfach einen zweiten SoloPro 270 gekauft.
Die weiteren Flugversuche fanden draußen in einem relativ windgeschütztem Bereich statt, anschließend auf einer größeren Rasenfläche. Die ersten Startversuche auf Rasen sind allerdings fehlgeschlagen: die Kufen bohren sich bei leichter Bewegung ins Moos oder Grashalme wurden um den Heckrotor gewickelt. Also habe ich eine gras- und moosfreie Startfläche gesucht und auch gefunden und bin von dort gestartet.
Dann habe ich versucht, ein Quadrat abfliegen. Und mit immer mehr ßbung klappt das auch immer besser.
Bei leichtem Wind habe ich Heck- und Seitenschweben trainiert und schließlich auch das Nasenschweben. Aber der Heli ist einfach zu klein, manchmal kommt er einfach nicht gegen den leichten Wind an. Also wird es Zeit für einen größeren Heli �
Zur Zeit favorisiere ich den Robbe Blue Arrow Trainer CP, aber das steht noch nicht fest. Aufgrund der Größe könnte ich den noch quasi vor der Haustür fliegen. Und der Preis ist auch noch vertretbar.
Zum Schluss meine kurzen Empfehlungen für Anfänger mit Micro-Helis:
- Vorher umfassende Informationen aus Internet sammeln und Trainingsvideos ansehen.
- Flugbereich: Fläche von mind. 5x5m erforderlich (weil die meisten nicht über ein so ein großes Wohnzimmer verfügen, draußen bei Windstille starten, auch wenn das Warten auf einen entsprechenden Tag schwerfällt)
- Ebene Startfläche erforderlich, damit Heli seitlich rutschen kann und nicht umkippt
- Wird Abstand zum nächsten Hindernis kleiner als 1 m, landen! Keine Abfangversuche, auch wenn letztere immer besser klappen, aber ein Crash reicht aus, um den Heli flugunfähig zu machen.
Gruß
Ludger


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