als eher Wenigschreiber (aber Vielleser) muss ich jetzt doch mal...
Heute war ich mit meinem T-Rex 600 fliegen. War der 16. Flug, als Anfänger Heckschweben mit Drehungen um 45grad nach rechts und links.
Plötzlich hatte ich einen Knoten im Hirn und der Heli ergab sich zügig der Gravitation, blöderweise in einem mindestens 45 Grad-Winkel über die Rollachse.
Mein erster Gedanke war, ok, das wars, der geht in den Acker. Dann kam mir aber so gut wie zeitgleich der aus diesem Forum geflügelte Spruch in den Sinn:
"Höhe ist Dein Freund".
(jawoll, lesen bildet wohl doch).Also habe ich reflexartig den Pitchknüppel betätigt, so dass der Heli erstmal wieder Höhe gut gemacht hat.
Ich habe dann versucht, einen Landeanflug einzuleiten, da ich nervlich ziemlich "angespannt" war. In ca. 10 m Höhe mal kurz Roll gewackelt und...
Verdammt, die Mühle zeigt ja mit der Nase zu mir. Hier wieder kurzer Kontrollverlust aufgrund von nicht einkalkulierten Begebenheiten.
Schnell mal Gier geben, damit das Heck wieder zu mir zeigt. Upps, zu heftig Gier gegeben, das Teil macht mal grad zwei Pirouetten.
Rexi war mittlerweile schon wieder auf dem Weg nach unten mit 45Grad Roll.
Ich habe das Teil tatsächlich schon wieder im Acker gesehen.
Aber, was einmal klappt, geht auch zweimal... also:
"Höhe ist Dein Freund"
Pitch gegeben bis der Arzt kommt, aber aufgrund der schrägen Fluglage verschwindet das Biest aus seinem ihm zugewiesenen Flugkorridor und findet sich hinter mir wieder.
Leider stand er in einer von mir noch nie gesehenen Position am Himmel (schon zum zweiten Mal innerhalb von 1,5 Minuten).

Ich habe dann nochmal mit Roll die Fluglage gecheckt , vorsichtig mit Gier das Heck zu mir gedreht, mit zitternden Händen zum Start/Landeplatz dirigiert (ja, das musste aus Ehrgeizgründen noch sein) und abgesetzt (heile, stirnabwisch).
Danach habe ich erstmal 10 Minuten gesessen und abgewartet, bis wieder mehr Blut als Adrenalin durch die Venen fliesst.

Warum ich das schreibe?
Aus zwei Gründen:
1. Ich bin stolz wie Oskar, dass ich die Situation hinbekommen habe.

2. ßm allen Anfängern zu sagen, dass ein Simulator extrem wichtig ist.
Nach ca. 2 std. realem Fliegen hätte ich die Situation niemals zu einem positiven und überaus befriedigendem Abschluss gebracht, wenn ich nicht schon ca. 30 std. am Simulator meine Reflexe trainiert hätte. Ich behandele den Sim-Heli so, als wäre es der reale, so rette ich viele Situationen, obwohl es nur ein digitaler Hei ist.
Was mir im Nachhinein übrigens zu denken gibt: Ich habe keine Sekunde daran gedacht, den Motor abzuschalten, hätte ich wahrscheinlich auch nach einem Abturz nicht sehr schnell dran gedacht. Hier muss ich mal dran arbeiten.
viele Grüße,
Sven






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