es gibt ja bereits diverseste Fragethreads hier im Forum, die sich mit dem Thema: Helieinstieg beschäftigen.
Ich möchte hier kurz meine bisherigen Erfahrungen darstellen und damit (hoffentlich) vielen Leidkameraden (und Kameradinnen) die Angst vor dem Einstieg ein Wenig nehmen

Kurz mein bisheriger Weg:
Ich habe vor einiger Zeit mit einem gebrauchten Walkera begonnen, meinen Traum vom Helifliegen (wenn auch nur klein) wahr werden zu lassen. Schon nach 1 Monat merkte ich, dass es wenig Sinn macht, mittendrin einzusteigen, weil ich damit praktisch null Anhaltspunkt über die Mechanik und die Funktion eines Helicopters hatte. Der Heli war verstellt, flog schlecht und ich wusste nie, warum eigentlich was wie und wo war�
1. Lektion: Der Einstieg sollte grundlegend sein - damit meine ich, dass man sich ein Wenig umschaut (z.B. in diesem Forum) und letztendlich zum starten einen -guten- und vor allem -nicht verstellten- Heli auswählt. Gut sind meiner Meinung nach sog. RTF Helis, die sich ab Werk bereits einigermaßen fliegen lassen.
Ich bin daraufhin schnell umgestiegen auf einen E-Flite Blade 400 als RTF. Hier konnte ich mich langsam an die Funktionsweise einer richtigen Fernsteueranlage (Spektrum DX6i) herantasten und wurde schnell zum Kampfschweber

Letzendlich habe ich auch schon versucht, mit vorsichtigen ßnderungen an der Fernsteuerung das Flugverhalten des Helicopters zu verändern und bekam damit bereits ein gutes Gefühl.
2. Lektion: Auch mit einem RTF Heli muss man allerhand Dinge noch selber machen (Akku löten, Feineinstellung für das gewünschte Flugverhalten, etc.). Aber die gute Basis erleichtert doch vieles. (den Preis für den gebrauchten Walkera hätte ich mir sparen können).
Aus meiner Sicht ganz entscheidend wichtig ist ein guter Simulator! Angefangen habe ich mit dem Reflex XTR und bin dann auf den Phoenix 3.0 umgestiegen. Es geht hier meiner Meinung nach im ersten Schritt um das instinktive Erlernen der grundsätzlichen Steuerfunktionen eines Helicopters - weniger um das 100% identische Flugbild in der Realität. Ausserdem kann man die SIMs für später sicher auch immer gebrauchen.
3. Lektion: Ein guter Simulator macht sich SOFORT bezahlbar, weil man sich erhebliche Chrashkosten in der Zeit der eigentlichen Steuerungskoordination spart.
Aber ich kam nicht wirklich weiter, denn wenn ich mit dem Blade 400 auf der Wiese stand, gingen mir permanent die Windeln ausâ?¦
Es ist doch ein großer Unterschied, ohne Angst vor Verlusten am SIM zu üben, oder das Ganze in freier Natur anzuwenden. Deshalb:4. Lektion: Kalkuliert für die erste Zeit unbedingt ein Wenig Budget für einen Fluglehrer mit ein. Ich selber habe anfangs gedacht, dass ich es ohne schaffe, aber Autofahren lernt man ja schliesslich auch nicht mit -Try and Error-
Ein paar Flugstunden sind billiger als ein fieser Absturz und man findet Freude, Freunde und Gleichgesinnte.Zusammen mit meinem Fluglehrer habe ich es mir selber auch getraut und meinen eigentlichen Kindheitstraum damit erfüllt, dass ich mir einen eigenen Verbrennerheli zum selber bauen zugelegt habe. Es ist ein T-Rex 700N 3G. - so ein richtig schöner Stinker

Das Teil ist für einen Anfänger wie mich schlicht eine ganze Spur ZU kompliziert, als dass man das auf Anhieb alleine schaffen kann. Die Einstellung der elektronischen Komponenten (flybarless) ist doch ein ganzes Kapitel für sich�
Aber mein Fluglehrer ist hier sehr, sehr geduldig mit mir und zeigt mir gebetsmühlenartig welche Einstellungen was am Heli bewirken und ich lerne täglich was dazu.
Das Beste ist aber, dass wir beim Fliegen im Trainer-Schüler Modus fliegen und ich damit meinen eigenen Heli in der Wirklichkeit steuern kann, ohne, dass ich mir Sorgen um einen teuren Absturz machen muss. Wenn ich hier zum Teil Erfahrungsberichte lese, dass manche ein Duzent Rotorblätter zum Rasenmähen in Reihe verschleissen, stecke ich das Geld lieber in eine gute Ausbildung - spätere Abtürze sind natürlich immer möglich - aber bitte eben nicht gleich zu beginn

Aber eine Lektion habe ich noch gelernt:
5. Lektion: Selber bauen = Mechanisches Verständnis für einen Helicopter. Erst durch den Zusammenbau meines T-Rex (gefühlt bestimmt 3mal, bis ich all die Fehler kapiert habe) konnte ich die letzten Hürden meines mechanischen Verständnisses überwinden und ausserdem fühlt man sich irgendwie gut dabei

Ich hoffe, dass ihr meine Erfahrungen nachvollziehen könnt und keine Angst vor dem Einstieg habt. Ich selber fühle mich jeden Tag mutiger - bastel an meinem Heli herum (Beleuchtung, einfach mal nachgucken, etc.) und werde hoffentlich bald den Luftraum über München unsicher machen

In diesem Sinne viele Grüße und gutes Wetter
Benedikt

Kommentar