wie man an der Anzahl meiner Post sehen kann, bin ich neu hier im Forum.
Ich hoffe, dass es niemanden langweilt, aber ich stelle mal meinen kurzen Heliwerdegang dar, vielleicht könnt Ihr meine Fragen schließlich detailierter beantworten.
Angefangen habe ich vor 2 Monaten mit einem ESky Lama V3 im Wohnzimmer. Ich wollte bewußt erst einmal einen Koax, um mich in die Materie einzufinden.
Als blutiger Anfänger meinte ich die Bedienungsanleitung nicht lesen zu müssen und habe den Akku am Heli eingesteckt und DANACH die Fernbedienung eingeschaltet. Etwas Pitch gegeben - nichts passsiert - etwas mehr - immer noch nichts - nochetwas mehr - wumms der Heli kanllt unter die Decke und kommt gleich auch wieder runter.
Dann habe ich artig die Bedienungsanleitung gelesen und mich mit der Materie auseinander gesetzt. Heckschweben klappte sofort gut, für das Wohnzimmer war mir der Heli mit 340mm Rotor fast zu groß. Vor allem wenn man in ca. 1m Höhe über den Tisch fliegt und plötzlich der Groundeffekt wieder da ist. Es bleib immer eine gehörige Portion Respekt.
In der Tiefgarage habe ich dann etwas Respekt abgelegt, aber das brettartige Fliegen hatte ziemlich wenig mit dem zu tun, was ich in der Zwischenzeit beim ßben am Simulator (HeliX) gelernt hatte.
Besonders Kurven in "Schräglage", also mit Roll/Gier einleiten und dann hauptsächlich mit Pitch und Roll und nur wenig Gier fliegen klappte nicht wirklich. Ich konnte zwar meine Kreise und Achten fliegen, aber ich hatte immer das Gefühl, dass der Heli auf einem unsichtbaren Einkaufswagen befestigt ist, den ich mit der Funke durch die Gegend schiebe.
Zu Weihnachten gab es dann einen Nine Eagles Solo Pro V1 FP. Nachdem ich mich an die Zappeligkeit, das nach Links ziehen beim Starten und andere FP Eigenheiten bedingt durch die winzige Grösse und den Single Rotor gewöhnt hatte, fing der Kleine an richtig Spaß zu machen.
Einzig auf der Stelle um die Hochachse drehen funktioniert nich so toll. Bei Gier nach rechts fliegt der Heli immer etwas vorwärts, bei Gier nach links immer etwas rückwärts. Daraus resultierend kann man Linkskurven nur sehr mühsam und langsam fliegen.
Bei Pirouetten auf der Stelle mit vollem Gier beschreibt er immer noch kleine Kreise. Der Blade MSR scheint das besser zu können.
Aber wenn man mit dem Dual-Rate Schalter die Servowegbegrenzung ausschaltet hat der Kleine genug Speed. Inzwischen fliege ich mit dem Kleine meine Achten auch in der Küche, im schnellen Steigflug auf die nächste Wand zu und im "Sturzflug" wieder zurück. Auch damit, dass er beim Abbremsen aus voller Fahrt gerne übers Heck absackt, habe ich mich gewöhnt und kann das inzwischen gut abfangen.
Kurzum, der Kleine hat mich soweit gebracht, dass ich mit ihm und auch dem Lama durch die Wohnung fliege und die letzten 30 Akkuladungen trotz wachsendem ßbermut keine "Feindbeührungen" mehr hatte.
Also wollte ich es etwas größer, aber nicht gleich einen CP, sondern bewußt einen "Anfängerheli".
Also habe ich spontan zu einem Robbe Arrow Plus Trainer alias Walkera CB180D gegriffen.
Ich wußte um die Nachteile (45° Stabi-Stange = Lahm und träge, Bürstenmotoren etc.) aber die Motoren kosten nun wirklich nichts und "lahm" ist für den Anfang nicht so schlimm.
Verarbeitung hat mich überzeugt und auch (vorläufig) die Flugeigenschaften.
Wenn der richtig getrimmt ist, liegt der fast so ruhig in der Luft, wie der Lama. Kurze Kommandos Nick/Roll/Pitch werden viel präziser umgesetzt, als beim Solo Pro, der immer etwas zappelig und unpräzise ist.
Gier ist etwas sehr empfindlich, aber dass hatte ich schon gelesen, auch die Lösung 2K-Ohm Widerstände einzulöten. Werde ich beizeiten mal machen.
Dafür ist das nach links ziehen beim Starten viel weniger ausgeprägt, als beim Solo Pro (aber vielleicht habe ich mich auch schon daran gewöhnt) und das Gieren auf der Stelle geht wie beim Koax.
Der Rest fliegt sich eigentlich wie der Solo Pro. In der Tiefgarage fliege ich meine Achten, Heck- und auch Nasenschweben klappt zuverlässig und stressfrei.
Aber nun kommt mein Problem. Draußen ist er wirklich problematisch, bei Windböen lassen sich der kleine Solo Pro und sogar der Lama besser wieder zurückholen, der CB180D ist einfach vorwärts zu lahm. Ich hatte bei meinem ersten Versuch draußen große Mühe ihn wieder heile zurück zu bringen.
Also erstmal in der Tiefgarage weiterüben. Mittels der 3in1 den Extent so verstellt, dass ich das Maximum der Servowege gefunden habe. Er fliegt sich jetzt zwar etwas spontaner, wenn man voll Nick bzw. Roll gibt, aber speziell auf Nick holt ihn die Stabistange immer wieder zurück. Soll heißen, ich gebe voll Nick nach vorne plus etwas Pitch und er fliegt auch gut nach vorne los aber nach ein paar Metern nimmt er die Nase immer wieder etwas hoch und kommt kaum über Schrittgeschwindigkeit, egal ob ich noch mehr Pitch mitgebe oder nicht. Er will immer wieder in die Wagerechte.
Ich habe dann versucht ihn zu "überlisten", indem ich eine leichte S-Kurve geflogen bin, um ihn auf Geschwindigkeit zu bringen. Das hat auch gut funktioniert, aber holla - beim Einleiten der zweiten Kurve hat er plötzlich seine Geschwindigkeit ca. ver 5-facht (!!!) und ging nach vorne wie nichts Gutes.
Und dann kam das, was ich schon gelesen hatte: "Neigt beim Abbremsen dazu über das Heck abzusacken, was für den Anfänger nur schwer abzufangen ist". Volle Zustimmung, ich kannte das Verhalten zwar vom Solo Pro, nur ist die Tiefgarage leider nur 2,8 m hoch und er hing schon mit der Nase an der Decke und dem Heck nach unten. Voller Nick nach vorne und Pitch hat ihn nicht wirklich interessiert.
Nicht schlimm, das hat mich nur ein Rotorblatt gekostet. Ich habe dann schließlich den letzten Tipp befolgt und die Stabi-Anlenkung ein Lock weiter nach außen zu setzen. OK, jetzt geht es etwas besser vorwärts, aber noch nicht genug. Auf dem ganz äußeren Loch könnte es jetzt für draußen reichen und er fliegt sich viel agiler, eigentlich fast so, wie ich es mir Wünsche.
Was allerdings geblieben ist, ist der verhältnismäßig große Geschwindigkeitszuwachs beim fliegen weiter Kurven. Das ist nicht Faktor 2 sondern weitaus mehr. Und zudem setzt dieser Effekt vollkommen unvermittelt und schlagartig ein, den Anfang der Kurve fliegt er noch gemütlich um dann plötzlich und unvermittelt den Nachbrenner zu zünden.
Ich habe mich zwar darauf einstellen können, dass er das tut, aber er überrascht mich immer wieder wann er das tut. Für mich absolut nichtdeterministisch.
So nun genug gefaselt, jetzt kommen meine eigentlichen Fragen:
1. Das ist die "blöde" Stabistange und das bleibt bei dem Prinzip auch so, oder muß ich das erstmal lernen, weil ich (noch) zu blöde bin ?
2. Ich vermute, dass der Punkt, ab wann er plötzlich so schnell wird, der ist, wenn die Stabistange am Anschlag läuft, also durch die Fliehkräfte wieder in die Wagerechte will, aber kein Weg mehr da ist und dann fliegt der Hubi endlich so schnell, wie er könnte ?
3. Wie wäre es da als Alternative mit einem Flybarless mit drei Achsen Gyro ala Walkera V200D01 oder V200D02 (dann muß ich mich vom Aussehen zum CB180D nicht umstellen, der gefällt mir nämlich) ? Wohl eher der D01, der hat ein Pitchheck (präziser aber anfälliger) und einen BL-Motor.
4. Die Stabistange interessiert sich ja nur bedingt für die Roll- und Nickbefehle, die ist ja "dumm" und will wieder in die Horizontale. Berücksichtigt der 3-Achsen Gyro die Servo-Stellungen und "denkt mit" ? Und kann ich mich im Laufe der Zeit durch zurückdrehen des Roll- und Nick-Gyros langsam an das Fliegen ohne "Hilfe" rantasten ?
5. Oder ist ein CP mit Flybar dann doch besser ? Wenn ich den Pitch bei meinen FPs verändere, habe ich immer das Gefühl, er reagiert mit etwas Verzögerung bis der Motor die gewünschte Drehzahl endlich erreicht hat. Ist das bei einem CP besser ?
Ich bin eben noch keinen geflogen, aber zumindest im Simulator fühlt sich das bei einem T-Rex besser an.
Dafür finde ich etwas anderes zumindest im Simulator ziemlich gruselig: Etwas Roll rechts, Hubi fliegt nach rechts, Roll wieder auf Mittelstellung, Hubi fliegt immer noch nach rechts. Mit Roll-Links zurück holen, resultiert dann in Hubi fliegt nach links, also wieder nach rechts gegensteuern etc. Ist das in der Realität auch so extrem ?
Wie wäre es dann mit einem V200D03 oder V200D05, die sind ja CP aber haben den 3-Achsen Gyro als Hilfe ?
Ich bin jetzt nicht so auf Walkera festgelegt, aber sie gefallen mir, und Ersatzteile kriegt man ja auch recht günstig an jeder Ecke.
Für die Geduld beim Lesen bedanke ich mich jetzt schonmal
LG
Hennes

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