Aus der Klamottenkiste eines Helipiloten

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  • donstefano
    donstefano

    #1

    Aus der Klamottenkiste eines Helipiloten

    GOOOOOD MOOOORNING, AGGUSCHRAUBßßßßR.

    Heute stimmts mal wieder mit der Uhrzeit.

    Ich hab mir gedacht, der Versuch kann nicht schaden. Jeder hat seine persöhnlichen Erfahrungen mit dem drehflügenden Familienzuwachs. Und auch garantiert die ein oder andere Sache erlebt, die nach oder bei dem erlangen der ersten Pilotenlorbereeren mit Sicherheit amüsant aus der Retrospektive ist. Auch wenn das Forum RC-Heli heißt, wahrscheinlich wird keiner meckern, wenn ne Klamotte aus der Brettchenfliegerzeit ist. Ich hab je auch mal den Propeller auf der falschen Seite am Rumpf gehabt.

    Also los, ihr verkappten Literaten, Gebt Gas oder Strom und laßt es raus, nen Crashfoto allein erzählt nur selten eine Geschichte.
    Und wehe, es kommt nicht, dann langweile ich euch spätestens ßbermorgen mit meinen "Baubericht für eine PA 18".

    LG, der Don.
  • Werdenfelser
    Member
    • 25.11.2003
    • 397
    • Stefan

    #2
    AW: Aus der Klamottenkiste eines Helipiloten

    Hi Donstefano,

    Pleiten und Pannen? Wo soll ich da anfangen. Da könnte ich auch ein ganzes Buch schreiben.
    Einzelne Kapitel:
    1.ROBBE-Eolo, oder wie man um Akkukosten zu vermeiden, trotzdem nicht mit einem 4qmm Lautsprecher.Kabel als Stromversorgung fliegen kann.
    2.Ist ein AVCS-Kreisel als Hitec-Bauteil für einen Anfänger wirklich nötig, um das Ding in die Luft zu bekommen? Ich dachte - Nein- denn wozu gibt es die Hecksteuerung!
    3. Simulator? Das hatte ich beim Bund, aber braucht man das als begabter? -Nein-
    4. Oh Gott, ich habe Zuschauer, nun muss ich das Ding doch mal zum Abheben bringen.
    5. Waldlichtung, oder wie man den Vorteil des Windgeschützten Flugfeldes überraschend verliert, sobald man die Baumwipfel-Höhe übersteigt.
    6. Kohlemotoren, oder wie man die Kohlen anschleifen muss damit sie verbrennen.( Gibt es in dieser Welt eigentlich noch andere Heliflieger?)
    7. Gibt es eigentlich Unterschiede, hinsichtlich der Holzhärte beim Einschlag, zwischen Laub-und Nadelbäumen. Im Prinzip nein, aber bei Nadelbäumen fällt er wenigstens bis unten und ich brauche keine Leiter.
    8. Expo usw. ist was für Weicheier, oder wie ich zum Rotorblatt-Kunden des Jahres wurde.
    Usw.......
    24. Muss man beim Modellwechsel eigentlich zwingend den Modellwahlschalter betätigen?
    25. Wie man eine Hughes an einer Tür-Zarge demolieren kann und das gleich mehrmals.
    27. Geht das auch mit einer ASS350? Ja, und da das Leitwerk aus Balsa ist, gibt es auch keine hässlichen Kratzer in der Zarge.....
    Usw.......

    Ich könnte endlos weiterschreiben, aber es wäre nur ein billiger Abklatsch....


    Also, erheitere uns weiter, und vermittle uns den Eindruck, nicht der einzige Looser zu sein

    Stefan

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    • Stiefel-Olm
      Stiefel-Olm

      #3
      AW: Aus der Klamottenkiste eines Helipiloten

      Ich habe auch schon so viele dämliche Aktionen gebracht, dass ich einen Großteil davon wahrscheinlich schon wieder vergessen habe.
      Hier mal eine kleine Auswahl von denen, dir mir immer in Erinnerung bleiben werden:

      - Versehentlich den Bleiakku in der Startbox kurzgeschlossen, sodass mir die halbe Kiste abgeraucht ist.

      - An einem sonnigen Tag die Funke (zum Glück nur eine günstige 2-Kanal) im Auto vergessen und am nächsten Tag total zerschmolzen geborgen.

      - Das Hoola-Hoop-Landegestell nur mit zwei Kabelbindern pro Kufe festgemacht. Bei einem unsanften Aufsetzer haben sich auf einer Seite die Kabelbinder verabschiedet und der Reifen hing senkrecht an einer Kufe. Trotz 250 Puls hab ich's irgendwie geschafft, crashfrei zu landen.

      - Im Verbrenner eins von diesen billigen Schalterkabeln verbaut, die immer den Funken beiliegen. Im Flug hat sich da drin was losvibriert -> Empfängerstromversorgung abgebrochen -> nicht mehr steuerbar -> Crash

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      • Uwe Caspart
        Senior Member
        • 19.08.2005
        • 7418
        • uwe
        • EDDS / Goldboden

        #4
        AW: Aus der Klamottenkiste eines Helipiloten



        Kontronik. Simply the best.

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        • donstefano
          donstefano

          #5
          AW: Aus der Klamottenkiste eines Helipiloten

          GOOOOOD MOOORNING, AGGUSCHRAUBER.

          Hallo, Stefan. Danke für ein paar nette Anregungen und Ideen. Die nun flogende Geschichte aus meiner Buchvorlage für die "Memoiren eines alten Hasen" widme ich daher ganz speziell dir und ich hoffe ihr alle habt genau soviel Spass daran, sie zu lesen, wie ich hatte, sie mir auszudenken.
          [SIZE="1"]Memoiren eines alten Hasen[/SIZE]
          Eine Waldlichtung für Technikverbesserungen!

          Einer der schönen Aspekte am Helifliegen ist, das Start und Landeplätze fast überall zur Verfügung stehen, zumindest solange man sich an die Gesetze der Physik und Chemie hält, die Besagen das zwei Elemente sich im Raum-Zeitkontinum nicht an einer Stelle befinden können. Doch es ist durchaus möglich ein Element in einem Anderen zu bewegen, solange diese sich in unterschiedlichen Agregatzustanden befinden, sprich fest und gasförmig, füssig und fest, gasförmig und flüssig.
          Solange man sich an diese Gesetze hält, verhalten sich diese Elemente sogar durchaus freundlich zueinander, versucht der engagierte Helipilot diese aber zu brechen, endet das Ganze normalerweise als Beispiel für die Kaltverformungstechnik.
          Um lästigen Auf- und Ausrufen eines zu meinen Anfangszeiten eher unwillkommenen Publikums zu entgehen, hatte ich in der Nähe eine relativ große, windgeschützte Waldlichtung als den idealen ßbungsraum für meine Gehversuche auserkoren, um mich in den verschiedenen Techniken der Kampfheckschwebekunst zu üben.
          Die wacklige-Knie-technik, die angespannte-Lippen-Technik, die-30sec-sind-genug-Adrenalin-Technik und die allseits beliebte Fernhalte-Technik, also Festland von der Unterhose fernzuhalten.

          Umrahmt von hohen Nadel- und Laubbäumen erfreute ich mich an meinen immer besser werdenden Künsten, diese verschiedenen Techniken zu erlernen. Tollkühn geworden, beschloß ich nun die-Etwas-weiter-und-höher-Technik zu meinem Repertoir hinzuzufügen und ließ den Heli langsam Sicherheitsabstand zum Boden gewinnen. Drei Meter, vier Meter, fünf Meter, haa... was bin ich gut!!!
          Bis zur Baumwipfelgrenze ließ ich meinen Heli entschwinden, um kurz darauf mit einer neuen, noch nicht auf meinem Lehrplan stehenden Technik konfrontiert zu werden, nämlich der bei- Gegenwind-steigt-der Heli-technik. Geschützt in der vom Wind beruhigten Flugverkehrszone des Waldes war mir garnicht in den Sinn gekommen das oberhalb der Baumgipfel ein frischer Wind meine Künsten schnell neuen Auftrieb geben könnte und so entdeckte ich ein weiteres der physikalischen Gesetze. Wird ein festes profiliertes Objekt durch einen Gasförmigen Raum bewegt, ensteht Auftrieb.
          Getreu diesem Gesetz folgend stieg die kleine Libelle höher und, da mein noch nicht von neumodischem Kram wie einem AVCS-Kreisel verpesteter Hubi keines der nun wirkenden Naturgesetze zu brechen bereit war, drehte der Vogel steigend seine Nase ganz opportun in den Wind, der dummerweise von hinten kam.
          Konfrontiert mit dieser überfordernden Flut an neuen Techniken, konnte ich nun wählen, ob ich mich an alt Bewährtem festhielt oder den neu eingeschlagenen Weg probieren wollte. Aber Angesichts der totalen Reizüberflutung blieb nur noch eines. Die-Vogel-Strauß-Technik.

          Immerhin fand ich noch den Motor-aus Schalter und überließ den Rest der Physik. Diese griff natürlich in Form der Erdanziehungkraft naturgesetzmäßig zu und erledigte die Aufgabe Objekte, die schwerer als Luft sind anzuziehen, Pflichtgemäß und gründlich.

          Jeder Pilot von manntragenden Fluggeräten wird vor Aussen- oder Notlandungen mit einigen unter Umständen lebenswichtigen Informationen versorgt. Eine davon ist, das man bei einer unvermeindlichen Notlandung im Wald umbedingt versuchen muss, auf einem Laubbaum aufzusetzen. Laubbäume deshalb, damit das Fluggerät im idealfall mit seinen wesentlich stärkeren ßsten auffängt und so den lebensbedrohlichen freien Fall verhindert. Diese Lebenserhaltungs-
          maßnahmen hatte mein Vogel anscheinend nicht ganz verstanden und stürzte sich selbstmörderisch auf die nächste Tanne.
          Selbst die alte Modellflieger-Weißeinheit, wonach es besser sei, wenn´s mehrmals kracht als einmal, ignorierte der Ofen völlig, entledigte sich an den etwas stärkeren ßsten diverser Klein- und Anbauteile, um im finalen Sturz sogar noch den weichen Waldboden zu verfehlen und die Endlandung auf einem extra dafür schön plangesägten Baumstumpf zu erledigen.

          Zwei Techniken habe ich seid dieser Zeit perfekt verinnerlicht, die laut-Flüche-ausstoß Technik und die Hände-überm-Kopf-zusammenschlag Technik.
          So Leutz, das wars für heute aus der Klamottenkiste. Wenn das Wetter mitmacht, also so schei... bleibt, könnt ihr morgen wieder was aus meinen Memoiren erfahren. Na denn, viel Spaß und ein schöööönes Weekend

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          • donstefano
            donstefano

            #6
            AW: Aus der Klamottenkiste eines Helipiloten

            Goooood Mooorning, Agguschraubääääär.

            Heute habe ich mich mal aufgemacht, meine Beobachtungen von domestizierten und frei lebenden Heliarten und Haltern unter wissenschaftlichen Aspekten zu erforschen. Das manche dieser Arten in der freien Natur so gut wie nie vorkommen, machten meine "Expeditionen ins Helireich" besonders schwierig.
            Daher erhebe ich auch nicht den Anspruch der Vollzähligkeit.
            [SIZE="1"]by DonStefano[/SIZE]
            -Expeditionen ins Helireich-

            Wissenschaftliche Abhandlung über die Hauptgattungen und Unterarten des volaticus rotador

            Koaxheli: duo volaticus rotador.
            Ein weitgehend domestizierter, eher Kleinwüchsiger Vertreter dieser Gattung, der wenig Auslauf braucht und in der freien Wildbahn so gut wie nie angetroffen wird. Seinen in freier Natur lebenden Artgenossen begegnen ihm fast nur an geschützten Plätzen, wie Turnhallen, wo seine eher unbeholfen wirkeden Flugbewegungen so eine Art Welpenschutzreflex auslösen.

            Unterart: duo volaticus tres cloaca
            Der 3-Kanal Koaxheli, der bei seinen Artgenossen zu meist mitleidiges Grinsen bis hin zu höhnischem Gelächter führt, da seine fehlenden Flugfähigkeiten durch immensen Körperwuchs und ein immer bunteres Gefieder und möglichst vielen Lichteffekten auszugleichen versucht.

            SinglerotorFP: volaticus rotador singularis circumscriptus
            Der eingeschränkte single Rotor Helicopter stellt quasi die Vorstufe zum voll entwickelten volaticus rotador singularis superior dar, wurde aber von der Evolution grausamerweise eines Gelenks beraubt, wodurch er in bodennähe relativ unbeholfen wirkt. Da er dieses kleine Manko meist aber mit einem hochentwickelten Flugstil in höherem Alter wettmachen kann, wird diese auch meist kleingewachsene Art von ihren größeren Artgenossen weitgehend akzeptiert.

            Unterart: volaticus rotador singularis castratis
            Der 45° Paddelstangen-Heli ist eine perfide Laune der Natur, bei der man Kreuzungversuche mit Koax- und Singlerotor FP Helis erfolgreich probiert hat. ßhnlich wie bei der Kreuzung zwischen Perd und Esel zum Maultier kam dabei ein zwar sehr folgsames, aber nicht fortpfanzungsfähiges Arbeitstier heraus, dessen Entwicklung kann man aber leider als Sackgasse deuten, da auch er fast ausschließlich in einer domestizierten Umgebung gehalten werden kann.

            SinglerotorCP:volaticus rotador singularis superior
            Diese Gattung ist fast ausschließlich in der freien Natur zu beobachten, da sie durch ihre Katzenhaftige Geschmeidigkeit und Schnelligkeit für das Leben in einer großräumigen Wildbahn perfekt ausgestattet ist. Auch bei dieser Art gibt es teilweise extrem kleine, scheinbar nur für die Haushaltung gegezüchtete Gattungen, in dehnen aber, wie bei Hauskatzen, das volle Raubtierpotential steckt. Da dieses potential weitgehend von deren Haltern abhängig ist, werden diese in die folgenden Unterarten aufgeteilt.

            Kampfschweber: Sozusagen das Welpentum in der Entwicklungsphase. Quasi noch nackt und kaum bewegungsfähig hängt er oft noch an der Nabelschnur, von der er mit den überlebensnotwendigen Impulsen versorgt wird. In dieser Frühphase ist er noch abhängig von seinen älteren Artgenossen.

            8ten Flieger: Diese schon leicht dem Nest entkommenen, aber eigentlich nur Großraum- Heckschweber befinden sich in ihrer gefährlichsten Aufzuchtphase, die unter wiedrigen Umständen nicht mehr weiter entwickelt wird. Wird sich der 8ten Flieger dieser Tatsache bewußt, mutiert er oft zum Schmuck 8ter oder Dick 8ter, er versucht also von diesen mangelnden Bewegungsmöglichkeiten durch möglichst viele Veredelungen oder Großwuchs abzulenken.

            Kunstflieger: Geht häufig aus einer Kreuzung von Altbrettchen und Jungheli-Piloten hervor.Er kann dynamisch und großräumig sein Umfeld beherrschen und hat schon großes Bewunderungspotential. In seinem natürlichen Lebensraum hat er bei seinen jüngeren Artgenossen fast immer die Möglichkeit zu glänzen, die Alttiere sehen in ihm aber eher einen durch sein Imponiergehabe auffallenden angeberischen
            jugendlichen Rowdy. Da der Kunstflieger aber oft schon Beute in Form von Beifallsbekundungen macht, ist auch er ein gut entwicktes Raubtier.

            3D-Akrobat: Er ist die Krone in der Entwicklungsphase als Beutejäger, kann sich aus jeder Position auf seine Opfer stürzen und hat nutzt volle Bewegungsrepertoire. Elegant und gefährlich zugleich bewegt er sich in seinem Jagdrevier so souverän, das keiner seiner jüngeren Artgenossen auch nur einen Zweifel zu äußern wagt in der Angst, das nächste Opfer zu werden. Da er sich aber seiner Möglichkeiten in vollem Umfang bewußt ist, verhält er sich meist milde gegenüber seinen noch nicht voll entwickelten Artgenossen und gibt auch gerne mal den ein oder anderen Jagdtip.

            Heli-Veteran: Er hat schon alles gesehen, alles gemacht und war schon da, als jeder andere seiner Artgenossen noch nicht mal Welpenstatus hatte. Da er auf seinen Beutezügen auch schon mal den ein oder anderen Zahn verlohren hat und sich als Alttier auch nicht mehr so geschmeidig bewegen kann, beschränkt er sich oft darauf von den Zeiten zu berichten, in denen seine Opfer noch ahnungsloser, die Jagdgründe noch grüner und seine Mitjäger noch seltener waren. Da er sich aber gerne beim Rudel aufhält und selten müde wird mit den Welpen zu spielen, wird er vom übrigen Helirudel als wertvolle Ergänzung gesehen, auch wenn bei dem Satzanfang: -Früher haben wir....- fast alle Reisaus nehmen.
            Falls ich eine der wichtigen Gattungen oder Unterarten übersehen habe, bitte ich umgehend um eine Benachrichtigung, an welchen Plätzen sich diese Exemplare aufhalten

            LG, der Don

            PS.: Ich hoffe, es gibt hier keine fliegenden Lateinlehrer, war alles ergooglet

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            • bernharda
              bernharda

              #7
              AW: Aus der Klamottenkiste eines Helipiloten

              Tach auch zusammen,
              ich möchte nicht unerwähnt lassen das allen Arten des volaticus rotador eine Eigenschaft gemein ist. Die Fähigkeit das Raumzeitkontinuum zu verlassen und (scheinbar?) ohne Zeitverlust an einem andern Ort wieder aufzutauchen. Besonders der 8ten Flieger scheint hierzu eine große Neigung zu haben.

              Gruß Bernhard

              Kommentar

              • donstefano
                donstefano

                #8
                AW: Aus der Klamottenkiste eines Helipiloten

                Danke, Dr. Bernhard, für diese wissenschaftlich immer noch nicht vollständig geklärte Beobachtung.
                In Fachkreisen hat man vor kurzem vermutet, das speziell Jungtiere dieses scheinbar unerklärliche Phänomen erleben, die gleichzeitig mit Schließmuskel und Flug- Koordination überfordert zu sein scheinen.

                LG, der Don.

                Kommentar

                • donstefano
                  donstefano

                  #9
                  AW: Aus der Klamottenkiste eines Helipiloten

                  Goooood Moooorning Agguschraubääääär,

                  Wie versprochen wollte ich euch mal mit ner kleinen Geschichte aus meiner Flächenzeit versorgen. Warum einem, wenn etwas passiert, immer gleich alle Blödheiten der Welt auflauern, kann ich mir bis heute nicht erklären. Möglicherweise liegt´s einfach daran, das sonst keine gute Geschichte zusammenkommt.

                  Viel Spaß
                  [SIZE="1"]Murphy´s Gesetz by donstefano[/SIZE]
                  -Murphy Gesetz-

                  Eines der merkwürdigsten Phänomene in der Fliegerei ist allgemein auch als Murphy law bekannt, das den oft kuriosen Umstand beschreibt, mit dem ein kleiner Fehler den großmöglichsten Schaden hinterlässt. So nach den Motto 50.000 im Stadion und ausgerechnet ich krieg den Ball an den Kopf.

                  Mein dickster Freund und Busenkumpel Micha und der Verfasser diese Geschichte hatten in wochenlanger Bastelarbeit eine der populärsten Motormaschinen aller Tage, eine Piper PA 18, in der wenig klischeehaften gelbschwarzen Kriegsbemalung fertiggestellt und als antriebsmäßige Krönung einen OS 6,5cm² ABC implantiert, einen in den 80ern für seine nahezu abartige Leistung bekannten Verbrenner.
                  Warum nahezu jede auf dieser Welt existierende PA 18 gelb mit schwarzen Decorstreifen sein muss, ist mir nie ganz klar geworden, nett aussehen tut´s allemal und als Dortmunder hat man ja auch gewisse Verpflichtungen. Mit einer Spannweite von damals riesigen 1,60m war diese Piper mehr als gut motorisiert, die Bauempfehlung war für einen 3,5 bis 5 cm² Motor, aber wir hatten und haben immer noch einen Leistungshunger, der manchmal abartige Züge trägt. Alles, was senkrecht beschleunigend in die Luft geht, genügt so eben den Ansprüchen, scale Aussehen ist eines, aber scale Flugleistungen? Igitt....
                  Als Fluggelände hatten wir eine schöne, abgelegene Wiese gefunden, viel Platz für den Rundflug ohne allzu viele störende Hindernisse, keine Bäume in der Nähe, Umzäunungen auch in weiter Ferne, nur eine von Holzmasten getragene ßberlandleitung, die man aber locker im Rücken liegen lassen konnte. Sogar der Bauer hatte nichts dagegen, also eigentlich ein Traumszenario für einen Platzlosen Flugbegeisterten.
                  Ein warmes Sommerwochenende kam daher gerade recht für den Erstflug, den Micha sich als Erbauer natürlich nicht nehmen lassen wollte. Einen besseren Piloten für diese Aufgabe konnte ich mir wirklich nicht vorstellen, mir schien es immer wieder, als wäre er direkt vom Entbindungstisch zum nächsten Pilotensitz gekrabbelt.
                  Tanken, Sender an und Ruderkontrolle, alles perfekt! Also den Akku an die Glühkerze das dicke Fingerkodom überstreifen, der Motor hat auch ne abartig unangenehme Art, manchmal zurückzuschlagen und schwungvoll anwerfen, was auch nach einigen Versuchen erfolggekrönt ist.
                  Schnell noch ein wenig magerer stellen und den senkrcht nach oben halten Test. Boa ey, ist immer wieder geil, wie der zieht, eigentlich kann man das Modell einfach freigeben und wegsteigen lassen.

                  Diesmal soll es aber auf Nummer sicher gehen, also wird der Vogel normal handgestartet. Das leicht zum Start gezogene Höhenruder wirkt aber so heftig, das der Vogel sofort, an der Latte hängend, die ersten Meter zurücklegt und nur duch beherztes Nachdrücken von einen vorzeitigen Ende als Bastelobjekt abgehalten werden kann. Puh, gut das dieser Motor drin war und kein schlapper 3,5er. Schnell etwas nachgetrimmt fliegt die Piper wundervoll und in teilweise ganz PA18 untypischen Fluglagen, herrlich!
                  Dann, im ßbermut und Bewußtsein seines eigenen Könnens wird der Pilot plötzlich tollkühn und kündigt ein unterqueren der ßberlandleitung an., kein Problem, letzte Woche hatte er das auch schon ein paar mal geschafft.
                  Der folgende Originaldialog:
                  Micha: -Keine Sorge, ist nicht das erste Mal-
                  Ich: -ßäh, Micha, das passt nicht-
                  Micha: -Klar passt das, bin tief genug-
                  Ich: [SIZE="4"]-Micha, das........ Kracks!!!!!!![/SIZE]
                  Wenn man im Duden den Ausdruck -verdutzten Erstaunens- nachschlagen will, hätte man einfach unsere in Stein gemeißelten Gesichter abbilden brauchen, den Ausdruck für -irrwitziges Lachen-, was dann folgte, ebenfalls.
                  Was Micha überhaupt nicht bedacht hatte, waren die tragenden Elemente zwischen der ßberlandleitung, die den Vorwärtsdrang des Rumpfes abruppt stoppten, während die Tragflächen links und rechts des Masts ihr freies Dasein langsam zu Boden drehend beendeten. Und als Krönung dieser ohnehin schon grotesken Szene hatte der traurige Rest des Rumpf beschlossen, seine Rückkehr zur Erde noch ein wenig zu verzögern. Er hing am Gaszug des fest in den Holzmast gerammten Motor wie eine überreife Pflaume. Stockschießen macht man halt besser mit Styrostangen.
                  Unserem Heiterkeitsausbruch folgte aber recht schnell die Frage nach der Obsternte. Wie bekommt man einen in ca 6-7 m hoch hängenden Piperrest von einem glatten Holzmast befreit?.
                  Steigeisen? Nein! Leiter? Liegt auch nicht in der Starterkiste! Nen freundlicher Hochspringer lief auch nicht gerade in der Gegend rum. Schütteln vielleicht? Klar, nen 50- 60 cm dicken, prima durchgetrockneten Holzmast, hast wohl nen nassen Hut auf!
                  Erst die Suche beim freundlichen Bauern von Nebenan brachte glücklicherweise Erfolg in Form einer hoffentlich ausreichend langen Holzleiter, immerhin benutzte der das Teil, um auf seine Scheune zu klettern. Aber selbst die brachte uns nur, auf der obersten Sprosse stehend bis auf 20-30cm an das lustig im Wind baumelnde Höhenruder heran. Sch..... Aber hier hilft einem ein Kinderspiel aus vergangenen Tagen. Stockschlagen!!!!
                  Etwas improvisieren mussten wir, der Topf war die Piper und mangels Stöcken wurden die absolut unbeschädigten Tragflächen genommen. Augen verbinden? Warum, das Ziel war bekannt! Ein leichter Schlag und der Rest machte sich auf den Weg zur Landung, na also.
                  Der Rest? Den bis kurz hinter dem Motorspant zerstörten Rumpf hatte ich aufgefangen, der Motor blieb fachgerecht vom Zimmermann ins Holz genagelt an seinem Platz
                  Gib Schub, Rakete!!
                  Erster Schlag.... nichts!
                  Zweiter Schlag.... Randbogen der Fläche lädiert!
                  Dritter Schlag..... Nasenleite zerbröselt!!
                  Vier... fünf....sechs...sieben........erste Fläche zu kurz für weiter Versuche, aber eine war noch über
                  Erster Schlag......s.o.
                  Kurz bevor sich die zweite Fläche auch wieder in ihre kompletten Grundbestandteile aufgelöst hatte, strebte der Motor endlich seinen Rückweg zur Erde an, nicht aber ohne dem unten stehenden Fänger, also mir, kräftig nochmal die Finger zu stauchen.
                  Merke, Alu und Stahl sind härter und schwerer als Balsa und Folie!

                  Das Endergenis des Tages war eigentlich wenig prickelnd: Zwei etwas kürzere Piperflächen, ein sehr viel kürzerer Piperrumpf, ein intakter OS 6,5, der nochmal eine Hauptrolle bekommen konnte und zwei Kumpel, die seid diesem Tage immer was zu lachen haben, wenn sie an diese Episode aus Murphy´s Tagebuch denken.
                  Nebenbei, der Autor dieser Geschichte befand sich damals in der SW-Foto Experimentier-Phase und hätte gerne noch ein paar Bilder angehängt. Dummerweise hieß das Experiment Doppelbelichtung, sodas zu allem Unglück dieses Tages auch noch ein paar sehr schlechte Fotos von der im Mast baumelnden Piper mit einer Party im Hintergrund geblieben sind.

                  Ende
                  Eines verrate ich schon vorweg, dieser Motor wird nochmal Hauptdarsteller mit kuriosen Finale, warscheinlich saß ein Pannenmagnet in der Motowelle.

                  LG, der Don.

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                  • HannoverH
                    HannoverH

                    #10
                    AW: Aus der Klamottenkiste eines Helipiloten

                    sehr geil :-)

                    Kommentar

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