ich möchte gerne ein paar Zeilen für Ungeduldige, wie ich es einer bin, abliefern.
Ich heiße Jo, bin stolze 47, Helineulig und zähle zu diesen Ungeduldigen.
Ein Paar Sätze zu meinem Werdegang. Vor vielen Jahren (<25) als Flächenflieger gestartet, haben mich Helis fasziniert. Doch weil zu teuer für mich und scheinbar zu schwer zu fliegen, sollte es viele Jahre dauern, bis mich die Faszination wieder packte. Also klein anfangen. Anfang des Jahres einen Kestrel 500 FP gekauft und erste Erfahrungen gesammelt. Ja, Bruch hat es auch gegeben. Aber schon bald wurde mir das kleine, windanfällige Dingen zu langweilig. Obschon als kleiner Scale-Heli schon schön anzusehen und für den Einstieg in Ordnung.
Also musste was anderes her. Habe hier und da recherchiert, Kollegen gefragt und die Wahl war getroffen. Eine T-Rex 450 Pro Supercombo musste es sein. Gesagt getan, zum Helihändler gefahren und alles eingepackt. Zwei Akkus (Desire Power 2400 ( gut), später kam noch ein Rockamp 2400 dazu (gut) - und noch später 2 KDS 2600 20C (mäßig) - dazu) nen Ladegerät von Simprop und eine DX7. Warum ne DX7? Ich war unschlüssig ob es ne Spektrum oder Futaba sein sollte. Der Fachverkäufer sprach nur von Glaubensfrage und konnte mir nicht weiterhelfen, aber da es im Hintergrund aus mehreren Kehlen - Spektrum, Spektrum- rief, sollte es diese sein. Ich habe es bisher nicht bereut.
Voller Vorfreude alles mit nach Hause genommen, schon bald sollte es losgehen. Ich hatte noch einen Tag Urlaub. Das war im Mai und es sollte dauern â?¦.
Also ran an den Aufbau. Akribisch ging es zur Sache. Es sollte ordentlich werden, mit im Chassis verlegten Kabeln und allem Zipp und Zapp. Das Einzige was mir bis dahin Kopfschmerzen machte, war die Einstellung der Heckservowege. Aber auch das war irgendwann gelöst. Doch ich war nicht akribisch genug. Im Nachhinein stören mich der vergessenen Einsatz von Schrumpfschläuchen (Isoband) und die fehlenden Servokabelpariser. Doch dazu später mehr.
Nach rund einer Woche stand der Heli. Jetzt kann es nicht mehr lange dauern bis zum Jungfernflug. Denkste. Aber ein Probelauf sollte schon mal sein.
Also Heli auf die Terrasse gestellt, Akku dran, nur mal gucken ob der Motor läuft und tut was er soll.
Der Motor lief wunschgemäß an und bald schon hatte ich den Eindruck der Heli wird auf den Kufen leicht. Das sollte fürs Erste reichen. Also Motorschalter aus und � au Backe, die rechte Kufe hebt sich, schnell mit Roll dagegen halten � und schrab, hat es die schönen CFK-Blätter gehimmelt. Nicht schlimm, zwei Eckchen ab aber reif für die Tonne. Na prächtig, nen schöner Einstand. Was ist falsch gelaufen? Ich sollte es erst später erfahren.
Nun gut, erst mal neue Blätter bestellen. Gesagt getan, original CFKs und nach Recherche Align Holzies geordert. Die sollten es fürs Erste auch tun (und ich fliege sie immer noch).
Nun denn, Blätter sind da, ausgewogen und montiert. Auf zum nächsten Mal. Ich suchte mir eine größere Fläche und probierte es erneut. Hm, Motor drehte hoch, Blätter begannen sich zu drehen und dann schaltete der -Leerlauf- ein. Die Blätter blieben stehen obwohl der Motor lief. Was war das? Ich habs nicht gefunden, da es anschließend wieder tat. Heute habe ich die Vermutung: das Ritzel war lose
. Es konnte weitergehen und � irgendwas stimmt doch hier nicht. Ich vermutete, dass die Taumelscheibenmischung nicht so eingestellt war, wie nötig. Soviel zum Thema Akribie. Also besser eingepackt und lieber mal recherchiert. Auch dieses Forum und die viel zitierten Videos waren mir hilfreich. Also begann ich nach dem mechanischen Aufbau eigentlich noch mal neu. So konnte das nicht weitergehen.In der Zwischenzeit besorgte ich mir Heli-X und übte fleißig mit meiner Nine Eagles-Funke.
So versuchte ich alles nach bestem Wissen und Gewissen und Recherche einzustellen. Pitch von -4 bis + 10°. Drehzahlkurve von 0-90. 0° in Knüppelmitte. In der Theorie sah alles gut aus. Also nächster Versuch.
Erst mal mit dem Kestrel eine Runde zum warm werden. Dann sollte es losgehen. Alles auf on. Kurz vor dem Allerersten Abheben merkte ich dann, dass die Hecksteuerung falsch rum läuft. Au Mann. Ok, das war schnell an der Funke geregelt. Jetzt nur nicht einschüchtern lassen. Neuer Versuch. Und � hoch, Mann oh Mann, ich war mit dem aggressiven Pitch total überfordert. Im nu war das Dingen auf 2,5 Mtr.. Schnell wieder runter. Ahhh, nicht soooo schnell runter. Ok, das habe ich dann zwei Mal gemacht, da war das Landegestell gebrochen. Und wieder eingepackt. Auch so geht es nicht. Flugs nen neues Landegestell im Shop geholt und auf Anraten ein Deppengestell. Musste das sein? Ja, es musste. Ich habe dann ein Gorilla-Gestell genommen, war leider keines für den Pro und daher etwas flacher. Aber mit dem Deppelgestell darunter kein Problem. Noch ein wenig die Gaskurve entschärft auf ein Neues.
Hier begann dann die Rumrutschphase. Und ich wollte doch eigentlich einfach nur Heli fliegen. Der erste Versuch mit dem Deppengestell erfolgt dann bei gut 3 Bft Wind. Uiuiui, und wieder zu hart aufgesetzt. Beim Auslaufen des Rotors meinte mein Kollege -das hört sich anders an, lass ,mal gucken- Und? Kegelräder Heckgetriebe vorne hatten durch den Aufsetzer geringen Zahnausfall. Doch Weiterfliegen war möglich. Die nächsten 20 Akku-Ladungen verbrachte ich mit Deppengestellrutschen. Es ging meist voran und ich feierte kleine Erfolge beim Nachfliegen der Helischool-Lektionen (empfehlenswert). Beim 21. Akku kam das Deppengestell ab. Was zwar einen großen Adrenalinschub beim nächsten Schweben verursachte aber sonst weiterhin keine Probleme. Doch der nächste Schritt sollte auf sich warten lassen. Schweben, schweben, schweben und nochmal. Ich wollte doch fliegen. Dann und wann sah ich meinen Heli im Flug auch mal von der Seite. Aber sobald das Dingen höher als 3 Mtr. stieg, ging mir der Stift � und weiterschweben. Ständig an der Gaskurve feilend - Pitch ist mein größtes Problem. Zweimal sauste mir das Ding bei angesetzten Kurven davon, stieg und ich machte unfreiwillige Rundflüge. Mein Puls auf 200, die Finger zitternd holte ich den Heli wieder zurück. Glück und die ßbung am Sim halfen mir dabei. Mit Fliegen hatte das nichts zu tun. Das waren Zufallsprodukte. Beim 35. Akku ging es dann von meiner Schwebefläche, nach ein Paar Versuchen auf die angrenzende Wiese. Hier war der Luftraum frei. Die Pitchhebelspannung der DX7 wurde reduziert um Pitch besser zu dosieren zu können. Der Rundflug sollte jetzt beginnen. Naja, es kam anders. Nach einigem hin- und hergezacke war der Heli für mich zu hoch und zu weit weg. Die Lage nicht mehr erkannt, wild rumgeknüppelt, im letzten Moment noch Vollpitch gegeben. Sah richtig 3D-mäßig aus. Leider unkontrolliert und so fräste sich der Pro dann auch mit der Nase voran in die Wiese. In ca. 20 mtr. Entfernung sah ich wie die Blätter in Teilen durch die Gegend flogen. Na prächtig! Ein seltsames Gefühl hatte ich in diesem Moment. Ich war nicht ärgerlich oder erschrocken. Ich war zufrieden, dass ich mir endlich etwas zugetraut hatte. OK, es endete in einem Crash. Zwischenbilanz: Haube ,Blätter, Paddelstange, Hauptwelle. Es hätte schlimmer kommen können. Und ich wusste, ich bin ein Schritt weiter. Somit war die nächste Bestellung erforderlich. Bei dem jetzigen Händler meiner Wahl gab es keine Align-Holzies sondern nur GFK-Blätter (ein Fehlkauf) und pünktlich zu meinem Geburtstag trudelten alle Teile ein. Der Wiederaufbau machte sogar Spaß. Dabei entdeckte ich auch, dass das Motorritzel lose war - oh Gott, das war doch hoffentlich nicht die ganze Zeit so � oder doch? Also zu Sicherheit mit Schraubenkleber fixiert. Die Motorwelle hat leider keine Abflachung. Ich konnte die Heckgetrieberäder gleich mit austauschen (30 Min ~6€) und klebte ein Paar Hollows auf die Blätter, die die Sichtbarkeit erleichtern sollten. Nach Blattspurlaufeinstellung lief alles sauber, bis auf die Schwebezeiten. Es waren nur noch 5 Min. Vorher schwebte ich 7,30 Min. Also wieder Align-Holzies bestellt, ausgewogen (diesmal musste ich sogar ausgleichen) und rubbel die Katz war die alte Schwebezeit wieder da. Jetzt war ich bei Akku 40, der Crash warf mich ein wenig zurück und ich schwebte immer noch. Ich wollte doch fliegen.
Bei Akku 50 ging ich dann wieder auf die Flugwiese, jetzt sollte der Rundflug endlich gelingen. Den Gyro jetzt auf HH-Modus konfiguriert, Expo auf die Taumelscheibe von 15% aber so richtig hatte das nix mit Rundflug zu tun. Dabei war alles im Sim so easy. Und ich mache es mir da nicht leicht. Wind aktiviert und nen Rex 450 verwendet. Auch noch ein Anschlusskabel für die DX7 besorgt. Einen Logo oder einen TDR zu fliegen ist doch easy
. Die fliegen ja wie auf Schienen. Gestern war es dann endlich so weit. Ich identifizierte meinen Knoten im Hirn und schaffte die Acht. Nicht eine, nein, eine nach der anderen. Der Flow war da. Und woran hat es gelegen? Natürlich an mir und meinem Verhältnis zu Pitch! Wann immer ich aus der ersten Kurve kam, ließ ich Pitch stehen, was den Heli dazu brachte nach der Kurve mal kräftig aufzusteigen und auch noch Fahrt aufzunehmen. Das verleitete mich immer in der nächsten Kurve nach 90° abzubrechen und den Heli erst einmal wieder rückwärts runter zu holen. Jetzt habe ich Pitch besser im Griff und die Achten klappen � naja, in etwa in einer Höhe und dann und wann noch ein wenig eckig.
Sicher kennen die Experten das bereits aber ich möchte denjenigen Mut machen, die ähnlich wie ich, nicht naturtalentierte 3D-Virtuosen sind, die das Feeling bereits mit der Muttermilch aufgesogen haben. Für uns heißt es: GEDULD HABEN und durchhalten. Es lohnt sich. Wahrscheinlich für den Helihändler eurer Wahl auch dann und wann
.Meine Bilanz: ~ €80 Ersatzteile, Mengen an Adrenalin, viele Erfahrungen und Erkenntnisse, nette Gespräche und vor Allem kleine und größere Erfolge - ok, keine Meilensteine der Luftfahrt. Aber Hauptsache wir haben Spaß.
Gruß
Jo




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Trotzdem , ein wirklich schöner Bericht !!!


!Erst wenn ich ihr Schuhe kaufe, dann muss SIE sich echte Sorgen machen
!!!
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