Hallo zusammen,
der Speedcup 2016 ist Geschichte und auch ich möchte mich bei Holger und seinem Verein ganz herzlich bedanken, dass sie sich den ganzen Mühen angenommen haben, die Tradition des ehemaligen Poeting-Speedcups, fortzusetzen.
Die Anzahl der Teilnehmer und das sich enorm gesteigerte Flugkönnen zeigen, dass der Virus "Speedflug" sich erfolgreich verbreitet
.Da es einige Anmerkungen bzgl. der Messanlage gegeben hat, möchte ich hier die Gelegenheit nutzen, etwas zur Messanlage generell und die Voraussetzungen in Haiger im Speziellen, zu schreiben.
Bei der dort eingesetzten Anlage handelt es sich um ein privat finanziertes Projekt von speedbegeisterten Piloten, die eine Idee hatten, wie eine schon zuvor vorhandene Messanlage, deutlich in ihrer Erkennung verbessert werden kann.
Das Grundproblem besteht darin, die Geschwindigkeit in einem 3-dimensionalen Raum mit einer Genauigkeit von <1Km/h und mit finanziell vertretbaren Mitteln zu messen.
Dazu kommen bei dieser Anlage 2 Kameras zum Einsatz, die beim Ein- und Ausflug der Messstrecke genau mittig auf die Pylone ausgerichtet werden müssen (siehe Bild).
Das Videobild der Kameras wird über LAN-Kabel an einen Rechner übertragen. Dort werden die statischen Bildanteile herausgefiltert und nur die dynamischen Pixel weiterverarbeitet. Bewegt sich ein Objekt annähernd horizontal (<30°) durch das Bild, wird es weiterverarbeitet. Alle anderen beweglichen Objekte werden nicht akzeptiert, da es sich entweder um Vögel oder Insekten vor der Kameralinse handelt oder das Modell im zu steilen Winkel nicht regel-konform in die Messstrecke ein- oder ausgeflogen ist.
Bei den akzeptierten Objekten wird genau beim Durchfliegen der Bildmitte die Stoppuhr gestartet. Beim Ausflug passiert das Gleiche und die Stoppuhr wird gestoppt. Aus der Zeitdifferenz und der Länge der Messstrecke wird dann automatisch die Geschwindigkeit ermittelt und abgespeichert. Vor dem Flug wird aus einer Liste der Name des Piloten ausgewählt, so dass die ermittelte Geschwindigkeit automatisch zugeordnet werden kann.
Mit einem Excel-Auswertetool kann aus den abgespeicherten Messungen dann relativ schnell die Platzierung ermittelt werden.
Soweit zur Funktion der Anlage.
Warum hat es beim Speedcup denn nun zeitweise Erkennungsprobleme gegeben?
Die örtlichen Gegebenheiten in Haiger sind leider so, dass die Sonne zur Mittagszeit genau in die nach oben gerichteten Kameras scheint. Wer selbst mal direkt in die Sonne schaut (bitte NICHT machen), wird feststellen, dass es nicht möglich ist, unter diesen Umständen ein bewegliches Objekt zu erkennen. Auch unsere (guten) Kameras haben hier gestreikt. Waren Wolken vor der Sonne, hat es wieder funktioniert.
Im Grenzbereich zur Sonneneinstrahlung, läßt auch die Empfindlichkeit der Erkennung nach, so dass Objekte mit einem schlechteren Kontrast zum Himmel oder sehr kleine Objekte nicht mehr sicher erkennbar sind. Miles Dunkel und Frank Strupp haben bei einem ihrer Modelle eine hellblaue Lackierung gewählt, die sich gegen den Himmel schlecht abhebt. Daher gab es teilweise Erkennungsprobleme. In allen diesen Situationen, wo ein sauberer Durchflug durch die Anlage nicht erkannt wurde, haben wir einen Reflight machen lassen und letztendlich haben auch Miles und Frank einwandfreie Messungen bekommen.
Sabine und ich haben uns sehr bemüht, dass es ein erfolgreicher und fairer Speedcup wird. Aufgrund den oben geschilderten anspruchsvollen örtlichen Gegebenheiten war es nicht ganz einfach, einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Aber alle Piloten, mit denen ich gesprochen habe, waren zufrieden und das entschädigt für die Arbeit, die wir gerne für Euch gemacht haben. Schließlich ist es immer noch unser gemeinsames Hobby, an dem wir uns erfreuen wollen.
Ich hoffe, dass ich mit meinen längeren Ausführungen etwas Licht ins Dunkel für die Interessierten unter Euch bringen konnte.
Gruß Ralf


? Miles?



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