dieses ist keine Anfrage, sondern mehr so mal ein Bericht über das, was einem V-Anfänger so alles passieren kann. Ich muß es mir von der Seele schreiben.
Im Oktober letzten Jahres habe ich mir einen V-Heli zugelegt. Gleich eines vorweg. Das was geschah lag nicht an dem Heli, sondern steht in direktem Zusammenhang mit ´Keine rechte Ahnung´ und einigen seltsamen Zubehörteilen.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Zubehörbeschaffung, hatte ich tatsächlich einen V-Heli. Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich nur Ahnung von E-Helis. Nun gut. Da ich der einzige weit und breit in meinem Bereich bin, war das mit der Nachfragerei auch eher schlecht bestellt (es steht ja kein Schlepptop am Platz).
Zunächst begann ich, den Motor ordentlich einlaufen zu lassen. Das ging streng nach Schlüter-Handbuch und Hilfestelllungen von meinen Flächenflieger-Kollegen. Zum Anlassen des Motors hatte ich so einen Sechskant-Starter gekauft. War schon recht teuer, fand ich. Aber weit gefehlt. Ich hatte mir so ein Ding andrehen lassen, was in die Gummimuffe des Starters gesteckt wird. Ziemlich ungünstig das Starten von OBEN, wenn beim Startvorgang der Starter aus der Gummitülle ´flutscht´.
Erstes Lüfterrad hinüber.
Nun hatte ich gehört, dass die Plastik-Lüfterräder eh´ nicht das beim Caliber 30 wären, da der Motor doch leicht zur ßberhitzung neigen würde. Da sollte man doch lieber auf ein Alu-Lüfterrad ausweichen. Hhhm - gut.
Zunächst Händler aufgesucht (da wo der tolle Startadapter her war) und das Problem geschildert. Ja, das hätte er mir gleich sagen können, dass die ab und zu aus der Gummimuffe rutschen. Ist so ein richtiger Schelm. Warum hat er das beim Verkauf nicht gesagt. Gut, ich bin nicht nachtragend - eher naiv. *Sproing* zauberte er mir so ein Super-Sechskant-Startadapter aus seiner Ladentheke. Es klingelt mir noch heute in den Ohren: "Der flutscht nirgends raus, da er direkt auf die Welle geschraubt wird". Na gut - Superteil ist natürlich auch superteuer.
Zuhause habe ich dann alles zusammengesetzt und so richtig schön fest zusammengeschraubt. Der Sechskant wurde an den Freilauf extra über ein Linksgewinde aufgesetzt. Schlau! Beim Starten dreht der sich dann noch fester. Der Alu-Lüfter war auch schon mit der Post gekommen.
Schön! Hin zum Platz. Ich habe den Heli dann aufgetankt, an die Startbox angeschlossen. Etwas Sprit in den Motor gedrückt. Horrido - es kann losgehen. Starter in die entsprechende ßffnung des toll blinkenden Alu-Lüfterrades gesetzt und Starter angeschaltet. Toll Motor springt auch gleich an. Er dreht anfangs etwas höher und beim Entfernen des Startadapters aus der Startvorrichtung blieb der Freilauf auch tatsächlich auf der Welle. Aber der Startadapter selbst nicht. Nein, der drehte sich durch das Linksgewinde und erhöhte Motordrehzahl gleich wieder ab. Was nun tun? Die eine Hand hielt den Rotor. In der anderen Hand der Starter und der Sechskant drehend im Lüfterrad. Egal - Starter weg zur Seite werfen. Motor aus und Sechskant schnappen. --- Doch zu spät. Fröhlich hüpfte der Sechskant einen Steptanz durch das neue Lüfterrad. Damit war dieses auch gleich hinüber. Beim Händler bin ich nichts geworden, außer die Garantie zur weiteren Garantieübernahme des Startadapters auch wenn ich jetzt sämtliche geschraubten Verbindungen auch noch zusätzlich mit durch die Welle geborte Splinte ´verzementiert´ habe.
Irgendwann kam dann das neue Lüfterrad mit der Post. Auch wieder eingebaut und ab zum Platz. Der Motor war glücklicherweise bereits eingelaufen. Soweit hatte ich es trotz allem geschafft. Es drohte somit der erste richtige Flug.
Was soll ich sagen. Was für ein Erlebnis. Es funktionierte. Meine separaten Tonnensicherungen hielten überall. Den ersten Flug wollte ich so starten, wie ich es mit meinem E-Heli auch mache. Oops, was nicht bedacht. Ich gab E-Heli Startpitch. Ehe ich meinen Kopf heben konnte, war der V-Heli auch schon nach oben weg. Teufel, sind V-Helis zackig. Aber egal, das Gefühl dafür kam schnell.
Insgesamt rund 45 Minuten Flug an diesem Tag. Super.
Nächster Flugtermin. Heli gecheckt. Alles in Ordnung. War eigentlich wieder anfangs ein toller Tag. Dann hörte ich im Flug einen seltsamen laut vernehmbaren Knall. Oha, nicht schon wieder. Der Heli wurde schnell gelandet. Beide Schrauben zum Lüfterrad waren genau an der Motorwelle abgebrochen und deren Reste etwas unsanft durch den Modellrumpf geflogen. Die Erläuterungen zum späteren Herausfummeln der Schraubenreste erspare ich mir hier.
Aber ich gebe nicht auf. Nächster Flugtermin. Wieder anfänglich wunderbar. Dann ein kurzes aufgeregtes Pendeln des Hecks. Verdammt, sieht nicht gut aus. Aber was ist das? Der Heli vollführt ohne Aufforderung einen zackigen Tanz in der Luft und schwenkt 90 Grad nach rechts, dann 180 Grad nach links. Danach wieder einen Augenblick Ruhe, um schnellstens wieder 180 Grad nach rechts zu drehen, dann mal wieder 90 Grad nach links. Das Heckservo spielt total verrückt. ßber eine halbe Minute (kam mir so vor) habe ich dann versucht irgendwas zu regeln. Aber der Heli reagierte praktisch kaum auf Steuerbefehle. Egal - irgendwie am besten Motor aus und nur noch halbwegs heil runterkommen. Dabei habe ich Dummerle in der Panik doch glatt ´Motor aus´ mit dem Schalter für ´erhöhte Kopfdrehzahl´ verwechselt. Somit wurde das ganze Verhalten noch verschlimmert. Aber er war noch in der Luft, auch wenn er nicht mehr korrekt lenkbar war. Dann Schalter schnell zurück - Mist, keine Reaktion. Auch auf ´Motor aus´ keine Reaktion. Noch mehr Mist - überhaupt keine Reaktion mehr.
Mein Heli flog dann mit der letzten Einstellung in einer Geschwindigkeit von rund 1 - 2 Metern die Sekunde (recht langsam und gut zum Zuschauen) ´zackend´ an mir vorbei, verlor langsam an Flughöhe um dann praktisch normal auf einem Feld aufzusetzen und erst dann ----- umzukippen.
Danach - warum auch immer konnte ich beim Zugehen auf die Reste, den Motor durch Betätigen des Schalters auch wieder abschalten.
Ergebnis: Rotorblätter, Rotorkopfhalterung, Rotorwelle, Heckrohr und Heckservo defekt.
Mal schauen, was jetzt kommt.
Holly
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