Rotorneigung

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  • wirbelwind
    Member
    • 20.01.2005
    • 386
    • Klaus

    #16
    Re: Rotorneigung

    Na aber Hallo....

    ...noi - noi! Der Bittner macht schon einige Aussagen, gebs aber zu, dass der mathematische Weg anstrengend ist (wann war er das nicht )

    Gibts aber noch mehr Quellen dazu, z. B. Vorlesungsskript Braunschweig - Prof. Richter, Just: Drehflügler usw.
    kurz gesagt: HAT WAS MIT PHASENVERSCHIEBUNG ZU TUN


    Gruß
    Klaus.

    ... na da bin ich ja mal wieder froh, nicht an der RWTH gewesen zu sein.... duck und wech

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    • spreadeagle
      Member
      • 07.11.2005
      • 187
      • Ulrich

      #17
      Re: Rotorneigung

      Hallo Klaus,

      nach der leider immer wieder auch in der letzten Rotor aufgezeigten Theorie wird das Blatt zum Ausgleich der Phasenverschiebung ca. 90 Grad (lt. Bittner) vorher angelenkt. Will sagen, das bei Nick nach vorne das Blatt z.B. bereits 90 Grad vorher immer zyklisch mit der Rotorumdrehung angelenkt werden muß, da das Blatt in seiner Schwingung zur Amplitude Zeit benötigt. Oder anders, die zyklische Anlenkung folgt einer Sinuskurve die von der Blattschwingung (je nach Biegesteifigkeit, Aufhängung, etc.) überlagert wird, damit voreilt und daher ausgeglichen werden muss.

      Genau da liegt der Fehler, denn unsere kleinen Helis kennen dank starrer Aufhängung diesen Schwingungseffekt nicht, den richtigerweise aber die großen Blätter der Großhubschrauber haben und auch ausgleichen müssen (immer gerne genommen das Beispiel Bo 105). Unsere kleinen Helis haben und benötigen diesen Ausgleich hingegen nicht. Der Denkfehler entsteht dabei meines Erachtens dabei durch drei Effekte a) die Anlenkung ist über die Hiller-Paddel zwar 90-Grad versetzt, diese steuern aber das Blatt an korrekter Position (ohne Versatz) zyklisch an und b) die Anlenkung ist mit dem Auge schwer zu erfassen, denn sie erfolgt indirekt über das nutzen der Luft und c) die Kreiselpräzession die für obige Rotorneigung durch plötzliches Anlenken (nehmt eine CD, setzt sie auf einen Schraubenzieher und tippt sie nach dem Andrehen an einer Seite schnell hoch, die Auslenkung ist dabei ca. 90 Grad versetzt und genau das sieht der Oli).

      Die Ausführungen in der Rotor mischen wie üblich leider auch Großhubschraubertechnik mit unserer Modelltechnik. Gäbe es eine Phasenverschiebung, dann würde jeder Modellheli seinen individuellen Ansteuerungswinkel besitzen, 3D Fliegen wäre mit nur Setup-Orgien zu erledigen und jede ßnderung eines Rotorblattes (Gewicht, Steifigkeit, ...) zu eben solchen Einstellungen führen müssen.


      Kleiner Anreiz - der Erste der mir plausibel nachweist, dass sein Heli eine versetzte Anlenkung als Ausgleich zur Phasenverschiebung hat, bekommt von mir eine Tafel Schokolade geschenkt! (und bitte holt dabei nicht die für versetzte Gestänge genutzte virtuelle Taumelscheibendrehung aus dem Koffer)

      Viele Grüße
      Uli


      PS: Stimmt, die RWTH ist nicht mehr was sie war seit ich da weg bin....

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      • wirbelwind
        Member
        • 20.01.2005
        • 386
        • Klaus

        #18
        Re: Rotorneigung

        Hallo Uli,

        na da hast du dir aber einiges einfallen lassen...

        ... nur leider - so wie ich halt bin - kann ich dir da nicht ganz Recht geben .

        1) Die Grundprinzipien der Blattdynamik sind sowohl beim Modell, als auch beim Original identisch (wie gesagt, die Grundprinzipien, was nicht heißt dass man gedankenlos die ganzen Rechenmodelle bzw. -verfahren übernehmen kann!). Dies kann man leicht daduch begründen, da ja die Luft (Aerodynamik) nicht weis, ob du nun mit einem "Original" oder mit einem Modell unterwegs bist....
        Ein Beweis für die tatsächlien Auf- und Abbewegungung der Rotorblätter kannst du dir selber fotografieren: Mach ein Foto mit sehr kurzer Verschlusszeit von einem Heli der sehr schnell fliegt (z. B. Sturzflug). Du wirst feststellen, dass das nach vorne gehende Rotorblatt weiter vorne ist, als es laut Rotorkopf sein dürfte, das nach hinten laufende ist dagegen auch weiter vorne (beide Blattspitzen sind vor der Rotorachse). Bedingt wird dieser Effekt durch die Corioliskräfte - eben durch die auf und nieder schlagenden Blätter (auch ohne sichtbares Schlaggelenk).

        2) Die von dir angeführte "starre" Aufhängung würde nur dann existieren, wenn du einen Propeller statt dem Rotor montierst. Beim Modell kann man sogar im Standlauf sehen, wie schön sich die Rotorebene bei Nick- / Rolleingabe neigt. Auch bei Abfangmanövern siehst du sehr deutlich, wie sich die Rotorblätter biegen. ßbrigens kannst du den Zusammenhang Blattsteifigkeit zu Manövrierfähigkeit sehr leicht selbst ausprobieren (steifere Blätter verwenden). Dieser Zusammenhang bedeutet eigentlich nur die Verlagerung des (virtuellen) Schlaggelenkes nach aussen.

        3) Naja, ich glaub' dir ja, dass du den ßberblick bei der Anlenkung am Rotor hast, aber wärs nicht vielleicht auch möglich, dass auch noch andere Leute dieses System verstehen*

        4) Kreiselpräzession. Janu, was soll ich da sagen? Oft diskutiert.... Versuchen wirs' doch mal so: Sieh' dir die alten Rotorköpfe an (z. B. Schlüter Gazelle: http://www.helioldie.at.tf/). Du wirst feststellen, dass es hier ein echtes Schlaggelenk - sehr nahe an der Rotorwelle - gibt. Wäre also die Kreiselpräzession die (reine) Ursache für die Phasenverschiebung, gäbe es bei diesen erwähnten Rotorköpfen keine Phasenverschiebung (voll kardanisch gelagerte Welle kann keine Präzessionskräfte übertragen).

        Gruß
        Klaus.

        ßbrigens iss mal die Schokolade selber. Bringt Energie ins Hirn ... und weg!

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