Mein erster Fernsehauftritt, Erfahrungen

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  • Thomas Boeseler
    Crazy-tom.net
    • 11.10.2004
    • 391
    • Thomas
    • Dortmund

    #1

    Mein erster Fernsehauftritt, Erfahrungen

    4. HeliNight Bergkamen 26.02.2006, Römerbergsporthalle

    Das gezwischter der hochdrehenden Rotoren mit ihren Carbon Rotorblättern versetzt die Halle in eine besondere Geräuschkulisse, die nur einmal im Jahr zu hören ist.
    Piloten fachsimpeln und bestaunen die kreative Arbeit einiger besonderer Modelle.

    Ich stehe mit dem Fernsehteam vom WDR an der Kamera erwarte die Instruktionen von Nils Rode, dem Teamleiter.
    Am ganzen Körper verspüre ich ein heftiges kribbeln. Der Flugleiter nimmt sein Mikro und fordert die Piloten am Flugfeld auf, ihre in der Luft befindlichen Fluggeräte zu landen.
    Nun verspüre ich wie leichte Hitzewellen in mir aufsteigen. Ganz zu schweigen von dem kalten Schweiß der mir auf der Stirn steht. Herr Rode gibt mir das Zeichen das ich meinen X-Pro starten soll.
    Die sonst so sicheren Abläufe verunsichern mich und ich gehe noch mal alles durch.
    Modellauswahl - ok
    Alle Flugphasenschalter auf aus - ok
    Gyro auf AVCS - ok
    Gaslimiter auf Null - ok
    Ich nehme die Sicherung vom Pluskabel des Akku und schliesse diesen an den Regler an. Der Regler signalisiert mir einigen Peeps das er bereit ist. - Bin ich es auch ?
    Wie schon etliche male schiebe ich die Haube auf und befestige diese am Chasis.
    Preflightcheck:
    Kontrolle ob GY im AVCS Modus ist - ok Led leuchtet ständig
    Kontrolle ob Taumelscheibe frei und richtig kippt - ok
    Heck nach Links um den Hecksteller zu initialisieren - ok

    Nachdem ich den Nackengurt gerichtet habe und den Sender zurecht gerückt habe spüre ich wie ca. 200 Augen, eine Fernsehkamera und einige Camcorder auf mich gerichtet sind - Douglas Adams würde sagen -No Panic!-
    Leider kann mich das nicht besonders beruhigen!
    Ich lege die Flugphasenschalter auf die Position -Fliegen für Erwachsene-
    3000 RPM, no Expo, no Limits, â?¦
    Schnell drehen sich die Helitec-Rotorblätter zur Bestimmungsdrehzahl und ich versuche mich zu konzentrieren. Mit sanftem Pitch hebt sich der X-Pro vom Boden ab und steigt in Augenhöhe. Die Schweinwerfer der Kamera erhellen sich und lassen den X-Pro in einem nie vorher gesehen Licht erstrahlen. Dieser Anblick macht mir Mut und ich spüre, dass meine benötigte Selbstsicherheit wiederkehrt.
    Ein, zwei Piroutten und etwas Schweben und schon erfährt der Lipo-Akku die erforderliche Betriebstemperatur.
    Nils Rode spricht zu mir und fängt an mir Fragen zu stellen während ich mit dem X-Pro meine Runden drehe. Es ist schon schwer sich mit jemandem zu unterhalten während man einen Heli fliegt und diesen gezielt zu steuern, aber nun auch noch hochtrabende Antworten auf nicht abgesprochene Fragen zu geben ist schon heftig. Dabei im Hinterkopf, dass dieses Gestammel evtl. ins Fernsehen kommt �
    Frage: -Was bedeutet Scale-Fliegen-
    Ich antworte und währenddessen lasse ich den X-Pro eine saubere Runde drehen ohne dabei an Höhe und Geschwindigkeit zu verlieren. Es verschafft mir wiederum Sicherheit und Selbstvertrauen
    Frage: -Und 3D fliegen ist Rollen und auf dem Rücken zu fliegen �- Das kann ich denke ich - Aus dem Unterbewusstsein werden die schon sooft vollzogenen Befehle abgerufen und ausgeführt - Nick ziehen und einen Pitch-Stoss geben, so dass der X-Pro schnell auf dem Rücken liegt. ßber meine Lippen sprudeln ein paar Worte ohne darüber nachzudenken.
    Es ist schon erstaunlich, wie schnell Man(n) die Kameras, die Mikrofone und Zuschauer verdrängt.
    Nun möchte das Team, dass ich mit dem X-Pro ca. eine Handbreit über der senkrecht stehenden Kamera schwebe.
    Anflug - über der Kamera kurz stehen bleiben - nach oben weg steigen
    Na wenn es weiter nichts ist, dachte ich zuerst. Als dann der X-Pro wieder in der Luft war, kamen dann doch die ersten Zweifel. Der Pulsschlag stieg und ich wurde unsicher, je näher ich der Kamera kam.
    Einen Hubschrauber über einen fiktiven Punkt im Raum schweben zu lassen ist einfach - Aber nun mit 3000 RPM über einer verdammt teuren Kamera zu schweben war schon eine Herausforderung.
    Ein heftiger Schub an Adrealin wird freigesetzt als ich der Kamera etwas zu nah komme und mit einem starken Pitch-Stoss schiesst der X-Pro 2 Meter hoch. Puh - Das war knapp.
    Mein Blickwinkel verengt sich um nur noch den X-Pro und die Kamera zu beobachten. Ich stelle fest, dass ich nur noch denke wohin der Heli fliegen soll, nicht mehr wie ich steuern muss!
    Ich wage ein Anflug auf dem Rücken, allerdings mit wesentlich mehr Respekt und Abstand von der Kamera. Der daraus entstehende -Kick- ist absolut heftig! 8)
    Nach ein paar ßberflügen muss ich auch schon feststellen, dass mein Konzentration nachlässt und ich hoffe, dass einer dieser ßberflüge dem Team gefiel.

    Alles in Allem muss ich sagen, dass diese Erfahrung echt klasse war und ich war zu Schluß doch erstaunt wie ruhig ich doch war.

    Also wenn von Euch jemand diese Erfahrung auch mal machen kann - Es lohnt sich

    Danke auch nochmal an das WDR Team, dass einen sehr guten Bericht erstellt hat!



    Gruß Thomas

    P.S.
    Wenn der WDR die Rechte freigibt, kann man den ausgestrahlten Beitrag mal zur Verfügung stellen.
    http://www.crazy-tom.net
  • KawaMan
    KawaMan

    #2
    Mein erster Fernsehauftritt, Erfahrungen

    Schön geschrieben!
    Dann will ich mal hoffen, das Video hier sehe zu können!

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    • leuschy
      leuschy

      #3
      Mein erster Fernsehauftritt, Erfahrungen

      Klasse Beitrag Thomas,

      besser kann man all die Gefühle und das Drum-Herum nicht mehr zum Ausdruck bringen,einfach fabelhaft geschrieben und geschildert!!

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      • SFL
        SFL

        #4
        Mein erster Fernsehauftritt, Erfahrungen

        Echt klasse dein Bericht, ich hoffe auch auf das Video.

        Ambitionierte Helipiloten, die seit einigen Jahren fliegen mögen das so hinbekommen, ich als Heli-Anfänger wäre wohl Mega-Nervös.

        Was mir aber auch aufgefallen ist, wenn einer bei mir steht während ich fliege (der steht dann auf meine Anweisung zwei Schritte links oder rechts hinter mir), kann ich mich mit ihm übers fliegen Unterhalten.
        Man achtet wirklich dabei nur auf den Heli, und wie er sich bewegen soll.
        Auf die Knüppelbefehle konzentriere ich mich nicht bewußt, die kommen aus dem Reflex heraus alleine.

        Ist schon erstaunlich ....

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        • Wolverine
          Wolverine

          #5
          Mein erster Fernsehauftritt, Erfahrungen

          Hallo,
          klasse Bericht, kann mich meinem Vorschreiber nur anschließen, bin gespannt, das Vid zu sehen. Ich hätt mich warscheinlich vor lauter Zittern nicht mal getraut, abzuheben. Aber es ist schön zu lesen, wie deine Gefühle beim fliegen sind, geht mir auch immer so, wenn ich mit meinen Freunden was neues ausprobiere, was ich vorher stundenlang am Sim geübt habe, in der Realität mit Zuschauern, und wenn`s nur die Freunde sind, ist es doch was anderes.

          Mfg. Wolfgang

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          • Thomas Boeseler
            Crazy-tom.net
            • 11.10.2004
            • 391
            • Thomas
            • Dortmund

            #6
            Mein erster Fernsehauftritt, Erfahrungen

            Hier ein Video vom "Making of"

            http://www.crazy-tom.net/Videos/Heli...-Making_of.wmv (ca. 90 MB)

            Gruß Thomas
            http://www.crazy-tom.net

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            • Markus Fiehn
              heli.academy
              • 13.04.2001
              • 3896
              • Markus
              • Obersülzen

              #7
              Mein erster Fernsehauftritt, Erfahrungen

              Hi!

              @Thomas: Und die Nervosität ist immer wieder da, wenn man mit dem Fernsehen zu tun hat.

              Ich fand die Live-Sendung eigentlich deutlich schlimmer, weil jeder "Mist", den wir da gemacht hätten halt nicht mehr rauszuschneiden gewesen wäre...

              Markus

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