Steuervorlauf

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  • Kramrle
    Member
    • 31.12.2015
    • 46
    • Martin
    • Schweiz

    #46
    AW: Steuervorlauf

    Zitat von Muki19 Beitrag anzeigen
    Ich versteh jetzt nicht wieso der vorwärtsflug durch schräg nachhinten strömende luft zustande kommen soll? Der rotorkopf erzeugt mit den blättern oberhalb der rotorebene einen unterdruck und das modell wird dadurch nach oben gesaugt. Die luft oberhalb der blätter muss einen kürzeren weg nehmen als die luft die unterhalb am profil entlangströmmt. Die schneller strömmende luft erzeugt dadurch ein unterdruck/sog und das ist der auftrieb. Durch zykl. Blattverstellung steuerst du die luftströmmung je langsamer die luft bzw. Je länger der weg für die unterhalb fließende luft ist desto größer wird der sog/ auftrieb. S-schlag blätter haben unten eine gerade kante dadurch verlängert sich der weg und oberhalb fällt das profil steiler ab und verkürzt den weg .

    den effekt hast du auch wenn 2 LKWs sehr schnell aneinander vorbei fahren. Die luft die außen entlang strömmt fließt schneller als die zwischen den LKWs daduech entsteht zwischen den LKWs ein sog der sie zusammen zieht bis sie sich berühren würden.
    Zum Thema Entstehung von Auftrieb am Flügel (Rotor) empfehle ich folgendes Dokument zu lesen.

    Kommentar

    • ThomasC
      Senior Member
      • 10.02.2012
      • 3963
      • Thomas
      • Giessen

      #47
      AW: Steuervorlauf

      Zitat von Ungustl Beitrag anzeigen
      Heist das, das selbst von Seiten der Wissenschaft der Hubschrauberflug nicht vollständig verstanden wird? Gleich wie der dynamische Auftrieb an sich ja auch nicht 100%ig verstanden wird, und es nur mehr oder weniger befriedigende Erklärungsmodelle (Anfahrwirbel) gibt?
      Die Sache stellt sich in der Praxis in der Tat als derart komplex heraus, daß das Beschäftigen damit eine ideale ßberbrückung von Schlechtwetterphasen darstellt. Dennoch sind wir Modellflieger eher der Praxis zuzuordnen, in der bekanntlich gilt: "Alles funktioniert, und keiner weiß warum". Und solange es funktioniert, messe ich dem zugegeben auch nur beiläufige Bedeutung zu, auch wenn ich es hochinteressant finde, mir bei Regen und Sturm mit sowas das Hirn zu zermartern

      Oder anders: der Thread gefällt mir.

      Gruß

      ThomasC
      Es könnt' alles so einfach sein - isses aber nicht

      Kommentar

      • Spacemarine
        Member
        • 01.01.2008
        • 93
        • Andre

        #48
        AW: Steuervorlauf

        Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
        Gerade, wie die Ebene eben bei neutraler TS steht, d.h. senkrecht zur Achse. Schau doch einfach mal in die Rotorebene deines Helis und rühre etwas mit dem zyklischen Knüppel. Bei Paddel-Helis sieht man das noch besser an der Stabi-Ebene. Die stellt sich bei Wegfall der äußeren zyklischen Kräfte wieder gerade, während sie bei Erklärung über die Kreiseltheorie gekippt bleiben müsste (Drehimpulserhaltung). Der Drehimpuls der Rotorebene ändert also nicht seine Richtung, was gegen die Erklärung mit der Kreiselpräzession spricht.
        Ich vermute hier areodynamische Kräfte, die auf die Paddel wirken und daher die Paddenstange zurückdrücken. Würde ja auch Sinn machen, dass man die Paddel leicht selbst-rückstellend einstellt, damit die Selbstkorrektur nur eine kurze Zeit wirkt. Bei meiner alten Bell 47 mit 45 ° schräg stehender Stange mit Gewichten (d.h. aerodynamisch nicht wirksam) ist diese auch längere Zeit stehen geblieben. (Hier trügt mich vielleicht aber auch meine Erinnerung)

        Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
        Auf der Suche nach Erklärungen stößt man dann auf den Ansatz über den Kreisel, in "richtiger" Fachliteratur wird es aber immer als schwingendes System erklärt.
        In richtiger Fachliteratur wird ja auch gerechnet und nicht bloß versucht, etwas zu veranschaulichen. Da würde ich auf jeden Fall auch über das schwingende System gehen. Der Kreisel taugt nur als Veranschaulichung des starren Rotors und nicht als Berechnungsgrundlage.

        Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
        An und für sich wäre das auch überzeugend, aber mich irritiert noch immer, dass die Phasenverschiebung nur eine Funktion des Abstandes der Schlaggelenke sein soll, während sonst bei erzwungenen Schwingungen der Unterschied von Anregungs- und Eigenfrequenz der bestimmende Faktor ist.
        Und genau das ist ja der Witz an dem Sytem, nur weil es so ist funktioniert es überhaupt. Ich versuche es mal anschaulich zu erklären: Stell dir ein Seil vor, das an einem Ende an einem drehbaren Haken hängt und am anderen Ende ist ein Stein befestigt. Jetzt bringen wir den Stein auf eine Kreisbahn, d.h. er dreht sich um den Haken. Der Einfachheit halber nehmen wir mal an dass der Stein so schnell fliegt, dass das Seil fast waagerecht steht. Der Stein fliegt also im Kreis um den Haken. So weit so gut. Jetzt kommt jemand und gibt dem Stein einen kleinen Stups nach oben senkrecht zu seiner Flugrichtung. Was passiert? Die Rotationsebene verkippt. Und wie? Genau so, dass 90 ° nach dem Stups der höchste Punkt erreicht ist und am Punkt des Stupses der Stein seine größte Aufwärtsgeschwindigkeits hat. Und das ganze ist unabhängig von der Drehgeschwindigkeit, Masse des Steines, Länge des Seils.

        Jetzt stellen wir uns vor, statt einem Stein an einem Seil verwenden wir einen Stab, der in der Mitte drehbar gelagert ist. Wir rotieren ihn schnell um seinen Mittelpunkt und haben damit quasi einen starren Rotorkopf. Auch dieser verhält sich genau so wie der Stein an dem Steil wenn wir ihn senkrecht anstupsen.

        Und jetzt stellen wir uns vor, statt einem Stab verwenden wir ganz viele Stäbe, 2, 3, 4, usw... Jedesmal machen wir den Stab etwas dünner, damit sie sich nicht berühren. Auch alle Stäbe zusammen führen jeder für sich immer noch das gleiche Bewegungsmuster aus, wie anfangs der Stein. Irgendwann haben wir so viele Stangen, dass es aussieht als hätten wir eine rotierende Platte. Und auch für diese Platte (genauer gesagt jeden Punkt auf der Platte) gelten immer noch die selben Bewegungsmuster.

        Und da alle Stäbe immer die gleiche Bewegung durchführen können wir sie auch miteinander verkleben, ohne dass dabei unser Sytem seine Bewegung ändert. Und was haben wir jetzt? Eine rotierende Platte. Und was ist eine rotierende Platte? Genau, ein starrer Kreisel

        Damit will ich zeigen, dass das es im Grunde immer das gleiche System ist, egal ob es ein starrer Rotorkopf ist oder ein Kreisel. Oder ein Stein an einer Schnur. Die Eigenfrequenz ist immer genau die Drehfrequenz. Und nur deshalb spielt es keine Rolle, wie groß oder schwer der Rotor ist. Er schwingt immer genau 90 ° Phasenverschoben zu seiner Anregung und die Frequenz mit der er schwingt ist immer genau seine Drehfrequenz.

        Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
        Vor allem am Modellheli wird oftmals in einem weiten Drehzahlband geflogen, so dass man die Annahme des Betriebes in Resonanz nicht zustimmen kann
        Mit der obigen ßberlegung kannst du dem hoffentlich zustimmen

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        • jumphigh
          Senior Member
          • 16.12.2009
          • 4248
          • Andreas
          • Allstedt

          #49
          AW: Steuervorlauf

          Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigen
          Ich vermute hier areodynamische Kräfte, die auf die Paddel wirken und daher die Paddenstange zurückdrücken.
          Nein, die Paddel laufen auch in Neutralstellung zurück in ihre ursprüngliche Ebene. Und bei Stangen mit Gewichten funktioniert es ja auch. Die Drehimpulserhaltung, dabei speziell die Richtung, ist ja die Voraussetzung, dass die Stabilisierung funktioniert! Wenn der Hauptrotor unter der Paddelebene kippt, wirkt die stabile Drehebene der freier beweglichen Flybar dagegen. Kippt beispielsweise der Heli samt Hauptrotor (fest am Mast bei Modellen!) nach hinten, dann steht die stabile Paddelbene relativ zum Heli nach vorne geneigt und steuert damit über die Mischer den Hauptrotor samt dranhängender Zelle zurück.

          Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigen
          Der Kreisel taugt nur als Veranschaulichung des starren Rotors und nicht als Berechnungsgrundlage.
          Dann hast du den Kreisel nicht verstanden! Eine mögliche Erklärung über die Kreiselpräzession ist beileibe keine simplifizierende Veranschaulichung für Laien. Grundlage ist die Gleichung dL/dt=M, d.h. die ßnderung des Drehimpulses entspricht dem Drehmoment. Wenn du willst, dass z.B. dein Rotor nach vorne kippt, muss man dazu die das nach vorne zeigende Drehmoment erzeugenden Kräfte seitlich- also um 90° versetzt zu Richtung- wirken lassen.

          Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigen
          Und genau das ist ja der Witz an dem Sytem, nur weil es so ist funktioniert es überhaupt.
          Da ist überhaupt keine ßberraschung, sondern ein schwingendes System nimmt immer die Frequenz der Anregung an! Was du aber offenbar nicht weist, ist, dass dabei abhängig vom Unterschied zwischen der Anregung- und Eigenfrequenz eine Phasenverschiebung- neben der variablen Amplitude der Schwingung- auftritt. Nur im Resonanzfall beträgt die Phase 90°. Mein Argument ist nun, dass bei verschiedenen Drehzahlen immer eine andere Phasenverschiebung auftreten müsste und diese nicht einen stabilen Wert, der nur von der Geometrie abhängig ist, annimmt. Die Lösung der Rotor-DGL ist sozusagen anders als das, was man in theoret. Mechanik bei Fremdanregung lernt.
          Zuletzt geändert von jumphigh; 10.02.2016, 19:39.
          Grüße von Andreas

          Kommentar

          • Spacemarine
            Member
            • 01.01.2008
            • 93
            • Andre

            #50
            AW: Steuervorlauf

            Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
            Wenn du willst, dass z.B. dein Rotor nach vorne kippt, muss man dazu die das nach vorne zeigende Drehmoment erzeugenden Kräfte seitlich- also um 90° versetzt zu Richtung- wirken lassen.
            Hast du meinen Post überhaupt gelesen? Ich habe das Gefühl ich habe das ganz umsonst geschrieben. Denn genau dieser Punkt war einer meiner Aussagen oben.

            Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
            Da ist überhaupt keine ßberraschung, sondern ein schwingendes System nimmt immer die Frequenz der Anregung an!
            Wo habe ich etwas anderes behauptet?

            Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
            Was du aber offenbar nicht weist, ist, dass dabei abhängig vom Unterschied zwischen der Anregung- und Eigenfrequenz eine Phasenverschiebung- neben der variablen Amplitude der Schwingung- auftritt.
            Natürlich weiß ich das. Ist eine der Grundlagen des harmonischen Oszillators, den man im ersten Semester Physikstudium lernt. Ich habe auch nie etwas anderes behauptet.

            Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
            Mein Argument ist nun, dass bei verschiedenen Drehzahlen immer eine andere Phasenverschiebung auftreten müsste und diese nicht einen stabilen Wert, der nur von der Geometrie abhängig ist, annimmt.
            Das ist kein Argument, das ist eine Vermutung. Oben habe ich argumentativ dargelegt, warum diese Vermutung nicht zutrifft. An welcher Stelle erscheint dir meine Argumentation unlogisch?

            Kommentar

            • ThomasC
              Senior Member
              • 10.02.2012
              • 3963
              • Thomas
              • Giessen

              #51
              AW: Steuervorlauf

              @jump: lies' doch nochmal die Fachtexte von M. Schreiner, vielleicht wird's dann klarer. Ich mußte sie zugegeben dreimal lesen bis es Klick gemacht hat... aber da steht tatsächlich alles drin was zum Verständnis nötig ist.

              Viel Erfolg
              Es könnt' alles so einfach sein - isses aber nicht

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              • ThomasC
                Senior Member
                • 10.02.2012
                • 3963
                • Thomas
                • Giessen

                #52
                AW: Steuervorlauf

                P. S. Ich vermute Deinen Denkfehler hier: das Rotorblatt verhält sich wie ein Pendel. Dessen Frequenz ist abhängig von der Rückstellkraft, welche sich unter Anderem aus der Zentrifugalkraft errechnet. Und die steigt proportional zur Drehzahl. Deswegen bleibt die Phasenverschiebung nahezu gleich. Jetzt klarer?
                Es könnt' alles so einfach sein - isses aber nicht

                Kommentar

                • jumphigh
                  Senior Member
                  • 16.12.2009
                  • 4248
                  • Andreas
                  • Allstedt

                  #53
                  AW: Steuervorlauf

                  Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigen
                  Hast du meinen Post überhaupt gelesen? Ich habe das Gefühl ich habe das ganz umsonst geschrieben. Denn genau dieser Punkt war einer meiner Aussagen oben.
                  Deine Aussage habe ich so verstanden, dass für dich die Kreiselerklärung ein (einfacher) Ersatz für andere hochwissenschaftliche Fachberechnungen wären. Ich will dich nur darauf hinweisen, dass die Kreiselpräzession nicht weniger physikalisch und wissenschaftlich ist als das Modell des schwingenden Systems. Beide Modelle sind vollkommen unabhängig voneinander und bieten auf den ersten Blick Erklärungsansätze. Ich wiederhole nur noch einmal meinen Einwand, warum die Kreiselwirkung aber trotzdem nicht den Hauptanteil an der Bewegung ausmachen kann. Nämlich einfach aus dem Grund, dass die sauberen 90° in Realität nicht gegeben sind.

                  Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigen
                  Wo habe ich etwas anderes behauptet?
                  Ich sage nicht, dass du etwas anderes behauptet hast, sondern frage dich nur, warum du dann nicht in Erwägung ziehst, weshalb es keine frequenzabhängige Phasenverschiebung gibt? Ich weiß nicht, ob wir hier nur aneinander vorbeireden, aber ich kann auch nur zurückfragen, ob du das, was ich schreibe auch mal durchdenkst?

                  Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigen
                  Oben habe ich argumentativ dargelegt, warum diese Vermutung nicht zutrifft. An welcher Stelle erscheint dir meine Argumentation unlogisch?
                  Du hast gar nichts dargelegt, außer die bekannte Tatsache als Neuigkeit verkaufen wollen, dass die Rotorblätter mit gleicher Frequenz wie die Mastdrehzahl schwingen. Ansonsten ist deine Beschreibung einer allgemeinen Schwingung falsch. Das schwingenden System erreicht eben bei Fremdanregung nicht immer bei 90° seine maximale Amplitude.

                  Den einzigen brauchbaren Hinweis hat ThomasC geliefert:

                  Zitat von ThomasC Beitrag anzeigen
                  Dessen Frequenz ist abhängig von der Rückstellkraft, welche sich unter Anderem aus der Zentrifugalkraft errechnet.
                  Ich habe bisher nicht bedacht, dass der Rotor keine konstante Eigenfrequenz hat, sondern diese von der äußeren Anregungsfrequenz abhängig ist. Somit sind die allgemeinen Ergebnisse eines fremdangeregten, schwingenden Systems mit konstanter Eigenfrequenz nicht übertragbar. Es besteht also gar keine von mir wahrgenommen Diskrepanz der Schwingungslösung des Rotors zur mit bekannten allgemeinen Lösung. Die DGL des Lehrsystems passt nicht auf den Rotor!

                  Zitat von ThomasC Beitrag anzeigen
                  lies' doch nochmal die Fachtexte von M. Schreiner, vielleicht wird's dann klarer. Ich mußte sie zugegeben dreimal lesen bis es Klick gemacht hat
                  Die beiden Artikel aus der Rotor kenne ich. Aber er umschifft ja auch etwas die Antwort auf meine Bedenken zu dieser Lösung:

                  Was ist aber die Eigenfrequenz der Schlagbewegung? Man kann zeigen, dass die Eigenfrequenz vom Abstand des Schlaggelenks zur Rotorachse abhängt. Beim Abstand null ist die Eigenfrequenz genau die Drehfrequenz des Hauptrotors. Wenn- wie es in der Realität der Fall ist- das Schlaggelenk einen gewissen Abstand zur Drehachse hat, dann nimmt die Eigenfrequenz etwas zu und ist etwas größer als die Drehfrequenz des Hauptrotors.
                  Mir hat halt das "man kann zeigen" in diesem Artikel gefehlt, damit meine Bedenken bezüglich des ständigen Betriebes naher der Ressonanz ausgeräumt werden. Weiterhin halte ich seine Ausführungen zum Modellhubschrauber im Teil 2 für merkwürdig! Bei unseren Modellen biegen sich die Blätter genauso wie bei großen. Auch der Modellhubschrauber wird nicht (ausschließlich) durch den Kreiseleffekt gelenkt. Ich kann nicht nachvollziehen, warum er nun den Umschwung von den Schlagschwingungen zum Kreisel erzwingt, anstatt das als zusätzlichen Effekt einzuführen.
                  Grüße von Andreas

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                  • ThomasC
                    Senior Member
                    • 10.02.2012
                    • 3963
                    • Thomas
                    • Giessen

                    #54
                    AW: Steuervorlauf

                    @Jumphigh: ich les mir Michael's Text heute nachmittag nochmal genau durch (da habe ich Zeit). Ich hab, wie schon angedeutet, auch ganz schön dran gekaut, weil es eben viel Text ist. Aber die Erkenntnis, daß die Schwingfrequenz des Rotorblattes als Pendel von der Drehzahl abhängt, stammt aus ebendiesem Text.

                    Aus meiner Sicht tritt der Resonanzfall nur deshalb nicht ein:
                    1. weil das Rotorblatt beim zyklischen Steuern aktiv über die Blattwinkelverstellung beeinflußt wird und damit nicht frei schwingen kann
                    2. weil die Dämpfer im Rotorkopf die Resonanz wegdämpfen. Was sie beim DFC beispielsweise nicht wirklich tun, deshalb kommt es aus meiner Sicht bei DFC bei niedriger Drehzahl tatsächlich zur Resonanz, die Dinger sind ohne brutale Drehzahl (sprich: ohne massiven Einfluß der zyklischen Steuerung auf die Schwingung) bekannterweise nicht wirklich fliegbar (merkt man, daß ich von DFC wenig halte? )

                    Der Kreiseleffekt selbst kommt im ßbrigen aus meiner Sicht zum tragen, wenn nicht zyklisch gesteuert wird, die Rotorebene sich also nicht "aus sich heraus" kippt, sondern extern gekippt wird. Also beispielsweise beim schnellen Vorwärtsflug, bei dem das rücklaufende Blatt (bei Rechtsdrehern rechts) weniger Auftrieb erzeugt, der Heli aber nicht seitlich kippt, sondern stattdessen die Nase hochzieht (vom Nase hochziehen verstehe ich was, das hab ich als Kind wirklich geübt ).

                    Die Flexibilität der Blatthälse spielt dann nochmal eine ganz eigene Rolle. Eigentlich ist das Schlaggelenk bei unseren Helis genau zentral, denn über die Dämpfer kippt sich die gesamte Rotorebene in der Mitte der Blattlagerwelle. Bei starren Blättern müßten wir also tatsächlich eine 90°-Verschiebung haben. Ich hab beim Heim100 nicht schlecht gestaunt beim "Steuern" während ich ihn in der Hand gehalten habe (falls Kinder mitlesen: bitte NICHT nachmachen!!!), daß die Rotorebene nicht wie erwartet nach vorne kippt, sondern leicht seitlich nach links. Die Blätter sind aber auch weich wie Gummi. Auch bei meinem Spielzeug-Koax (mCX2) fällt auf, daß bei vollem zyklischen Einschlag eine leichte Linksdrift entsteht. Die Flexibilität der Blatthälse spielt also tatsächlich eine Rolle, die vom zyklischen Ausschlag abhängt und die ganze Rechnerei nochmal so verkompliziert, daß mir ganz wuschig dabei wird, mir das im Kopf vorzustellen.

                    Gruß

                    ThomasC
                    Es könnt' alles so einfach sein - isses aber nicht

                    Kommentar

                    • Spacemarine
                      Member
                      • 01.01.2008
                      • 93
                      • Andre

                      #55
                      AW: Steuervorlauf

                      Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
                      Deine Aussage habe ich so verstanden, dass für dich die Kreiselerklärung ein (einfacher) Ersatz für andere hochwissenschaftliche Fachberechnungen wären.
                      Nein, das war nie meine Aussage. Meine Kernaussage ist, dass die Kreiselerklärung nicht falsch ist, so lange man einen starren Rotor betrachtet. Nicht mehr, nicht weniger.

                      Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
                      Ich will dich nur darauf hinweisen, dass die Kreiselpräzession nicht weniger physikalisch und wissenschaftlich ist als das Modell des schwingenden Systems.
                      Das ist mir ebenfalls bewusst. Die Kreiseltheorie ist eine der kompliziertesten und verwirrendsten Theorien in der Mechanik. Ich würde mal behaupten dass nur sehr wenige Physiker das wirklich verstanden haben und von denen gibt es vermutlich keinen einzigen hier im Forum (mich eingeschlossen)

                      Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
                      Beide Modelle sind vollkommen unabhängig voneinander und bieten auf den ersten Blick Erklärungsansätze.
                      Nein, die Modelle sind eben nicht vollkommen unabhängig, für einen starren Rotor/Kreisel sind sie äquivalent.

                      Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
                      Ich wiederhole nur noch einmal meinen Einwand, warum die Kreiselwirkung aber trotzdem nicht den Hauptanteil an der Bewegung ausmachen kann. Nämlich einfach aus dem Grund, dass die sauberen 90° in Realität nicht gegeben sind.
                      In der Realität gibt es ja auch keinen perfekt starren Rotor. Nichts desto trotz ist die theoretische Beschreibung korrekt. Und die Abweichungen sind in der Praxis bei vielen Rotoren so klein, dass man mit dieser Vereinfachung sehr gut leben kann.

                      Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
                      Ich sage nicht, dass du etwas anderes behauptet hast, sondern frage dich nur, warum du dann nicht in Erwägung ziehst, weshalb es keine frequenzabhängige Phasenverschiebung gibt?
                      Genau DAS habe ich doch versucht oben darzulegen. Wenn du dieser Argumentation nicht folgst, zeige bitte genau die unlogische Stelle auf!
                      Beim starren Rotor sind Anregungsfrequenz, Eigenfrequenz und Schwingungsfrequenz genau gleich. Nur die Phasen unterscheiden sich um 90 °.

                      Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
                      Ich weiß nicht, ob wir hier nur aneinander vorbeireden, aber ich kann auch nur zurückfragen, ob du das, was ich schreibe auch mal durchdenkst?
                      Satz für Satz, Wort für Wort lese und denke ich das durch. Aber ich glaube das mache ich nicht mehr lange. Irgendwann ist ein Pferd einfach totgeritten.

                      Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
                      Du hast gar nichts dargelegt, außer die bekannte Tatsache als Neuigkeit verkaufen wollen, dass die Rotorblätter mit gleicher Frequenz wie die Mastdrehzahl schwingen.
                      Ich habe hier gar keine Neuigkeiten verkauft, das sind alles altbekannte Dinge, die jeden Physiker langweilen würden.

                      Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
                      Ansonsten ist deine Beschreibung einer allgemeinen Schwingung falsch.
                      Zeige mir bitte GENAU die Stelle, an der ich allgemeine Schwingung beschrieben habe. Bite tu das! Dann wirst du nämlich feststellen, dass ich niemals eine allgemeine Schwingung beschrieben habe, sondern mich IMMER auf der starren Rotor bezogen habe!!!

                      Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
                      Das schwingenden System erreicht eben bei Fremdanregung nicht immer bei 90° seine maximale Amplitude.
                      Im Resonanzfall tut es das. Und um nichts anderes geht es hier beim starren Rotor.

                      Kommentar

                      • jumphigh
                        Senior Member
                        • 16.12.2009
                        • 4248
                        • Andreas
                        • Allstedt

                        #56
                        AW: Steuervorlauf

                        Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigen
                        Nein, das war nie meine Aussage.
                        Wie ist dann das zu verstehen?

                        Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigen
                        In richtiger Fachliteratur wird ja auch gerechnet und nicht bloß versucht, etwas zu veranschaulichen. Da würde ich auf jeden Fall auch über das schwingende System gehen. Der Kreisel taugt nur als Veranschaulichung des starren Rotors und nicht als Berechnungsgrundlage.
                        Ich lese da, dass man die Kreiseltheorie nur zur Veranschaulichung heranzieht, sie ansonsten aber keine Resultate liefert. Du versuchst dich ja dadurch herauszuwinden, dass du deine Aussagen immer nur auf den starren Rotor bezogen wissen willst. Meine Antwort ist und bleibt: Es gibt keinen starren Rotor, deine Behauptung, dass die Verformung eine andere Phasenabweichung als 90° bewirkt, hast du noch immer nicht ansatzweise begründen können.

                        Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigen
                        Nein, die Modelle sind eben nicht vollkommen unabhängig, für einen starren Rotor/Kreisel sind sie äquivalent.
                        Nein, die Modelle sind eben nicht äquivalent! Das eine ist die Lösung der DGL auf dem Niveau von Massenpunkten, das andere geht über makroskopische Erhaltungssätze. Und viel wichtiger: Beide Erklärungen können nicht jeweils alle Erscheinungen nur durch sich selbst beschreiben, sondern manche Aspekte sind entweder nur in dem einen oder dem anderen Modell enthalten. Ich will gerne ein zusätzliches Beispiel geben, was nur durch den Kreísel, aber nicht durch Blattschlagschwingungen für mich erklärbar ist:

                        Ein Modellheli hat die besten zyklischen Reaktionen bei 0° Kollektivpitch. Die zyklischen Eingaben führen natürlich weiterhin zum Blattschlagen, nur wie erzeugt der verformte Rotor nun die zur Drehung benötigte Kraft durch einen gerichteten Luftstrom??? Diese Diskrepanz mag aus nachvollziehbaren Gründen niemand bei der an echten Hubschraubern entwickelten Theorie aufgefallen sein, aber ich sehe da eine echte Lücke, die nur durch den Kreiselansatz geschlossen werden kann. Nur wird dieser ja nie für die Dynamik "echter" Hubschrauber herangezogen!?

                        Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigen
                        Aber ich glaube das mache ich nicht mehr lange. Irgendwann ist ein Pferd einfach totgeritten.
                        Tja, dein Pech! Der Streit, welches Modell nun richtiger sein, geht nun schon so lange. Ich glaube deshalb kaum, dass du nun die ultimative Weisheit präsentiert hast. Ich versuche ja wenigstens, Argumente für und wieder zu finden und diese mit der Emperie in Einklang zu bringen, aber du schienst einfach nur beleidigt zu sein, weil ich deine Genialität nicht erkenne!?

                        Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigen
                        Genau DAS habe ich doch versucht oben darzulegen. Wenn du dieser Argumentation nicht folgst, zeige bitte genau die unlogische Stelle auf!
                        Es lag an der Art und Weise deiner Darstellung! Du warst einfach nicht in der Lage, den springenden Punkt klar herauszustellen. Das Stichwort war das, was ThomasC gebracht hat: Das System hat gar keine feste Eigenfrequenz, weshalb mich die Abweichung zur mir bekannten Schullösung (Phase abhängig vom Unterschied Eingenfrequenz zu Anregungsfrequenz) nicht irritieren muss. Ich hatte also in diesem Punkt völlig unnötig Bauchschmerzen gegenüber der Schwingungslösung.

                        Beim starren Rotor sind Anregungsfrequenz, Eigenfrequenz und Schwingungsfrequenz genau gleich. Nur die Phasen unterscheiden sich um 90 °.
                        Der starre Rotor kann per Definition nicht schwingen!?! Ich weiß nicht, warum du immer wieder mit dem starren Rotor argumentierst, wo doch die Emperie eine klar verbogene/gekippte Rotorebene zeigt, die einen klar nachzuweisenden gelenkten Luftstrom erzeugt? Das ist dein Problem an der Argumentation, da du offenbar keinen Unterschied zwischen Kreisel und Schwingung siehst, muss einerseits vollkommen an der Realität vorbei der Rotor starr sein und andererseits verformt sich der Rotor doch, denn er macht ja Schwingungen?

                        Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigen
                        Im Resonanzfall tut es das. Und um nichts anderes geht es hier beim starren Rotor.
                        Obwohl ich nun schon die Lösung meiner Bauchschmerzen in der der Antwort an ThomasC erläutert habe, kommst du immer wieder so? Ist es so trivial oder hast du etwa selber nicht erkannt, dass die Antwort auf die Ressonanzfrage nicht deine unerklärten Behauptungen sind, sondern eben die Abhängigkeit der Eigenfrequenz von der Anregungsfrequenz?
                        Grüße von Andreas

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                        • Spacemarine
                          Member
                          • 01.01.2008
                          • 93
                          • Andre

                          #57
                          AW: Steuervorlauf

                          Da du persönlich geworden bist, werde ich nicht weiter mit dir diskutieren.

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                          • jumphigh
                            Senior Member
                            • 16.12.2009
                            • 4248
                            • Andreas
                            • Allstedt

                            #58
                            AW: Steuervorlauf

                            Bricht dir ein Zacken aus der Krone? Und wer mit hier mit Persönlichwerden angefangen hat, ist auch nicht raus! Anstatt mit Argumenten zu erhärten, hast du doch nur noch angesetzt, ich würde (oder könnte?) dich gar nicht verstehen. Ich fand das eher tendenziös abwertend in meine Richtung geschossen. Passend dazu war ein (jetzt entferntes?) Posting von Johnny, in dem er deine Genialität auf die Schippe nimmt.

                            Dank dir wird jetzt weiter ungeklärt bleiben, was nun Sache ist...
                            Zuletzt geändert von jumphigh; 11.02.2016, 14:40.
                            Grüße von Andreas

                            Kommentar

                            • DerMitDenZweiLinkenHänden
                              RC-Heli TEAM
                              • 09.12.2004
                              • 12087
                              • Kurt
                              • Hinterbrühl/Wien

                              #59
                              AW: Steuervorlauf

                              Ich möchte um etwas mehr Bauchatmung bitten.
                              Danke!

                              Kurt
                              Bauberichte und viele Fotos auf meiner Homepage - siehe dazu im Profil

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                              • Muki19
                                Senior Member
                                • 06.08.2008
                                • 2579
                                • Matthias
                                • Hamburg

                                #60
                                AW: Steuervorlauf

                                Ich hab mir auch nochmal gedanken zu der sache gemacht. Habe mal die zeit ausgerechnet die ein rotorkopf mit 1900rpm für 90° braucht. Das sind indem fall nur 7,5ms. Wenn die pgasenverschiebung also nix anderes ist wie eine kurze verzögerung?

                                Ein weiterer Gedanke dazu ist unter berücksichtigung des schlaggelenk-dämpfers.
                                Es wurde ja erwähnt das die härte des dämpfers hier einfluss nimmt. Je härter der dämpfer desto weiter kommt das virtuelle schlaggelenk nach außen (z.b biegung der blätter). Das bedeutet auch das der abstand vom auftriebspunkt des blattes zum schlaggelenk kürzer wird. das kippen der rotorebene bewirkt ja eine winkelbeschleunigung auf das model. Dazu gibt es ja noch ein trägheitsmoment. Im flug selbst neigt sich die rotorebene nicht zum model da die neigung auf den heli übergeht, das modell folgt also der ebene aber mit einer verzögerung. Am boden wo der heli fest ist sieht man dann natürlich die neigung da der heli nicht folgen kann.

                                außerdem kennt man ja das Problem vom wobbeln des helis bei harter dämpfung mit harten blättern. Vielleicht ist das das resultat der Phasenverschiebung die das FBL system nicht mehr ausgleichen kann. Jedes system kann ja ein bestimmten winkelfehler ausgleichen.

                                der heli selbst wird mit fbl ja über diese winkelbeschleunigungssensoren gesteuert. Indem man ihn die °/sek vorgibt. Ich denke mal das jeder lageänderung des rotors ein trägheitsmoment unterliegt. Die dämpfer der blattlagerwelle verzögern ja auch die bewegung auf das modell.
                                Zuletzt geändert von Muki19; 12.02.2016, 07:42.
                                Radikal G20FBL
                                800er Heli 3-Blatt (Eigenbau)
                                MZ-24 Pro

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