Steuervorlauf
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AW: Steuervorlauf
Die Sache stellt sich in der Praxis in der Tat als derart komplex heraus, daß das Beschäftigen damit eine ideale ßberbrückung von Schlechtwetterphasen darstellt. Dennoch sind wir Modellflieger eher der Praxis zuzuordnen, in der bekanntlich gilt: "Alles funktioniert, und keiner weiß warum". Und solange es funktioniert, messe ich dem zugegeben auch nur beiläufige Bedeutung zu, auch wenn ich es hochinteressant finde, mir bei Regen und Sturm mit sowas das Hirn zu zermarternZitat von Ungustl Beitrag anzeigenHeist das, das selbst von Seiten der Wissenschaft der Hubschrauberflug nicht vollständig verstanden wird? Gleich wie der dynamische Auftrieb an sich ja auch nicht 100%ig verstanden wird, und es nur mehr oder weniger befriedigende Erklärungsmodelle (Anfahrwirbel) gibt?
Oder anders: der Thread gefällt mir.
Gruß
ThomasCEs könnt' alles so einfach sein - isses aber nicht
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AW: Steuervorlauf
Ich vermute hier areodynamische Kräfte, die auf die Paddel wirken und daher die Paddenstange zurückdrücken. Würde ja auch Sinn machen, dass man die Paddel leicht selbst-rückstellend einstellt, damit die Selbstkorrektur nur eine kurze Zeit wirkt. Bei meiner alten Bell 47 mit 45 ° schräg stehender Stange mit Gewichten (d.h. aerodynamisch nicht wirksam) ist diese auch längere Zeit stehen geblieben. (Hier trügt mich vielleicht aber auch meine Erinnerung)Zitat von jumphigh Beitrag anzeigenGerade, wie die Ebene eben bei neutraler TS steht, d.h. senkrecht zur Achse. Schau doch einfach mal in die Rotorebene deines Helis und rühre etwas mit dem zyklischen Knüppel. Bei Paddel-Helis sieht man das noch besser an der Stabi-Ebene. Die stellt sich bei Wegfall der äußeren zyklischen Kräfte wieder gerade, während sie bei Erklärung über die Kreiseltheorie gekippt bleiben müsste (Drehimpulserhaltung). Der Drehimpuls der Rotorebene ändert also nicht seine Richtung, was gegen die Erklärung mit der Kreiselpräzession spricht.
In richtiger Fachliteratur wird ja auch gerechnet und nicht bloß versucht, etwas zu veranschaulichen. Da würde ich auf jeden Fall auch über das schwingende System gehen. Der Kreisel taugt nur als Veranschaulichung des starren Rotors und nicht als Berechnungsgrundlage.Zitat von jumphigh Beitrag anzeigenAuf der Suche nach Erklärungen stößt man dann auf den Ansatz über den Kreisel, in "richtiger" Fachliteratur wird es aber immer als schwingendes System erklärt.
Und genau das ist ja der Witz an dem Sytem, nur weil es so ist funktioniert es überhaupt. Ich versuche es mal anschaulich zu erklären: Stell dir ein Seil vor, das an einem Ende an einem drehbaren Haken hängt und am anderen Ende ist ein Stein befestigt. Jetzt bringen wir den Stein auf eine Kreisbahn, d.h. er dreht sich um den Haken. Der Einfachheit halber nehmen wir mal an dass der Stein so schnell fliegt, dass das Seil fast waagerecht steht. Der Stein fliegt also im Kreis um den Haken. So weit so gut. Jetzt kommt jemand und gibt dem Stein einen kleinen Stups nach oben senkrecht zu seiner Flugrichtung. Was passiert? Die Rotationsebene verkippt. Und wie? Genau so, dass 90 ° nach dem Stups der höchste Punkt erreicht ist und am Punkt des Stupses der Stein seine größte Aufwärtsgeschwindigkeits hat. Und das ganze ist unabhängig von der Drehgeschwindigkeit, Masse des Steines, Länge des Seils.Zitat von jumphigh Beitrag anzeigenAn und für sich wäre das auch überzeugend, aber mich irritiert noch immer, dass die Phasenverschiebung nur eine Funktion des Abstandes der Schlaggelenke sein soll, während sonst bei erzwungenen Schwingungen der Unterschied von Anregungs- und Eigenfrequenz der bestimmende Faktor ist.
Jetzt stellen wir uns vor, statt einem Stein an einem Seil verwenden wir einen Stab, der in der Mitte drehbar gelagert ist. Wir rotieren ihn schnell um seinen Mittelpunkt und haben damit quasi einen starren Rotorkopf. Auch dieser verhält sich genau so wie der Stein an dem Steil wenn wir ihn senkrecht anstupsen.
Und jetzt stellen wir uns vor, statt einem Stab verwenden wir ganz viele Stäbe, 2, 3, 4, usw... Jedesmal machen wir den Stab etwas dünner, damit sie sich nicht berühren. Auch alle Stäbe zusammen führen jeder für sich immer noch das gleiche Bewegungsmuster aus, wie anfangs der Stein. Irgendwann haben wir so viele Stangen, dass es aussieht als hätten wir eine rotierende Platte. Und auch für diese Platte (genauer gesagt jeden Punkt auf der Platte) gelten immer noch die selben Bewegungsmuster.
Und da alle Stäbe immer die gleiche Bewegung durchführen können wir sie auch miteinander verkleben, ohne dass dabei unser Sytem seine Bewegung ändert. Und was haben wir jetzt? Eine rotierende Platte. Und was ist eine rotierende Platte? Genau, ein starrer Kreisel
Damit will ich zeigen, dass das es im Grunde immer das gleiche System ist, egal ob es ein starrer Rotorkopf ist oder ein Kreisel. Oder ein Stein an einer Schnur. Die Eigenfrequenz ist immer genau die Drehfrequenz. Und nur deshalb spielt es keine Rolle, wie groß oder schwer der Rotor ist. Er schwingt immer genau 90 ° Phasenverschoben zu seiner Anregung und die Frequenz mit der er schwingt ist immer genau seine Drehfrequenz.
Mit der obigen ßberlegung kannst du dem hoffentlich zustimmenZitat von jumphigh Beitrag anzeigenVor allem am Modellheli wird oftmals in einem weiten Drehzahlband geflogen, so dass man die Annahme des Betriebes in Resonanz nicht zustimmen kann
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AW: Steuervorlauf
Nein, die Paddel laufen auch in Neutralstellung zurück in ihre ursprüngliche Ebene. Und bei Stangen mit Gewichten funktioniert es ja auch. Die Drehimpulserhaltung, dabei speziell die Richtung, ist ja die Voraussetzung, dass die Stabilisierung funktioniert! Wenn der Hauptrotor unter der Paddelebene kippt, wirkt die stabile Drehebene der freier beweglichen Flybar dagegen. Kippt beispielsweise der Heli samt Hauptrotor (fest am Mast bei Modellen!) nach hinten, dann steht die stabile Paddelbene relativ zum Heli nach vorne geneigt und steuert damit über die Mischer den Hauptrotor samt dranhängender Zelle zurück.Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigenIch vermute hier areodynamische Kräfte, die auf die Paddel wirken und daher die Paddenstange zurückdrücken.
Dann hast du den Kreisel nicht verstanden! Eine mögliche Erklärung über die Kreiselpräzession ist beileibe keine simplifizierende Veranschaulichung für Laien. Grundlage ist die Gleichung dL/dt=M, d.h. die ßnderung des Drehimpulses entspricht dem Drehmoment. Wenn du willst, dass z.B. dein Rotor nach vorne kippt, muss man dazu die das nach vorne zeigende Drehmoment erzeugenden Kräfte seitlich- also um 90° versetzt zu Richtung- wirken lassen.Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigenDer Kreisel taugt nur als Veranschaulichung des starren Rotors und nicht als Berechnungsgrundlage.
Da ist überhaupt keine ßberraschung, sondern ein schwingendes System nimmt immer die Frequenz der Anregung an! Was du aber offenbar nicht weist, ist, dass dabei abhängig vom Unterschied zwischen der Anregung- und Eigenfrequenz eine Phasenverschiebung- neben der variablen Amplitude der Schwingung- auftritt. Nur im Resonanzfall beträgt die Phase 90°. Mein Argument ist nun, dass bei verschiedenen Drehzahlen immer eine andere Phasenverschiebung auftreten müsste und diese nicht einen stabilen Wert, der nur von der Geometrie abhängig ist, annimmt. Die Lösung der Rotor-DGL ist sozusagen anders als das, was man in theoret. Mechanik bei Fremdanregung lernt.Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigenUnd genau das ist ja der Witz an dem Sytem, nur weil es so ist funktioniert es überhaupt.Zuletzt geändert von jumphigh; 10.02.2016, 19:39.Grüße von Andreas
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AW: Steuervorlauf
Hast du meinen Post überhaupt gelesen? Ich habe das Gefühl ich habe das ganz umsonst geschrieben. Denn genau dieser Punkt war einer meiner Aussagen oben.Zitat von jumphigh Beitrag anzeigenWenn du willst, dass z.B. dein Rotor nach vorne kippt, muss man dazu die das nach vorne zeigende Drehmoment erzeugenden Kräfte seitlich- also um 90° versetzt zu Richtung- wirken lassen.
Wo habe ich etwas anderes behauptet?Zitat von jumphigh Beitrag anzeigenDa ist überhaupt keine ßberraschung, sondern ein schwingendes System nimmt immer die Frequenz der Anregung an!
Natürlich weiß ich das. Ist eine der Grundlagen des harmonischen Oszillators, den man im ersten Semester Physikstudium lernt. Ich habe auch nie etwas anderes behauptet.Zitat von jumphigh Beitrag anzeigenWas du aber offenbar nicht weist, ist, dass dabei abhängig vom Unterschied zwischen der Anregung- und Eigenfrequenz eine Phasenverschiebung- neben der variablen Amplitude der Schwingung- auftritt.
Das ist kein Argument, das ist eine Vermutung. Oben habe ich argumentativ dargelegt, warum diese Vermutung nicht zutrifft. An welcher Stelle erscheint dir meine Argumentation unlogisch?Zitat von jumphigh Beitrag anzeigenMein Argument ist nun, dass bei verschiedenen Drehzahlen immer eine andere Phasenverschiebung auftreten müsste und diese nicht einen stabilen Wert, der nur von der Geometrie abhängig ist, annimmt.
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@jump: lies' doch nochmal die Fachtexte von M. Schreiner, vielleicht wird's dann klarer. Ich mußte sie zugegeben dreimal lesen bis es Klick gemacht hat... aber da steht tatsächlich alles drin was zum Verständnis nötig ist.
Viel Erfolg
Es könnt' alles so einfach sein - isses aber nicht
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AW: Steuervorlauf
P. S. Ich vermute Deinen Denkfehler hier: das Rotorblatt verhält sich wie ein Pendel. Dessen Frequenz ist abhängig von der Rückstellkraft, welche sich unter Anderem aus der Zentrifugalkraft errechnet. Und die steigt proportional zur Drehzahl. Deswegen bleibt die Phasenverschiebung nahezu gleich. Jetzt klarer?Es könnt' alles so einfach sein - isses aber nicht
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AW: Steuervorlauf
Deine Aussage habe ich so verstanden, dass für dich die Kreiselerklärung ein (einfacher) Ersatz für andere hochwissenschaftliche Fachberechnungen wären. Ich will dich nur darauf hinweisen, dass die Kreiselpräzession nicht weniger physikalisch und wissenschaftlich ist als das Modell des schwingenden Systems. Beide Modelle sind vollkommen unabhängig voneinander und bieten auf den ersten Blick Erklärungsansätze. Ich wiederhole nur noch einmal meinen Einwand, warum die Kreiselwirkung aber trotzdem nicht den Hauptanteil an der Bewegung ausmachen kann. Nämlich einfach aus dem Grund, dass die sauberen 90° in Realität nicht gegeben sind.Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigenHast du meinen Post überhaupt gelesen? Ich habe das Gefühl ich habe das ganz umsonst geschrieben. Denn genau dieser Punkt war einer meiner Aussagen oben.
Ich sage nicht, dass du etwas anderes behauptet hast, sondern frage dich nur, warum du dann nicht in Erwägung ziehst, weshalb es keine frequenzabhängige Phasenverschiebung gibt? Ich weiß nicht, ob wir hier nur aneinander vorbeireden, aber ich kann auch nur zurückfragen, ob du das, was ich schreibe auch mal durchdenkst?Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigenWo habe ich etwas anderes behauptet?
Du hast gar nichts dargelegt, außer die bekannte Tatsache als Neuigkeit verkaufen wollen, dass die Rotorblätter mit gleicher Frequenz wie die Mastdrehzahl schwingen. Ansonsten ist deine Beschreibung einer allgemeinen Schwingung falsch. Das schwingenden System erreicht eben bei Fremdanregung nicht immer bei 90° seine maximale Amplitude.Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigenOben habe ich argumentativ dargelegt, warum diese Vermutung nicht zutrifft. An welcher Stelle erscheint dir meine Argumentation unlogisch?
Den einzigen brauchbaren Hinweis hat ThomasC geliefert:
Ich habe bisher nicht bedacht, dass der Rotor keine konstante Eigenfrequenz hat, sondern diese von der äußeren Anregungsfrequenz abhängig ist. Somit sind die allgemeinen Ergebnisse eines fremdangeregten, schwingenden Systems mit konstanter Eigenfrequenz nicht übertragbar. Es besteht also gar keine von mir wahrgenommen Diskrepanz der Schwingungslösung des Rotors zur mit bekannten allgemeinen Lösung. Die DGL des Lehrsystems passt nicht auf den Rotor!Zitat von ThomasC Beitrag anzeigenDessen Frequenz ist abhängig von der Rückstellkraft, welche sich unter Anderem aus der Zentrifugalkraft errechnet.
Die beiden Artikel aus der Rotor kenne ich. Aber er umschifft ja auch etwas die Antwort auf meine Bedenken zu dieser Lösung:Zitat von ThomasC Beitrag anzeigenlies' doch nochmal die Fachtexte von M. Schreiner, vielleicht wird's dann klarer. Ich mußte sie zugegeben dreimal lesen bis es Klick gemacht hat
Mir hat halt das "man kann zeigen" in diesem Artikel gefehlt, damit meine Bedenken bezüglich des ständigen Betriebes naher der Ressonanz ausgeräumt werden. Weiterhin halte ich seine Ausführungen zum Modellhubschrauber im Teil 2 für merkwürdig! Bei unseren Modellen biegen sich die Blätter genauso wie bei großen. Auch der Modellhubschrauber wird nicht (ausschließlich) durch den Kreiseleffekt gelenkt. Ich kann nicht nachvollziehen, warum er nun den Umschwung von den Schlagschwingungen zum Kreisel erzwingt, anstatt das als zusätzlichen Effekt einzuführen.Was ist aber die Eigenfrequenz der Schlagbewegung? Man kann zeigen, dass die Eigenfrequenz vom Abstand des Schlaggelenks zur Rotorachse abhängt. Beim Abstand null ist die Eigenfrequenz genau die Drehfrequenz des Hauptrotors. Wenn- wie es in der Realität der Fall ist- das Schlaggelenk einen gewissen Abstand zur Drehachse hat, dann nimmt die Eigenfrequenz etwas zu und ist etwas größer als die Drehfrequenz des Hauptrotors.Grüße von Andreas
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AW: Steuervorlauf
@Jumphigh: ich les mir Michael's Text heute nachmittag nochmal genau durch (da habe ich Zeit). Ich hab, wie schon angedeutet, auch ganz schön dran gekaut, weil es eben viel Text ist. Aber die Erkenntnis, daß die Schwingfrequenz des Rotorblattes als Pendel von der Drehzahl abhängt, stammt aus ebendiesem Text.
Aus meiner Sicht tritt der Resonanzfall nur deshalb nicht ein:
1. weil das Rotorblatt beim zyklischen Steuern aktiv über die Blattwinkelverstellung beeinflußt wird und damit nicht frei schwingen kann
2. weil die Dämpfer im Rotorkopf die Resonanz wegdämpfen. Was sie beim DFC beispielsweise nicht wirklich tun, deshalb kommt es aus meiner Sicht bei DFC bei niedriger Drehzahl tatsächlich zur Resonanz, die Dinger sind ohne brutale Drehzahl (sprich: ohne massiven Einfluß der zyklischen Steuerung auf die Schwingung) bekannterweise nicht wirklich fliegbar (merkt man, daß ich von DFC wenig halte?
)
Der Kreiseleffekt selbst kommt im ßbrigen aus meiner Sicht zum tragen, wenn nicht zyklisch gesteuert wird, die Rotorebene sich also nicht "aus sich heraus" kippt, sondern extern gekippt wird. Also beispielsweise beim schnellen Vorwärtsflug, bei dem das rücklaufende Blatt (bei Rechtsdrehern rechts) weniger Auftrieb erzeugt, der Heli aber nicht seitlich kippt, sondern stattdessen die Nase hochzieht (vom Nase hochziehen verstehe ich was, das hab ich als Kind wirklich geübt
).
Die Flexibilität der Blatthälse spielt dann nochmal eine ganz eigene Rolle. Eigentlich ist das Schlaggelenk bei unseren Helis genau zentral, denn über die Dämpfer kippt sich die gesamte Rotorebene in der Mitte der Blattlagerwelle. Bei starren Blättern müßten wir also tatsächlich eine 90°-Verschiebung haben. Ich hab beim Heim100 nicht schlecht gestaunt beim "Steuern" während ich ihn in der Hand gehalten habe (falls Kinder mitlesen: bitte NICHT nachmachen!!!), daß die Rotorebene nicht wie erwartet nach vorne kippt, sondern leicht seitlich nach links. Die Blätter sind aber auch weich wie Gummi. Auch bei meinem Spielzeug-Koax (mCX2) fällt auf, daß bei vollem zyklischen Einschlag eine leichte Linksdrift entsteht. Die Flexibilität der Blatthälse spielt also tatsächlich eine Rolle, die vom zyklischen Ausschlag abhängt und die ganze Rechnerei nochmal so verkompliziert, daß mir ganz wuschig dabei wird, mir das im Kopf vorzustellen.
Gruß
ThomasCEs könnt' alles so einfach sein - isses aber nicht
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AW: Steuervorlauf
Nein, das war nie meine Aussage. Meine Kernaussage ist, dass die Kreiselerklärung nicht falsch ist, so lange man einen starren Rotor betrachtet. Nicht mehr, nicht weniger.Zitat von jumphigh Beitrag anzeigenDeine Aussage habe ich so verstanden, dass für dich die Kreiselerklärung ein (einfacher) Ersatz für andere hochwissenschaftliche Fachberechnungen wären.
Das ist mir ebenfalls bewusst. Die Kreiseltheorie ist eine der kompliziertesten und verwirrendsten Theorien in der Mechanik. Ich würde mal behaupten dass nur sehr wenige Physiker das wirklich verstanden haben und von denen gibt es vermutlich keinen einzigen hier im Forum (mich eingeschlossen)Zitat von jumphigh Beitrag anzeigenIch will dich nur darauf hinweisen, dass die Kreiselpräzession nicht weniger physikalisch und wissenschaftlich ist als das Modell des schwingenden Systems.
Nein, die Modelle sind eben nicht vollkommen unabhängig, für einen starren Rotor/Kreisel sind sie äquivalent.Zitat von jumphigh Beitrag anzeigenBeide Modelle sind vollkommen unabhängig voneinander und bieten auf den ersten Blick Erklärungsansätze.
In der Realität gibt es ja auch keinen perfekt starren Rotor. Nichts desto trotz ist die theoretische Beschreibung korrekt. Und die Abweichungen sind in der Praxis bei vielen Rotoren so klein, dass man mit dieser Vereinfachung sehr gut leben kann.Zitat von jumphigh Beitrag anzeigenIch wiederhole nur noch einmal meinen Einwand, warum die Kreiselwirkung aber trotzdem nicht den Hauptanteil an der Bewegung ausmachen kann. Nämlich einfach aus dem Grund, dass die sauberen 90° in Realität nicht gegeben sind.
Genau DAS habe ich doch versucht oben darzulegen. Wenn du dieser Argumentation nicht folgst, zeige bitte genau die unlogische Stelle auf!Zitat von jumphigh Beitrag anzeigenIch sage nicht, dass du etwas anderes behauptet hast, sondern frage dich nur, warum du dann nicht in Erwägung ziehst, weshalb es keine frequenzabhängige Phasenverschiebung gibt?
Beim starren Rotor sind Anregungsfrequenz, Eigenfrequenz und Schwingungsfrequenz genau gleich. Nur die Phasen unterscheiden sich um 90 °.
Satz für Satz, Wort für Wort lese und denke ich das durch. Aber ich glaube das mache ich nicht mehr lange. Irgendwann ist ein Pferd einfach totgeritten.Zitat von jumphigh Beitrag anzeigenIch weiß nicht, ob wir hier nur aneinander vorbeireden, aber ich kann auch nur zurückfragen, ob du das, was ich schreibe auch mal durchdenkst?
Ich habe hier gar keine Neuigkeiten verkauft, das sind alles altbekannte Dinge, die jeden Physiker langweilen würden.Zitat von jumphigh Beitrag anzeigenDu hast gar nichts dargelegt, außer die bekannte Tatsache als Neuigkeit verkaufen wollen, dass die Rotorblätter mit gleicher Frequenz wie die Mastdrehzahl schwingen.
Zeige mir bitte GENAU die Stelle, an der ich allgemeine Schwingung beschrieben habe. Bite tu das! Dann wirst du nämlich feststellen, dass ich niemals eine allgemeine Schwingung beschrieben habe, sondern mich IMMER auf der starren Rotor bezogen habe!!!Zitat von jumphigh Beitrag anzeigenAnsonsten ist deine Beschreibung einer allgemeinen Schwingung falsch.
Im Resonanzfall tut es das. Und um nichts anderes geht es hier beim starren Rotor.Zitat von jumphigh Beitrag anzeigenDas schwingenden System erreicht eben bei Fremdanregung nicht immer bei 90° seine maximale Amplitude.
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AW: Steuervorlauf
Wie ist dann das zu verstehen?Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigenNein, das war nie meine Aussage.
Ich lese da, dass man die Kreiseltheorie nur zur Veranschaulichung heranzieht, sie ansonsten aber keine Resultate liefert. Du versuchst dich ja dadurch herauszuwinden, dass du deine Aussagen immer nur auf den starren Rotor bezogen wissen willst. Meine Antwort ist und bleibt: Es gibt keinen starren Rotor, deine Behauptung, dass die Verformung eine andere Phasenabweichung als 90° bewirkt, hast du noch immer nicht ansatzweise begründen können.Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigenIn richtiger Fachliteratur wird ja auch gerechnet und nicht bloß versucht, etwas zu veranschaulichen. Da würde ich auf jeden Fall auch über das schwingende System gehen. Der Kreisel taugt nur als Veranschaulichung des starren Rotors und nicht als Berechnungsgrundlage.
Nein, die Modelle sind eben nicht äquivalent! Das eine ist die Lösung der DGL auf dem Niveau von Massenpunkten, das andere geht über makroskopische Erhaltungssätze. Und viel wichtiger: Beide Erklärungen können nicht jeweils alle Erscheinungen nur durch sich selbst beschreiben, sondern manche Aspekte sind entweder nur in dem einen oder dem anderen Modell enthalten. Ich will gerne ein zusätzliches Beispiel geben, was nur durch den KreÃsel, aber nicht durch Blattschlagschwingungen für mich erklärbar ist:Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigenNein, die Modelle sind eben nicht vollkommen unabhängig, für einen starren Rotor/Kreisel sind sie äquivalent.
Ein Modellheli hat die besten zyklischen Reaktionen bei 0° Kollektivpitch. Die zyklischen Eingaben führen natürlich weiterhin zum Blattschlagen, nur wie erzeugt der verformte Rotor nun die zur Drehung benötigte Kraft durch einen gerichteten Luftstrom??? Diese Diskrepanz mag aus nachvollziehbaren Gründen niemand bei der an echten Hubschraubern entwickelten Theorie aufgefallen sein, aber ich sehe da eine echte Lücke, die nur durch den Kreiselansatz geschlossen werden kann. Nur wird dieser ja nie für die Dynamik "echter" Hubschrauber herangezogen!?
Tja, dein Pech! Der Streit, welches Modell nun richtiger sein, geht nun schon so lange. Ich glaube deshalb kaum, dass du nun die ultimative Weisheit präsentiert hast. Ich versuche ja wenigstens, Argumente für und wieder zu finden und diese mit der Emperie in Einklang zu bringen, aber du schienst einfach nur beleidigt zu sein, weil ich deine Genialität nicht erkenne!?Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigenAber ich glaube das mache ich nicht mehr lange. Irgendwann ist ein Pferd einfach totgeritten.
Es lag an der Art und Weise deiner Darstellung! Du warst einfach nicht in der Lage, den springenden Punkt klar herauszustellen. Das Stichwort war das, was ThomasC gebracht hat: Das System hat gar keine feste Eigenfrequenz, weshalb mich die Abweichung zur mir bekannten Schullösung (Phase abhängig vom Unterschied Eingenfrequenz zu Anregungsfrequenz) nicht irritieren muss. Ich hatte also in diesem Punkt völlig unnötig Bauchschmerzen gegenüber der Schwingungslösung.Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigenGenau DAS habe ich doch versucht oben darzulegen. Wenn du dieser Argumentation nicht folgst, zeige bitte genau die unlogische Stelle auf!
Der starre Rotor kann per Definition nicht schwingen!?! Ich weiß nicht, warum du immer wieder mit dem starren Rotor argumentierst, wo doch die Emperie eine klar verbogene/gekippte Rotorebene zeigt, die einen klar nachzuweisenden gelenkten Luftstrom erzeugt? Das ist dein Problem an der Argumentation, da du offenbar keinen Unterschied zwischen Kreisel und Schwingung siehst, muss einerseits vollkommen an der Realität vorbei der Rotor starr sein und andererseits verformt sich der Rotor doch, denn er macht ja Schwingungen?Beim starren Rotor sind Anregungsfrequenz, Eigenfrequenz und Schwingungsfrequenz genau gleich. Nur die Phasen unterscheiden sich um 90 °.
Obwohl ich nun schon die Lösung meiner Bauchschmerzen in der der Antwort an ThomasC erläutert habe, kommst du immer wieder so? Ist es so trivial oder hast du etwa selber nicht erkannt, dass die Antwort auf die Ressonanzfrage nicht deine unerklärten Behauptungen sind, sondern eben die Abhängigkeit der Eigenfrequenz von der Anregungsfrequenz?Zitat von Spacemarine Beitrag anzeigenIm Resonanzfall tut es das. Und um nichts anderes geht es hier beim starren Rotor.Grüße von Andreas
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AW: Steuervorlauf
Bricht dir ein Zacken aus der Krone? Und wer mit hier mit Persönlichwerden angefangen hat, ist auch nicht raus! Anstatt mit Argumenten zu erhärten, hast du doch nur noch angesetzt, ich würde (oder könnte?) dich gar nicht verstehen. Ich fand das eher tendenziös abwertend in meine Richtung geschossen. Passend dazu war ein (jetzt entferntes?) Posting von Johnny, in dem er deine Genialität auf die Schippe nimmt.
Dank dir wird jetzt weiter ungeklärt bleiben, was nun Sache ist...Zuletzt geändert von jumphigh; 11.02.2016, 14:40.Grüße von Andreas
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AW: Steuervorlauf
Ich möchte um etwas mehr Bauchatmung bitten.
Danke!
KurtBauberichte und viele Fotos auf meiner Homepage - siehe dazu im Profil
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AW: Steuervorlauf
Ich hab mir auch nochmal gedanken zu der sache gemacht. Habe mal die zeit ausgerechnet die ein rotorkopf mit 1900rpm für 90° braucht. Das sind indem fall nur 7,5ms. Wenn die pgasenverschiebung also nix anderes ist wie eine kurze verzögerung?
Ein weiterer Gedanke dazu ist unter berücksichtigung des schlaggelenk-dämpfers.
Es wurde ja erwähnt das die härte des dämpfers hier einfluss nimmt. Je härter der dämpfer desto weiter kommt das virtuelle schlaggelenk nach außen (z.b biegung der blätter). Das bedeutet auch das der abstand vom auftriebspunkt des blattes zum schlaggelenk kürzer wird. das kippen der rotorebene bewirkt ja eine winkelbeschleunigung auf das model. Dazu gibt es ja noch ein trägheitsmoment. Im flug selbst neigt sich die rotorebene nicht zum model da die neigung auf den heli übergeht, das modell folgt also der ebene aber mit einer verzögerung. Am boden wo der heli fest ist sieht man dann natürlich die neigung da der heli nicht folgen kann.
außerdem kennt man ja das Problem vom wobbeln des helis bei harter dämpfung mit harten blättern. Vielleicht ist das das resultat der Phasenverschiebung die das FBL system nicht mehr ausgleichen kann. Jedes system kann ja ein bestimmten winkelfehler ausgleichen.
der heli selbst wird mit fbl ja über diese winkelbeschleunigungssensoren gesteuert. Indem man ihn die °/sek vorgibt. Ich denke mal das jeder lageänderung des rotors ein trägheitsmoment unterliegt. Die dämpfer der blattlagerwelle verzögern ja auch die bewegung auf das modell.Zuletzt geändert von Muki19; 12.02.2016, 07:42.Radikal G20FBL
800er Heli 3-Blatt (Eigenbau)
MZ-24 Pro
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