Blatthalteschrauben in 10.9 ausreichend?

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  • sicx
    Member
    • 06.04.2002
    • 855
    • Alan
    • Chemnitz - 1. MSC Jahnsdorf e.V.

    #1

    Blatthalteschrauben in 10.9 ausreichend?

    Hallo Leute!

    Könnt Ihr mir sagen ob 10.9er M4-Schrauben von der Festigkeit her bei einem Heli der 90er Klasse ausreichend sind, oder ob es unbedingt 12.9er sein müssen?
    Gibt es da Berechnungsgrundlagen, durch welche ich das nachvollziehen könnte?
    Danke!
  • Rene D.
    Rene D.

    #2
    Blatthalteschrauben in 10.9 ausreichend?

    Hi!

    Henseleit verwendet im NT einfache verzinkte 8.8 Schrauben. Allerdings mit durchgehendem Schaft, so das keine Kerbwirkung (Gewinde) auf Grund der Radial auftretenden Kräfte entsteht.

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    • Mark
      Mark

      #3
      Blatthalteschrauben in 10.9 ausreichend?

      Hallo ,

      gibt es wirklich M4´er Schrauben in der Zugfestigkeit 10.9 oder sogar noch 12.9 *

      an was kann man es erkennen was es ist (da ist ja der kopf viel zuklein)

      Gruß Mark

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      • sicx
        Member
        • 06.04.2002
        • 855
        • Alan
        • Chemnitz - 1. MSC Jahnsdorf e.V.

        #4
        Blatthalteschrauben in 10.9 ausreichend?

        Hallo!

        Also, einen Schafft haben sie natürlich, sonst könnte man den Heli gleich in die Tonne schmeißen .
        Es wundert mich, dass Jan Henseleit nur 8.8er verwendet. Die Schrauben, die Robbe bei seinen Novas, Milles, etc. verwendet sind jedenfalls 12.9.
        Es empfiehlt sich auch ernsthaft, keine Wald-und Wiesenschrauben zu nehmen. Das Resultat habe ich vor Jahren an meinem Concept 60 gesehen. Dort hatte ich aus Unwissenheit "gewöhnliche" Schrauben verwendet, die sich aber ziemlich schnell verbogen haben und ich sie kaum noch aus den Blatthaltern bekommen habe.
        Kaum auszudenken, was passieren könnte, wenn einem ein Blatt wegfliegt, weil die Schraube gebrochen ist.

        @Mark: Die Festigkeit kannst du an den Schraubenköpfen ablesen. Dort steht normalerweise eine kleine Zahl. Wenn Du nix erkennen kannst, musst Du halt die Lupe zur Hilfe nehmen .

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        • Reminder
          Reminder

          #5
          Blatthalteschrauben in 10.9 ausreichend?

          Hallo zusammen!

          Ich weiß nicht wie groß der Preisunterschied zwischen "normalen" und Hochfesten (12.9) Schrauben sind, aber ich glaube nicht das er es das Risiko wert ist das auszuprobieren.
          Die Schrauben für meinen Ornith (M4x30 12.9) kosten z.B. laut !!!robbe!!! 2€ pro Stück...

          Die Gefahr das die Schraube bricht ist definitiv einfach zu groß. Ich hab das einmal gesehen das ein Heli ein Rotorblatt verloren hat, es ist 50-70m weit geflogen. 8o

          Wir haben fast 10min gesucht bis wir es wiedergefunden haben. Wäre es in Richtung Pilot geflogen wäre das GANZ BßSE ins Auge gegangen.

          Es gibt nicht viele Dinge an denen man beim Heli sparen kann, aber die Blatthalteschrauben gehören meiner Meinung nach definitiv nicht dazu!!!

          Davon abgesehen würde ich mal in der Anleitung nachlesen welche Schrauben verwendet werden müssen, ansonsten ist im Falle eines Unfalls wahrscheinlich auch nix mit Versicherungsschutz.
          Ausserdem hat man immer auch eine Verantwortung für die anderen Leute die durch ein abgerissenes Blatt verletzt werden können...

          cya
          Markus

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          • Atomic Chicken
            Atomic Chicken

            #6
            Blatthalteschrauben in 10.9 ausreichend?

            Kaum auszudenken, was passieren könnte, wenn einem ein Blatt wegfliegt, weil die Schraube gebrochen ist.
            Sagt der Ingeneur nicht: "Wenn's bricht, mach's weicher"?

            Ich glaube J.H. setzt bewußt am Rotorkopf auf "weichere" Schrauben, um ein Brechen oder Abscheren zu vermeiden. Wenn man den Rotorkopf überlastet hat, ist die Schraube sichtbar verbogen und kann ausgetauscht werden (wenn man sie rauskriegt :rolleyes: ). Einen Haarriß in einer harten Schraube sieht man nicht und wenn sie abbricht, wird sie das auch eher unter Belastung tun und dann rappelts in der Kiste 8o ;( .

            Das war jetzt aber nur meine Theorie ?( wenn's nicht stimmen sollte, gleich wieder vergessen!

            Gruß

            Lamoral

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            • bell hiller
              bell hiller

              #7
              Blatthalteschrauben in 10.9 ausreichend?

              hallo leute
              nur mal so zu info :
              die zugfestigkeit der schraube ist nicht relevant da in diese richtung keine kräfte wirken.
              da es hier um abscherfestigkeit geht wird eine stahlschraube 8.8 immer der beanspruchung stand halten .bevor die schraube abschert reist der ganze rotorkopf auseinander.
              gruss roland

              ps wenn es um zufestgigkeit geht dann schau mal nach der blattlagerwelle wie es mit den beiden muttern aussieht (festigkeit)da würde ich angst bekommen wenn es was zu zittern gäbe.

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              • gleching
                Member
                • 13.11.2003
                • 189
                • Guido

                #8
                Blatthalteschrauben in 10.9 ausreichend?

                Hallo zusammen,
                so, jetzt gibt der Maschinenbau-Ingenieur auch noch seinen Senf zum Besten:
                Ich erklär´Euch ´mal kurz, was 10.9 bzw. 12.9 bedeutet: Die 1. Zahl gibt 1/100 der Mindestzugfestigkeit (Rm) in N/mm² und die 2. das 10-fache des Verhältnisses der Mindeststreckgrenze (Rp0,2) zur Mindestzugfestigkeit an. Zur Erklärung: Die Mindestzugfestigkeit ist der Wert, bei dem die sog. "Charpy-V-Probe" aus dem zu untersuchenden Werkstoff beginnt, sich nach dem Setzkriechen in Querrichtung einzuschnüren (plastische Verformung), die Mindeststreckgrenze ist der Wert, bis zu welchem sich die Probe um 0,2% plastisch verlängert (also etwas oberhalb der sog. Hooke´schen Geraden=elastischer Bereich).
                Also, nehmen wir z.B. die 10.9-Schraube: Mindestzugfestigkeit für Schrauben und Muttern gem. ISO 898T1 (genormt) : 1000 N/mm², d.h. 1000/100=10 (deshalb als 1. Zahl die 10), Mindeststreckgrenze (gem. o.g. Norm): 900 N/mm², d.h. 900/1000x10=9 (2.Zahl).
                Hier die Normwerte für den 12.9-Werkstoff: Rm=1200 N/mm², Rp0,2=1080 N/mm². So, jetzt dürft Ihr mal fleissig selber nachrechnen!
                Ich habe ´mal nachgerechnet: Bei GFK-Blätter mit einer Blattlänge von 660mm (Standardwert für 1,5 m Rotordurchmesser), einem Blattgewicht von 200g und 1700 U/min Rotordrehzahl reichen 10.9-Schrauben (M4) zwar noch aus, ich würde aber sicherheitshalber immer die nächst höhere Festigkeitsklasse nehmen, also 12.9!
                ßbrigens: Mein Vorredner Roland hat mit seiner Aussage völlig Recht: Kritisch sind die paar Gewindegänge von den Blatthalteschrauben in der Blattlagerwelle (viel weniger tragender Querschnitt+Kerbwirkung)!

                Gruß Guido

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                • Klaus G.
                  Klaus G.

                  #9
                  Blatthalteschrauben in 10.9 ausreichend?

                  Hallo Guido,
                  Wenn ich dich jetzt Richtig verstanden habe, sind auf alle Fälle die Blatthalteschrauben die Jan Henseleit seinem NT beilegt nämlich 8.8er Schrauben total fehl am Platz oder gehen die nach deiner Berechnung auch noch *

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                  • sicx
                    Member
                    • 06.04.2002
                    • 855
                    • Alan
                    • Chemnitz - 1. MSC Jahnsdorf e.V.

                    #10
                    Blatthalteschrauben in 10.9 ausreichend?

                    Hallo Leute!

                    Vielen Dank für Eure Statements!

                    Ist ja'ne richtig interessante Disskusion daraus geworden.
                    Und mich beschleicht das Gefühl, dass hier noch einiges an Aufklärungsarbeit geleistet werden muss, gerade weil sich wohl viele über dieses Thema noch wenig Gedanken gemacht haben, und evtl. aus lauter Unwissenheit sogar schon nicht geeignete Schrauben verwendet haben.

                    Ich glaube allerdings, dass es sich mit den Verschraubungen von Blattlagerwelle und Blatthaltern nicht so kritisch verhält. ßberschlägt man mal, wieviele Gewindegänge dort genutzt werden und welche Querschnitte dort herrschen, kommt es sicher nicht annähernd an die Belastung der Blatthalteschrauben heran. Mir ist bisher auch noch nichts zu Ohren gekommen, wo die Schrauben aus der Blattlagerwelle herausgerissen worden, wohl aber hat es mir schon in zwei Fällen die Blatthalteschrauben verbogen, das ganze ohne Crash. Das eine Paar Schrauben war dabei sogar direkt vom Hersteller des Helis.

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                    • Carsten
                      Carsten

                      #11
                      Blatthalteschrauben in 10.9 ausreichend?

                      Eine Kraft von ca. 2 kN bei einem 1,50er Rotor mit 1500 RPM ist realistisch. Also einfach in einem Tabellenbuch nachschlagen, wie hoch die Grenzabscherkraft einer M4-Schraube der entsprechenden Festigkeitsklassen bei einer SL-Verbindung (Schaft in der Scherfuge) ist. Im Schneider geht´s aber leider erst mit M12 los... )

                      Gruß
                      Carsten

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                      • Rauno Albrecht
                        Rauno Albrecht

                        #12
                        Blatthalteschrauben in 10.9 ausreichend?

                        Hallo Leute,

                        ich habe erst vor kurzen einen Artikel hervorgekramt, den der MEister Jan Henseleit höchst persönlich zu gerade diesem Thema, ich glaube in Einer FMT Spezial, verfasst hattte.

                        So wie ich Ihn dabei verstanden habe kommt es vor allem bei der Schraube, die den Blatthalter auf er Blattlagerwelle hält auf dir eingeprägten Festigkeitswerte an, weil hier dir Zugkraft so wirkt wie die Schraube auch getestet wurde(Salopp gesagt).

                        Im Fall der Blatthalteschrauben besteht aber eine Scherkraft und die hat nichts mit der Klassifizierung 10.9/12.9 zu tun.

                        Außerdem verteilt sich die gesamte Zugkraft auf zwei Scherebenen, nämlich Oberkante Blatt-und Unterkante Blattaufnahmen.


                        Ich hoffe ich konnte auch etwas Vrwirrung stiften.


                        Gruß Rauno

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                        • SULOX
                          SULOX

                          #13
                          Blatthalteschrauben in 10.9 ausreichend?

                          auch hier wurde ein "wenig" über diese thema diskutiert

                          http://www.rc-helicopter.org/forum/index.p...opic=23635&st=0

                          nochwas: wenn so eine schraube verbiegt, dann ist da entweder zuviel spiel irgendwo, oder es war eine von diesen "gefälschten" schrauben
                          die rotorblätter sollten auch nociht zu loose angeschraubt werden, da sonst die blatthalter oben und unten nicht plan aufliegen bei belastung.
                          dann gibts noch so lustige blatthalter (ich glaube raptor/oder uni) die haben so eine art nut für die blattlagerwellen-schrauben. die verläuft genau an der bohrung für die rotorblätter-schrauben. was zur folge hat, das dort ein spalt nach dem festziehen IMMER bleibt. bei solch einem spalt kommen ebenfalls andere belastungen in spiel, die ich in meiner rechnung selbstverständlich NICHT berücksichtigt hatte.

                          wie auch immer mehr im anderen thread. (für die, die es wirklich interressiert.)

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                          • gleching
                            Member
                            • 13.11.2003
                            • 189
                            • Guido

                            #14
                            Blatthalteschrauben in 10.9 ausreichend?

                            @Klaus G.
                            Hallo Klaus,
                            ich würde Jan Henseleit ´mal fragen, ob er (oder jemand anderes für ihn) mal festigkeitsmässig nachgerechnet hat. Ich würde nie 8.8-Schrauben einsetzen, geschweige denn vertreiben! Es ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, dass die 8.8-Schraube abschert, mit den höheren Festigkeitsklassen hat man jedoch deutlich mehr (zumindest rechnerische) Sicherheit. Und, relativiert man den Preisunterschied zwischen den "billigen" und höherwertigen Schrauben im Verhältnis zum Gesamtwert des Hubis, spielt dies überhaupt keine Rolle!
                            @Rauno Albrecht
                            Hallo Rauno,
                            leider muss ich Dich korrigieren:
                            Natürlich sind die Festigkeitswerte mit einer genormten Zugprobe beim Stahlhersteller ermittelt worden, die Belastungsmöglichkeit der daraus hergestellten Schrauben steht jedoch im analogen Verhältnis der zulässigen Zug- und Scherspannungen. Die zulässigen Scherspannungen sind (unabhängig vom Hersteller) übrigens deutlich geringer als die zul. Zugspannungen. So gibt der Schraubenhersteller Bauer&Schaurte, Neuss, für eine M4-Schraube der Festigkeitsklasse 12.9 bei dynamischer Belastung als zul. Längskraft (also in Achsrichtung) 1600 N und als zul. Querkraft nur 500 N an! Tatsächlich beanspruchen wir unsere Blatthalteschrauben um den 4-5-fachen Wert (200 kg Zugkraft (Fliehkraft der Blätter) entsprechen ca. 2000 N)!!!
                            @Carsten,
                            Deine Zugkraft-Angabe stimmt!!!
                            Gruß Guido

                            Kommentar

                            • Martin Achter
                              Martin Achter

                              #15
                              Blatthalteschrauben in 10.9 ausreichend?

                              Hi SULOX!

                              Ich denke, daß diese "Nut", wie Du es nennst, schon einen tieferen Sinn hat... (Ist in der Tat am UNI-Kopf zu finden...) Damit wird erreicht, daß die Schraube auf weniger auf Scherung, als auf Biegung belastet wird! Im Fall der Biegung, kann mehr Kraft aufgenommen werden. Diese Energie wird dann zwischengespeichert, sofern die Verformung der Schraube im Nutbereich elastisch erfolgt.

                              Frage an den Maschinenbauingenieur (Guido):

                              Ich liege doch richtig, daß die Steigerung der Festigkeit die Duktilität des Werkstückes verringert, oder? Sollten aber nicht dynamisch hochbelastete Bauteile (zweifellos bei uns der Fall...) möglichst hohe Sicherheiten gegen Dauerbruch aufweisen, also Energie elastisch absorbiren können?

                              Um eine Diskussionsgrundlage zu schaffen, habe ich hier mal Nägel mit Köpfen gemacht :rolleyes: :

                              Ich habe zwar ohne die Größeneinflußfaktoren Kdm und Kdp gerechnet, bin aber trozdem auf eine beachtliche Sicherheit gekommen:

                              Meine Berechnungen weichen erheblich von Deinen Angaben ab, Guido, dafür fange ich mit dem Zeug aber auch gerade erst an... :rolleyes:



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