neulich dachte ich, wie schön war das vor 25 Jahren als man beim Flieger nur wenige "Parameter" zu optimieren und entscheiden hatte: Welche Servos (es gab aber nur wenige), welchen Propeller A oder B für den eingebauten 2-Tackter und wieviel Nitro im Sprit.
Das wars. Zu programmieren gabs gar nix. Nur mechanisch die Gestänge einstellen und Knüppel nach vorne und ab

Heuige Heli-Praxis:
- unüberschaubares Produktspektrum von Billig-China-Komponenten bis zur deutschen Edelwahre und das ganze auch noch als Mischform d.h. deutsche Edelwahre, wo aber China-Technik drin ist

- Produktzyklen 6 - 8 Monate, alle Tage was Neues
- Umfassende Sender-Programmierung, ggf. sogar Empfänger Programmierung
FBL-System-Programmierung
- Einstellung und Programmierung des Reglers, Lipo-Wächter usw.
- welches Servo mit welcher Spannung, BEC, Stützakku oder externes BEC oder oder
- komplexe Ladetechnik
- Telemetrie-Gedöns
- Updates für Sender, Empfänger, Regler, FBL oder auch für das Ladegerät aufspüren und einspielen
- Die Zeit, die man früher an der Werkbank "gefeilt" hat, sitzt man heute vor dem PC

- die Kombination der technisch anspruchsvollen Komponenten bringt immer wieder "ßberraschungen" hervor (z.B. Regler fängt einfach mal zu qualmen an, oder schaltet halt mal ab zwischen durch oder Heck hält plötzlich nicht mehr, Motor wird schweineheiß, Heli wobbelt plötzlich usw.

Und:
- Kaum einer hat wirklich Ahnung! Bei Detailproblemen oder technischen Fragestellungen geben auch gute "Händler" oft Standard-Antworten. Is ja auch bei der Vielzahl der Produkte und Kombinationen von Komponenten und Einstellungen kein Wunder. Es kann ja keiner alles testen, bevor es verkauft wird (sonst bräuchte jeder Händler ne ganze Testmannschaft).
Bitte nicht falsch auffassen. Ich bin froh der Produktvielfalt und der grandiosen Leistungsfähigkeit der heutigen Produkte.
Und ich habe auch Spass an komplexer Technik und Optimierung und so. Und es gibt auch gute Händler.
Aber einfach nur nach Anleitung vorgehen und sorgenfrei fliegen is nicht bei Helis. Das ist meine Erfahrung. Man muss immer wieder an Detailthemen rumwursteln.
Ich hab jetzt in rd. einem halben Jahr meine ersten 100 Heli-Flüge hinter mir und meine 2 Helis sind noch heile.
Ich bin froh, dass mich die Technik - die wie ich meine oft im Grenzbereich - betrieben wird - bislang im Flug noch nie im Stich gelassen hat.
Nicht auszudenken, wenn so ein rotierendes 2,5kg-Geschoss z.B. in einen vorbei laufenden Fußgänger reinpfeift.
Tendenziell meine ich wäre es aber an der Zeit, zu "einfacher handhabbaren" Systemen zu kommen z.B. sauber voreingestellte und abgestimmte Komponenten mit klaren Vorgaben für den Nutzer und Pilot. Ich meine dabei nicht ein RTF-Heli-Spielzeug aus dem Karton raus. Aber z.B. ein Motorrad kauft ja auch keiner als Bausatz aus 20 Einzelsystemen und 100 Möglichkeiten das Motorsetting zu optimieren, die ggf. funktionieren oder halt auch nicht.
Würde mich mal interessieren wie andere darüber denken!
Grüße Sven


vor allem wenn der Motor schon 20 Liter durch hatte und einfach nicht mehr so richtig wollte 
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