Mega Beitrag, aber interessant

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • drewsho
    drewsho

    #1

    Mega Beitrag, aber interessant

    Hallo liebe Gemeinde,

    seit nun ca. 1 Jahr sind wir auf der Suche nach einem neuen Vereinsgelände. Ich möchte einmal erzählen was alles passiert ist. Der nachfolgende Text stammt aus dem Bericht des ersten Vorsitzenden der JHV 2003. Sehr Lang zu lesen.

    Das zentrales Thema für das vergangene Jahr war das, was uns Herr Baummann Anfang April mitteilte. Bürgermeister Baumann informiert uns darüber, dass unser Flugplatz doch den Baumassnahmen für das Industriegebiet ( Fa. Herhof, Stabilat) weichen muss, da diese Anlage direkt auf unseren Flugplatz gebaut wird. Der Bau der Straße, um das Industriegebiet zu erreichen, wird unsere Flugaktivitäten vermutlich nicht stören. Sicher ist aber, dass wir nur noch max. 2 Jahre auf dem jetzigen Gelände verbleiben können.

    Von Herrn Baumann bekamen wir ein oder zwei Ersatzgelände vorgeschlagen. Diese Gelände eigneten sich allerdings nicht für einen Modellflugplatz. Die Gelände waren entweder viel zu kurz oder waren am Rand mit sehr hohen Bäumen versehen. Herr Baumann lies durchblicken, das er uns auf jeden Fall helfen möchte, und das er uns am liebsten weiterhin im Fuldatal haben möchte.
    Darauf hin haben wir uns selbst auf die Suche nach einem geeigneten Gelände gemacht. Im Fuldatal gab es in Richtung Bebra noch zwei bis drei Gelände die sich für unser Vorhaben eignen würden. Nachdem wir bei Herrn Baumann die Eigentümer dieser Gelände feststellen ließen, war sehr schnell klar, dass das keine Aussicht auf Erfolg haben würde. Die von uns ausgesuchten Grundstücke gehörten fast ausnahmslos dem Naturschutzbund, welchen wir getrost als unseren natürlichen -Feind- bezeichnen können. Damit war das Thema Fuldaaue für den neuen Flugplatz gestorben.

    Von da an orientierten wir uns auf andere Regionen im Kreis, die aber trotzdem noch in der Nähe des alten Geländes waren. Mit diversen Topografischen Karten ausgestattet, fuhren wir durch die Gegend und besuchten alle Ecken, die von der Karte her schon mal die Möglichkeit eines Flugplatzes hergaben. Bei vielen Grundstücken war dann erst vor Ort klar, das sich das Grundstück nicht eignet. Da war mal ein Umsetzer am Rand des Geländes oder es war krumm und schief, oder eine Hochspannungsleitung war doch näher als auf der Karte zu sehen. Dennoch entdeckten wir ein Gelände oberhalb von Reilos und Rohrbach, welches nahezu ideal für unser Vorhaben war. Nachdem der Besitzer ermittelt war, und dieser in einem Gespräch mit uns signalisierte dieses Gelände zur Verfügung zu stellen, bzw. es sogar zu verkaufen, wurde Herr Baumann darüber informiert. Dieser rümpfte sofort die Nase und meinte es könne ßrger mit den Jägern und den Naturschützern geben.

    Nachdem die Jagdpächter und der dort ansässige Naturschutzbund über unser Vorhaben informiert wurden, formierte sich auch sofort der Widerstand in Form einer Bürgerinitiative mit ca. 70 Unterschriften der Anwohner in Rohrbach und Reilos. Weiterhin bekamen wir einige Schreiben der Jagdgenossenschaft, in der diese ihre Bedenken gegen den geplanten Modellflugplatz äußerten. Damit war die Unterstützung von Seiten Herrn Baumanns erledigt. Der Eigentümer des Grundstücks wurde dermaßen unter Druck gesetzt, das dieser nicht mehr bereit war uns das Grundstück zu überlassen. Damit sind dann auch jegliche rechtlichen Schritte, die man hätte einleiten können, überflüssig.

    Ende Mai haben wir dann noch mal mit Flugblättern und Gesprächen mit der ßffentlichkeit, auf dem Festumzug der 750 Jahrfeier in Mecklar auf unsere Situation aufmerksam gemacht und haben versucht die ßffentlichkeit über unser Hobby und unsere Situation zu informieren.
    Dies sah folgendermaßen aus: Wir entschlossen uns eine Modellbauausstellung im Rahmen der Feierlichkeiten zu organisieren, da Flugvorführungen, auf Grund der Gefährlichkeit, nicht in Betracht kamen. Um aber wenigstens mal einen laufenden Motor zu zeigen wurde eine -Action-Ecke- eingerichtet, wo wir abwechselnd einen 7-Zylinder Stern Motor und einen Zwei Zylinder Boxer Motor laufen ließen. Diese Ecke war besonders gesichert und es war beim Betrieb der Motoren immer ein Mitglied des Vereins vor Ort, so dass die Sicherheit der Gäste gewährleistet war. Dies, sowie auch der am Stand vorhandene Flugsimulator, an dem unsere Gäste kostenlos ihre ersten Runden drehen konnten, war ein Anziehungspunkt an der Feststrasse. Natürlich wurden auch die ca. 20 ausgestellten Modelle bestaunt und den Zuschauern wurde die Technik, mit der ein Modell fliegt, erläutert. Ein weiteres Highlight bei unserer Ausstellung war auch die 5m Spannweite messende Pitts, die wir uns aus Melsungen, von dem dortigen Verein, geborgt hatten. Aufgrund ihrer Größe war dies schon sehr imposant. Und die Kinder durften alle mal in der Maschine Platz nehmen. Alles in allem war das Fest, von unserer Seite, ein voller Erfolg. Und es hat viel Spass gemacht.

    Neue Erkenntnisse für einen geeigneten Flugplatz brachte uns das Fest aber nicht. Wegen der Aktivitäten zur Flugplatzsuche wurde auch auf ein Vereinsfest, wie in der Jahreshauptversammlung beschlossen, verzichtet. Statt dessen suchten wir weiter. Von unserem Mitglied und Kassenwart, Walter Suck, kam ein Gelände, oberhalb von Breitenbach, ins Gespräch. Dieses Gelände ist durchaus geeignet und der Besitzer ist gewillt uns das Grundstück zu verpachten. Nach Gesprächen mit dem Zuständigen Bürgermeister in Bebra und der Unteren Naturschutzbehörde, wurde ein Ortstermin vereinbart. Die Naturschutzbehörde hatte keine Bedenken und erlaubte den Modellflugbetrieb. Dies war schon eine hohe Hürde, die genommen war. Auch der Bürgermeister unterstützt unser Vorhaben, wenn es rechtlich keine Bedenken gibt. Im Ortsbeirat wurde das Thema heftig diskutiert und es regte sich erneut Widerstand. Es stellte sich aber auch heraus, das die meisten Mitglieder des Ortsbeirates gar nicht wussten um was es sich eigentlich dreht, noch wo das Gelände überhaupt liegt. Deshalb beschloss der Bürgermeister, ein Gutachten abzuwarten, welches vom DMFV erstellt werden muß. Sollten sich auch dort keine Einwände gegen einen Modellflugplatz ergeben, wird er der Anlage des Flugplatzes zustimmen. In Absprache mit dem Regierungspräsidenten wurde das Gutachten von uns in Auftrag gegeben. Dies geschah am 2. Oktober, schriftlich beim DMFV. Am 14. Oktober bekamen wir die Bestätigung und Mitteilung, das Herr Schwägerl, seines Zeichens Präsident des DMFV, das Gutachten erstellen würde. Dies Geschieht auf Grund der räumlichen Nähe Herrn Schwägerls zu unserem Verein. Am 3. November meldete sich Herr Schwägerl das erste mal schriftlich bei uns. Er forderte diverses Kartenmaterial und einen ausgefüllten Fragebogen an. Um die Prozedur nicht länger als nötig zu verzögern, besorgten wir das Kartenmaterial und füllten den Fragebogen aus. Am 11. November bekam Herr Schwägerl die geforderten Unterlagen zugesandt. Danach war erstmal lange Zeit ruhe um Herrn Schwägerl und erst nach einigen Telefonaten mit Ihm kam es zu einem Ortstermin kurz vor Weihnachten. Dieser musste dann auch noch wegen der Wetterlage abgesagt werden. Ein weiterer Ortstermin wurde dann Anfang Januar vereinbart, und kam auch zu Stande. Nachdem Herr Schwägerl sich die ßrtlichkeiten angesehen hatte, sagte er, das es keine Einwende gegen einen Flugplatz gibt. Am 4. März 2003 kam dann endlich das Gutachten und wurde zum Regierungspräsidenten und zum Bürgermeister weitergesandt. Nun steht eigentlich nur noch die Antwort des RP aus. Ein Pachtvertrag mit Herrn Degenhardt aus Breitenbach wurde bereits abgeschlossen. Natürlich unter Vorbehalt einer Aufstiegsgenehmigung. Der Pachtzins für den neuen Platz wird höher ausfallen als das bisher der Fall war. Deswegen sollten wir über eine moderate Erhöhung der Vereinsbeiträge beraten. Für den alten Flugplatz wurde ebenfalls noch einmal eine Aufstiegsgenehmigung beantragt und genehmigt. Laut den letzten Zeitungsberichten, soll im Herbst Baubeginn sein. Bis Juli oder August können wir auf dem neuen Gelände noch nichts machen, da Herr Degenhardt im letzten Herbst Wintergerste ausgesäht hat und diese erst im Juli-August geerntet wird. Im Gegenzug hilft uns Herr Degenhardt beim Einebnen des Platzes und Ansähen des Grases. Auch hat er anderweitig Hilfe angeboten.

    Ich denke, es sah nie besser mit einem neuen Flugplatz aus und wenn die Aufstiegserlaubnis vorliegt können wir weitere Planungen vornehmen. Bevorstehende Arbeitseinsätze werden dann koordiniert und die Mitglieder werden angesprochen. Ich möchte in dem Zusammenhang noch mal an alle appellieren, die den neuen Platz auch nutzen wollen. Wir sind auf die Mithilfe aller Vereinsmitglieder angewiesen. Nur gemeinsam können wir den neuen Platz aufbauen und herrichten. Sollte wider erwarten die Aufstiegsgenehmigung nicht erteilt werden, so ist der Verein, meiner Meinung nach, am Ende.


    Das Thema ist leider noch nicht am Ende. Der Platz ist immer noch nicht genehmigt. Als nächstes steht ein Ortstermin mit der oberen Naturschutzbehörde aus, um zu klären wie wir die ca. 7000 Euro Ausgleichszahlung aufbringen können bzw. wie wir die Summe reduzieren können. Mehr kann ich bei Bedarf nächste Woche erzählen.

    Für alle die jetzt müde sind,

    Gute Nacht


    Gruß

    Holger
  • Sebbi
    Sebbi

    #2
    Mega Beitrag, aber interessant

    Dann habt ihr ja doch eigentlich noch Glück gehabt.
    Das Gelände von den Verein, in den ich bald eintreten möchte, gehört zu einem ziemlich neuen Sportflughafen. Also wenn der Flughafen nicht schließt darf auch der Modellflugplatz bleiben.

    Schenkt dem netten Bauern doch ein kleines Modell mit Funke (son Segler oder Slowflyer), vielleicht hat er doch auch Spaß an dem Hobby. Als "Ehrenmitglied" doch erste Sahne, oder?

    Kommentar

    • J. Schinkmann
      J. Schinkmann

      #3
      Mega Beitrag, aber interessant

      Hallo Holger,

      der Beitrag war wirklich super interessant. Ich bin echt gespannt wie die ganze Sache ausgeht.
      Ich drücke euch auf jeden Fall beide Daumen.

      Gruß, Jürgen.

      Kommentar

      • Styro-Stefan
        Styro-Stefan

        #4
        Mega Beitrag, aber interessant

        sehr interessanter beitrag!

        ihr könnt dem bauern aber auch ne sehr hoch fliegende rakete schenken einen start und schon ist man ihn los weil er die rakete nicht weiderfindet!

        Kommentar

        • drewsho
          drewsho

          #5
          Mega Beitrag, aber interessant

          Hallo Leute,

          heute war der Ortstermin mit dem Herrn der Oberen Naturschutzbehörde. Der Mann kam mir am Telefon schon recht umgänglich vor und der Eindruck bestätigte sich auch auf unserem neuen Fluggelände. Er machte uns unmissverständlich die Rechtslage klar, hatte aber auch Lösungsmöglichkeiten die nicht so viel Geld kosten, dafür aber mit Arbeit verbunden sind. Da wir keine 7000 - 7500 Euro bezahlen können, haben wir uns auf die Alternative eingelassen.

          Diese sieht folgendermaßen aus: Als Ausgleich für die Wiese, die auf dem jetzigen Acker angesäht werden muß, müssen wir an anderer Stelle diverse Hecken und Sträucher pflanzen. Wieviel und wo, das muß jetzt in einem weiteren Gespräch geklärt werden.

          weiteres in Kürze.

          Gruß

          Holger

          Kommentar

          • drewsho
            drewsho

            #6
            Mega Beitrag, aber interessant

            Hallo zusammen,

            nachdem dieser Thread nun fast ein Jahr alt ist, kann ich diesen mit einer freudigen Nachricht beenden.

            Ihr hört richtig, es hat bis jetzt gedauert, bis wir ein Ergebnis hatten.

            Im einzelnen sieht es so aus:

            Die Ausgleichsabgabe von knapp 7000 Euro übernimmt die Gemeinde, in der unser altes Fluggelände lag.

            Vielen Dank nochmal nach Ludwigsau.

            Die Gemeinde in der der neue Flugplatz liegt, hat uns mit ihrem wohl wollen auch stark unterstützt. Sie hat die Aufstiegsgenehmigung beführwortet und sich bei der Suche nach Möglichkeiten der Ausgleichsbepflanzung stark eingebracht.

            Auch vielen Dank nach Bebra.

            Für uns bleibt jetzt nur noch, ein paar Bäume und Sträucher auf unserem neuen Flugplatz zu pflanzen und die Bearbeitungsgebühren in Höhe von ca. 1700 Euro für die obere Naturschutzbehörde zu bezahlen.

            Die Aufstiegsgenehmigung ist zunächst für 4 Jahre erteilt.

            Soweit nun das Ende der Geschichte. Es hat also fast 2 Jahre gedauert bis wir unseren neuen Flugplatz genehmigt bekommen haben.

            Wir freuen uns jedenfalls, das wir wieder eine Perspektive haben und unseren Verein weiter führen können.


            P.s.: Wegen der Ortsverlagerung heisst der Verein nun nicht mehr "Modellsportclub Mecklar" sondern jetzt "MFV Bebra"

            Kommentar

            Lädt...
            X